Erster Schnitzversuch


  • Hallo ihr Lieben,


    das ist das erste kleine Werk, was ich zustande gebracht habe. Mein Bruder hat bald Geburtstag hat und ich habe mich von seinem neuen Hobby inspirieren lassen (er hat sich ein Meerwasseraquarium eingerichtet).


    Der Fisch sah etwas langweilig aus, und da ich mich weder ans Beizen noch an eine Lasur herantraue, habe ich meinen Brandmalkolben nach langer Zeit wieder benutzt.


    Alles in allem ist die Figur recht einfach gehalten - meine Technik ist ziemlich holprig :D Ich hatte gelesen, dass man am Anfang etwas weniger Komplexes probieren sollte und gut daran getan, mich danach zu richten.


    Ich freue mich sehr über jegliche Rückmeldungen/Kritik von euch :)


    Liebe Grüße und einen schönen Abend
    Dravin

  • Hallo Dravin,
    eine gelungene Idee, die zumal noch zum Anlass passt. (Bruder-Aquarium)
    Vom Marterial her sieht es aus wie Kork, ist meine Vermutung richtig ?
    Mit Deiner Auswahl bist Du sicherlich auf einem guten Weg. Viele Anfänger machen leider
    den Fehler, dass Sie sich überfordern und dann die Lust verlieren.
    Mach weiter so !!
    mit Gruß vom
    Zillertaler

    Wissen ist Macht - Nichtswissen ist Ohnmacht - Nichtstun macht träge und krank <3

  • Hallo Dravin !
    Hätte ich einem Anfänger nicht so schnell zugetraut. Alle Achtung ! Du hast Talent. Mach weiter, ich möchte gerne
    mehr sehen!!!
    Nun zum Holz; Linde ist für alle Schnitzer das Holz, was sich am besten bearbeiten läßt. Eiche dunkelt zwar
    schnell nach, aber hat den Nachteil- ist hart und die Schneiden werden schneller stumpf. Mein Rat; bleib erst mal
    bei Linde, probiere verschiedene handelsübliche Beizen. Nimm ein Brett von Linde und streich verschiedene
    Beizen auf und beschrifte diese. So hast Du immer vor Augen, welche Beize Du nehmen willst. Nach und nach
    stellst Du Dir so eine Farblehre zusammen. Das ist nur ein Rat von mir.
    Zillertaler kann Dir ganz bestimmt noch bessere Ratschläge geben, denn er hat viel mehr Erfahrung als ich und ist
    Profi.
    Es grüßt Dich Rainer

    Nimm das Leben nicht zu ernst, es dauert ja nicht ewig !

  • Hallo Dravin, :)
    Geh mal auf folgenden Link:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Weymouth-Kiefer.
    Da ich seit den 1980 Jahren mit diesem Holz arbeite bin ich ein uneingeschränkter Fan dieser
    Holzart. Ergänzend zur Weymouth- sei die Zirbelkiefer genannt, die fast die gleichen Eigenschaften hat. Leider ist die Beschaffung beider Hölzer nicht ganz einfach !!
    Vielleicht hat einer der Forumsmitglieder zur Beschaffung einen Hinweis/Tip.
    Gerade für Anfänger sind diese beiden Hölzer eine gute Alternative zu Lindenholz.
    Zudem offenbaren diese Holzarten mit Klarlack beschichtet einen warmen honigfarbenen Ton.
    In Österreich wird im Innenausbau die Zirbenstube von den Schreinern angeboten.
    Gemütlichkeit fürs Leben, hinsetzen und wohlfühlen.

    Im Anhang einige Bilder von Arbeiten in meinem Haus mit der Holzart Weymouth-Kiefer.

    Hallo Rainer, :)

    hast Du das Holz mittlerweile mal probiert, wenn ja, gib doch im Forum mal Deine Bewertung bekannt. Sicherlich eine nützliche Orientierung für die Forumsmitglieder, besonders für die Anfänger.

    mit Gruß
    Zillertaler

    Kopfteilverblendung Küche/Esszimmer-Motiv " Brot + Wein "











    Wohnzimmerbalken mit Wandaufdoppelung/Konsole:




    Fernsehschrank:


    Wissen ist Macht - Nichtswissen ist Ohnmacht - Nichtstun macht träge und krank <3

  • Lieben Dank für eure Hinweise und Tipps zu den Holzarten. Die Weymouth-Kiefer hat wirklich einen wunderschönen Farbton und die Maserung gefällt mir auch sehr gut. Da es in meiner Gegend schon schwierig ist, Lindenholz zu bekommen (wir haben hier irgendwie nur Baumärkte und die kann man in der Hinsicht nicht gebrauchen).


    Ich werde mir dennoch die Holzsorten merken und auch die Idee mit der Farblehre umsetzen, sobald ich das nächste mal Lindeholz und damit dann auch ein entsprechendes Brett bestelle.


