Mutter und Kind

  • Die Skulptur aus Linde ist mit Sockel 33cm hoch und mein bisher anspruchsvollstes Projekt (vor 1 Jahr) gewesen, zumal ich zuvor noch keine Erfahrungen mit dem Schnitzen von menschlichen Figuren hatte. Dementsprechend umfangreich war die Vorarbeit: Studium der unterschiedlichen Körperproportionen von Frau und Kleinkind, "natürliche" Körperhaltung (Kopf, Arme, Rücken) beim Hochhalten des Kindes, Vorgehen beim Schnitzen wegen Bruchgefahr der Arme usw. Schwierig waren die verdammt kleinen und nur seitlich zugänglichen Gesichter.

  • Hallo Seehaas !
    Auch hier sieht man wieder die Liebe zum Detail. Die Körperhatung und der Schwung, alles ist perfekt. Wieder eine
    Sache, die man sich gerne etwas länger betrachtet, weil - sie wirkt lebendig und ist nicht langweilig. Hut ab,
    ich weis nicht, ob ich das so hingekrigt hätte.
    LG Rainer

    Nimm das Leben nicht zu ernst, es dauert ja nicht ewig !

  • Hallo Seehaas,


    " Chapeau für Dein Werk ", die Schwierigkeit, wie Du selbst schon bemerkt hast, sind die eng gegenüberliegenden Gesichter. Toll gelöst !!!
    Mach so weiter.
    Gruß vom
    Zillertaler

    Wissen ist Macht - Nichtswissen ist Ohnmacht - Nichtstun macht träge und krank <3

  • Danke für die anerkennenden Rückmeldungen.
    @Berkow : Ein Foto "von vorne" habe ich nicht, aber auf dem nachstehenden Bild kannst Du das Gesicht der Mutter besser erkennen. Die Augenlieder sind mir etwas zu vorspringend, doch habe ich Angst, dass bei weiterer Bearbeitung der winzigen Partie (wie oben beschrieben nur von der Seite möglich) wieder Holz wegsplittert. Bedenke, der Abstand Kinn - Nasenspitze beträgt nur 1,5 cm! Somit hatte ich mich mit dem guten Profil zufrieden gegeben.
    Wenn Ihr Ideen habt, wie sich die Augenpartie verbessern ließe, lasst es mich wissen.


    Grüße von Seehaas

  • Hallo Seehaas,
    mir geht es nicht darum an deinem Werk herumzukritteln. Ich kann von der Seite auch nichts erkennen, was noch schöner gemacht werden kann. Für mich ist es nur von Interesse, wie du es bewältigst hast. Der Gesamteindruck ist für mich maßgebend. Ich selbst bin am experimentieren ein Gesicht auf 6mm hin zu bekommen. Das geht nicht mit allen Einzelheiten. Aber ich weiß, wie schwierig es ist, überhaupt ein Gesicht mit gut ausgebildeten Augenpartien hinzubekommen.


    Gruß
    Berkow

  • Je kleiner das zu schnitzende Gesicht, desto eher zeigen Werkzeuggröße und Holzfasern die Grenzen der Miniaturisierung auf. Also müssen wir uns auf wesentliche Ausdruckselemente und Grundformen beschränken. Bei einem ganze 6mm hohen Gesicht sehe ich hinsichtlich der Augenpartie nur die Möglichkeit, die Augenhöhlen anzudeuten. Als Werkzeug würde ich den kleinsten für einen Dremel (o.ä.) verfügbaren Fräser (1mm) mit Spitze wählen, Schnitzbeitel scheiden bei der Größe ja aus.
    Bei meinem Objekt (Mutter) habe ich die Augen und die angedeuteten Nasenlöcher mit solch einem Fräser an der Biegewelle nachbearbeitet. Doch auch dabei war die Figur des Kindes oft "im Weg".


    Viele Grüße von Seehaas

  • Hallo Ihr Beiden !
    Ich mache es auch so. Dort wo ich mit dem Eisen oder Messer nicht hinkomme, dort kommt der Fräser zum Einsatz, und zwar sehr vorsichtig. Nur das Ergebnis zählt.
    LG Rainer

    Nimm das Leben nicht zu ernst, es dauert ja nicht ewig !