Häufig gestellte Fragen (FAQ):

Thematik: Schnitzen

 

 


Welche Vorkenntnisse benötige ich?
Grundsätzlich keine! Glauben Sie aber bitte nicht, mal eben schnell nebenher eine ganze Figur zu schnitzen - das wird nicht klappen.
Nehmen Sie sich dafür unbedingt viel Zeit! Aller Anfang ist schwer und jedes "Handwerk" eben nur mit ausreichend Wille und Geduld zu erlernen.
Sollten Sie aber zufällig gut Zeichnen können, steckt definitiv auch ein guter Schnitzer in Ihnen.

Ich möchte das Schnitzen einfach mal für mich selbst versuchen ohne dabei gleich viel Geld auszugeben. Was kann ich hier tun?
Wenn Ihnen unsere kompletten Schnubbersets nicht zusagen, kaufen Sie sich am Besten erstmal unseren "Leitfaden zum erfolgreichen Schnitzen".
Wenn Sie diesen gelesen haben, wissen Sie alles um selbst die Entscheidung zu treffen.

Muss ich unbedingt einen Schnitzkurs besuchen?
Ja und Nein! Es wäre einfach die beste Lösung wenn Sie Ihre ersten Versuche im Beisein eines Schnitzlehrers machen.
Dieser kann Ihnen sofort jede Frage beantworten und Ihnen "live" zeigen wie man es besser macht. Auch kann dieser Dozent, da er Ihnen ja seine eigene Schnitztechnik vermittelt, Hilfestellung und Beratung zum richtigen Schnitzmesserkauf geben.
Wenn Sie keinen Kurs machen möchten (oder können) gibt es natürlich auch Möglichkeiten es im Eigenstudium zu erlernen. DVD-Lehrfilme, zahlreiche Bücher und spezielle Anfängersets sind bei uns im Shop erhältlich.

Welches Holz eignet sich zum Schnitzen?
Am Besten bewährt hat sich die Linde! Diese bietet ein weiches Holz mit meist gleichmäßiger, dezenter Struktur und Maserung sowie dabei wenig große Asteinschlüsse.
Grundsätzlich können Sie aber jeder Holzsorte schnitzen. Beachten Sie bei der Auswahl aber unbedingt: Besonders harte (z.B. Eiche) und auch besonders weiche, faserige Holzsorten (z.B. Fichte) machen Ihnen das Schnitzerleben schwer.
Wenn keine Linde verfügbar ist weichen Sie deshalb besser auf Zirbe, Strobe oder die bei nativen Amerikanern beliebte Holzsorte "Red Cedar" aus.

Mit welchen Motiven beginne ich das Schnitzen?
Erstmals sollten Sie sich Gedanken machen, ob Sie ein Motiv nach Ihren eigenen Vorstellungen aus einem rohen Stück Holz hauen, oder einen vorgefrästen Rohling überschnitzen möchten.
Für das Schnitzen aus vollem Holz, also das Holzbildhauen, benötigen Sie Wissen zur Verhältnislehre, viele breitere Schnitzeisen sowie natürlich mehr Zeit.
Allen Anfängern raten wir daher erstmals das Schnitzen eines Rohlings zu bewerkstelligen. Denn hier müssen Sie sich "nur" auf das saubere Nachschnitzen vorgegebener Formen und Konturen konzentrieren. Dies liest sich hier jedoch einfacher, als es letztendlich ist.
Egal ob Sie nun das Holzbildhauen oder das Schnitzen nach Rohlingen praktizieren möchten. Zu beiden Themen gilt:
Wählen Sie anfänglich immer eher größere Motivmaße um sich zeitaufwendige, filigrane Schnitzarbeiten zu ersparen.
Beginnen Sie mit schlichten Motiven wie Reliefarbeiten, Schilder oder Schalen um die Eigenschaften der Holzbearbeitung in der Fläche (Höhe+Breite) kennenzulernen.
Erst wenn dies zu Ihrere Zufriedenheit klappt, steigern Sie sich mit "plastischen" Tiermotiven um Erfahrungen in der dreidimensionalen Bearbeitung (Höhe+Breite+Tiefe) zu sammeln.
Später versuchen Sie sich mal an "betenden Händen" oder "Büsten" um eben Hände, Köpfe und Gesichter schnitzen zu üben.
Erst nach all diesen wichtigen Erfahrungen sollten Sie sich an komplett menschliche Darstellungen wagen.