    Danke, Rainer, für das schöne Kompliment :)


    Viele Grüße
    Sandra

  • Hallo Sandra, Hallo Otti !
    Ich habe mit dem Holz gearbeitet. Es ist sehr leicht, da schnell gewachsen. Es läßt sich sehr leicht schnitzen und das Messer geht durch, wie durch Butter. Aber wehe, man stellt zu spät fest, daß das Messer nicht mehr 100%ig
    scharf ist und muß 90° gegen die Faser stechen. Das Holz ist so weich, daß die Faser denn gleich gequwetscht wird. Dann mußt Du improvisieren. Ist gewöhnugsbedürftig, aber wenn man den Bogen raus hat, kann man sehr gut damit arbeiten. Wenn man eine glatte Fläche beschnitzen will, dann sind die langen Fasern ein Problemchen.
    Otti, wie krigt man das sauber hin?
    Es grüßt Euch Rainer

    Nimm das Leben nicht zu ernst, es dauert ja nicht ewig !

  • Hallo Rainer,
    ich habe mit diesem Holz keinerlei Probleme da ich damit seit über 30 JAHRE zugange bin. Alles nur Gewohnheits - und Erfahrungssache. Glatte Flächen beschnitze ich meist quer zur Faser, Bedingung ist
    ein scharfes Eisen wie immer wieder von Jakob proklamiert. Der hat mir übrigens selbst als alten Hasen


    mal wieder aufs Pferd geholfen.


    Interessant an unserem Hobby sind ja die verschiedenen Holzarten und Schnitz-Techniken.

    Jeder Tag - jede Arbeit - jedes Thema - bringt uns ein Stück weiter, dass wir unter dem Begriff Erfahrung abhaken dürfen.



    Gruß Otti

    Wissen ist Macht - Nichtswissen ist Ohnmacht - Nichtstun macht träge und krank <3

  • Hallo Sandra


    Such mal im Internet nach Holzhandlungen bzw. Holzgroßhandlung in deiner Nähe. Ich kauf auf diese Art immer gleich einen ganzen Pfosten und schneide ihn mir dann zu. Solche Firmen haben ein große Auswahl an verschiedensten Hölzern. Weiters kannst du bei kleineren Tischlereien nachfragen. Die haben oft Reststücke, welche man um wenig Geld bzw. sogar geschenkt bekommt, wenn man nur freundlich fragt.


    LG Günter

  • hallo Sandra,


    ich möchte dich etwas näher aufklären was die Die Schnitzhölzer in Deutschland betrifft. Grundsätzlich ist das Holz der Linde das Holz, was für einen Schnitzanfänger am besten geeignet ist.


    Es ist aber was die Maserung betrifft, dass langweiligste Schnitzholz überhaupt.


    Ich schnitze ja jetzt auch schon ein Paar Jahre, und bin immer noch auf der Suche nach "schnitzbaren" Hölzern, die auch eine schöne Maserung haben.


    Die wachsen auch bei uns! Aaaaber, das sind alles "Harthölzer". Nicht nur das sie sehr hart sind, sondern sie splittern auch wenn man sie schnitzt! So haben fast alle Obstbaum Hölzer eine schönere Maserung als die Linde. Diese Hölzer stellen auch größere Ansprüche an dein Schnitzwerkzeug. So schnitzt man diese Hölzer, mit einem steileren Schneidwinkel der Schnitzeisen. Wenn Du nun Schnitzeisen mit einem Schneidwinkel von ca. 23 Grad hast, müsstest Du deine Schnitzeisen für diese Harthölzer alle umschleifen. In den einschlägigen Holzlexika (findest Du auch im Internet) werden viele, auch heimische Harthölzer als gut schnitzbar beschrieben. Das stimmt aber meist so nicht. Das "gut schnitzbar" bezieht sich auf die Härte des Holzes. Wenn es gerade nicht so hart ist wie die Hainbuche (unsere härtestes heimische Holz) gilt es schon als gut schnitzbar. Darauf kommt es bei einem Schnitzholz aber nicht "nur" an. Ein Schnitzholz, sollte langsam gewachsen sein, so das die Markstrahlen gut verholzt sind. Es sollte enge Jahresringe haben. Es sollte feinporig sein. Es sollte ein kompacktes Holz sein bei dem man die Feinsten Formen ausschnitzen kann. Viele Schnitzhölzer die als gut bezeichnet werden sind regelrecht in Schichten aufgebaut. Wenn man sie schnitz, lösen sich die Schichten voneinander. Die Feinheiten beim Schnitzen brechen weg.


    Auch die Schnitztechnik ist eine andere als bei der Linde. So muss man bei diesen Hölzern meist "jeden" Schnitt mit einem Gegenschnitt beenden. Sonst brechen dir dicke Splitter aus dem Holz.


    Sicherlich hast du an Bäumen schon solche dicken runden Verwachsungen gesehen. Meist am Stamm. Das sind Krebsgeschwüre am Baum. Man nennt sie "Maserknollen". Dort drinnen stecken die schönsten, ausgeprägtesten Maserungen die ein Baum haben kann. Die bekommst Du im Holzhandel, aber nicht bei einem allerweltsholzhandel, der mit Bauholz handelt.


    Also fassen wir zusammen: Das Holz soll nicht so hart sein, es soll nicht splittern und es soll eine schöne Maserung haben. Das schränkt die verfügbaren (heimischen) Hölzer sehr stark ein.


    Die Drechsler habe es da wesentlich einfacher. Für die stehen Hölzer in Hülle und Fülle zur Verfügung. Auf der Drechselbank kann man auch die härtesten Hölzer bearbeiten. Für die gibt es Hölzer mit den atemberaubensten Maserungen.


    Ich habe selbst lange Zeit gedrechselt und nenne dir jetzt mal ein Paar Hölzer, wenn Du deren Maserungen siehst bleibt dir die Spucke weg. Schlangenholz (sehr teuer) wenn es bearbeitet ist, sieht es aus als wäre es Mamor. Rosenholz (duftet intensiv nach Rosen), durchzogen mit weißen und roten Linien. Königsholz, bläulich violette Maserung (duftet intensiv nach Veilchen). Zebrano, schwarz graue Maserung. Bocote, durchzogen mit dunkelbraunen Linien. Cocobolo, Maserung von gelb bist Dunkelrot. Da ware jetzt nur einige Hölzer die ich gedrechselt habe. Die Hölzer mit den schönsten Maserungen, stammen "ausschließlich" aus Übersee. Afrika, Asien, Südamerika.


    Als ich dann das Drechseln aufgegeben hatte (wurde mir mit der Zeit zu teuer, wegen diesen Hölzern), habe ich dummer weise alle Hölzer die ich noch hatte, mit der Drechselbank verkauft. Ein Fehler den ich jetzt bitter bereue. Jetzt als Schnitzer hätte ich testen können welche dieser Hölzer auch gut schnitzbar gewesen wären.


    Als ich mit dem Schnitzen begann, dachte ich, es wirt kein Problem sein, jemanden zu finden, der dir sagen kann, welche Hölzer mit schönen Maserungen auch gut schnitzbar sind. Pustekuchen, konnte bisher niemand. Auch nicht die Spezialholzhändler die sich auf besondere Hölzer spezialisiert haben.


    Das hat einen Grund. In Deutschland ist das Drechseln wesentlich verbreiteter als das Schnitzen. Also wissen die Spezialhändler auch nur um die Drechseleigenschaften ihrer Hölzer, da diese nachgefragt werden.


    Wenn Du aber unbedingt außergewöhnliche "schnitzbare" Hölzer haben möchtest, bleibt dir nix anderes übrig als selbst die Holzarten auf schnitzbarkeit zu testen. Ich glaube auch nicht, dass dir ein Profischnitzer da weiterhelfen könnte. Wenn Du einen findest sage mir bitte bescheid! Du siehst es ja selbst, selbst hier in dem Forum für "Schnitzer" kann dir da niemand weiterhelfen.


    Man müsste Kontakt mit Schnitzern Weltweit haben. Nur die könnten einem sagen, schnitzbar oder weniger schnitzbar. Ansonsten bleibt dir nix anders übrig als selbst zu testen.


    Hier nun eine Adresse wo Du meines Wissens nach die größte Auswahl an einheimischen und Überseehölzern in Deutschland hast. Er hat sich spezialisiert auf den Handel mit Hobby-Holzwerkern. Die Firma hat ihren Sitz in Hamburg und ist Importeur sämtlicher Überseehölzer die nicht einem Einfuhrverbot unterleigen. Was er nicht vorrätig hat, wird er dir besorgen.


    Die Internet-Adresse lautet: http://www.cropp-timber.com


    Ich selbst habe bisher ein schnitzbares Holz mit sehr schöner Maserung gefunden. Es stammt aus Kanada und nennt sich "canadian red cedar.



    Gruß
    Jakob

  • Hallo Jakob,


    vielen lieben Dank für deine ausführliche Beschreibung. Die von dir genannten Hölzer sind wirklich wunderschön. Wenn ich mit dem Schnitzen etwas Erfahrung sammeln konnte, werde ich versuchen, Cocobolo, Königs- oder Rosenholz zu finden und ggf. zu schnitzen. Diese drei haben es mir wirklich angetan... Aber bis dahin brauche ich noch sehr viel Übung ;)


    Wenn mir mal ein Profischnitzer über den Weg läuft, der mir etwas zur Schnitzbarkeit solcher Hölzer sagen kann, werde ich es dich wissen lassen.


    Liebe Grüße
    Sandra