Die meisten Schnitzrohlinge sehen doch schon so gut wie fertig aus. Reicht es hier nur mit Schleifpapier die Flächen zu glätten?
Nein, keinesfalls!
Unsere Rohlinge sind zwar fein vorgefräst und man kann schon alle Konturen und Details erkennen, jedoch muss man diese trotzdem 100% komplett mit Schnitzwerkzeugen überschnitzen.
Zum Einen verleihen Sie durch die scharfen Messerschnitte der Oberfläche ein schönes, glatt glänzendes Aussehen. Zum Anderen müssen Ecken, Kanten und Feinheiten (z.B. Augen und Mund bei Gesichtern) noch schön scharfkantig ausgearbeitet werden.
Die Verwendung eines Schleifpapiers zerstört (verrundet) hingegen viele Details und erzeugt keine scharfkantigen, glänzende Ergebnisse.
Auch wäre dadurch eine Weiterverarbeitung des Rohlings zum Beizen kaum mehr möglich, da geschliffene Oberflächen sehr fleckig beim Beizen werden.

Wie erreiche ich eine glatte, saubere Oberfläche beim Schnitzen, wenn ich dafür kein Schleifpapier zu Hilfe nehmen darf?
Dies ist abhängig von Ihrer Erfahrung. Man benötigt dafür einfach sehr viel Übung. Je besser Sie mit der Zeit werden, umso weniger Schnitte sieht man danach. Die Holzoberfläche wirkt dadurch dann glatter.
Versuchen Sie die zu bearbeitende Fläche immer mit möglichst wenig "neu angesetzten" Schnitten zu schnitzen.
Suchen Sie eine zur Fläche passende Stichform und wählen Sie diese in einer möglichst breiten Ausführung.
Letztendlich sprechen wir hier aber über eine Handschnitzerei, bei der man immer Schnitte sehen wird. Aber genau das zeichnet eine echte Handschnitzerei aus! Genau das macht Ihr Schnitzobjekt individuell. Nur so ist ein Unterschied zu einer maschinellen Serienproduktion sichtbar.
Würden Sie es tatsächlich mit Schleifpapier/Sandpapier glätten, wird die Holzoberfläche dadurch matt und aufgeraut. Beim Schneiden mit Schnitzwerkzeugen hingegen glatt und glänzend.
Wenn Ihre Schnitte jedoch nicht glänzend (also rau, faserig oder rissig) werden, ist Ihr Schnitzeisen nicht scharf genug. In diesem Fall müssen Sie unbedingt das Schärfen der Werkzeuge besser üben.

Wieso finde ich keine Anleitungen welche Stichformen für welche Motive geeignet sind bzw. benötigt werden?
Das liegt daran, dass es beim Schnitzen keine "Goldene Regel" gibt.
Letztendlich entscheidet nur Ihr eigener Schönheitssinn und Ihre eigenen Vorstellungen was richtig ist und was falsch.
Jeder Schnitzer enwickelt mit der Zeit seine eigenen Vorlieben, hat Lieblings-Schnitzeisen und möchte bestimmte charakteristische Merkmale mit speziellen Schnitten ausarbeiten. Wenn Sie beispielsweise drei Schnitzer um deren Stichform-Empfehlungen bitten, werden Sie dabei meist auch verschiedene Anworten bekommen.
Trotzdem haben wir nachfolgend einige hilfreiche Richtlinien für Sie:
Sehen Sie sich immer erst die zu bearbeitende Stelle genau an und wählen Sie entsprechend der vorhandenen Wölbungen, Falten und Formen das hierzu am Besten passendste Schnitzeisen bzw. Stichform aus.
Je größer die zu schnitzende Fläche, umso breiter sollte das Schnitzeisen gewählt werden.
Auch bei groben Bildhauerarbeiten immer möglichst große, breite Stichformen benutzen.
Bei kleinen Feinarbeiten und beim Nachschnitzen von Rohlingen hingegen, eher weniger breite Stichformen wählen.
Bedenken Sie auch immer, dass man Schnitzeisen wie z.B. ein Hohleisen "beidseitig" benutzen kann:

für Aushöhlungen und Vertiefungen
Hohleisen in normaler Schnittführung
normale Schnittführung

für erhabene Falten und Wellen
Hohleisen in gedrehter Schnittführung
gedrehte Haltung


 

 

Haben Sie trotzdem noch Fragen? Dann schreiben Sie
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