Lindenholzbeschaffung

  • Hallo Kollegen,


    wer sich mit Holz beschäftigt, sei es beruflich oder hobbymäßig, der wird wissen, dass Holz ein begehrter Rohstoff ist. Entsprechend sind auch die Preise für Schnittholz. Um jetzt mal bei dem wichtigste Holz für uns Schnitzer, der Linde, zu bleiben, zahlt man z. B. für einen Kubikmeter dieses Holzes, locker 800 Euro.


    Eigentlich ist Lindenholz für die Holzverarbeitende Industrie kaum von Bedeutung. Hier und da wird mal daraus ein Kinderspielzeug gefertigt, oder auch selten mal ein kleines Möbelstück, Hauptsächlich wird es aber im Kunsthandwerk benutzt. Das Lindenholz taugt auch nicht zum Brennholz, der Brennwert ist zu gering.


    Ich verstehe also nicht so richtig weshalb es doch so teuer ist.


    Um Preisgünstiger an Lindenholz zu kommen, hab ich mir dann etwas überlegt.


    Wo es Mischwälder gibt, wächst auch die Linde. Wo es Wälder gibt, gibt es auch "Staatliche Forsten". Wo es Staatliche Forsten gibt, gibt es auch ein Forstamt. Also, so war meine Überlegung, fragste da mal nach, ob die eine Möglichkeit sehen, preisgünstig an Lindenholz zu kommen.


    Ich bin dann also hin, direkt zum Forstamtsleiter, und brachte mein Anliegen vor.


    Wir haben uns dann auch eine Weile über mein Hobby dem Schnitzen unterhalten. Dann sagte er, ja er hätte Linde, vor ein Paar Wochen gefällt. Ich fragte ihn dann was das Holz kosten würde. Zu meinem größten Erstaunen sagte er: "Nichts kostet es"


    Ungläubig habe ich ihn dann gefragt, weshalb das so wäre. Er sagte dann: Keiner wolle Lindenholz haben, auch nicht als Brennholz. So wäre es für ihn, bez. dem Staat zu teuer, das Holz, da es da nicht leigenbleiben könne, zu entsorgen.


    Er gab mir dann die GPS-Daten unter denen ich es im Wald finden konnte. Ich habe mir dann eine Motor-Kettensäge ausgeliehen, und bin mit meinem Sohn hingefahren.


    Da lagen sie nun, die schönste Lindenstämme. Drei Stück jeder ca. 4m lang mit jeweils einem Durchmesser von 50-55 cm .


    Was wir dann mit zwei Fahrten abtransportieren konnten habe wir mitgenommen. Mehr ging leider nicht, aus Platzgründen in meinem Holzlager daheim.


    Noch was zum Abschluss,: Der Forstamtsleiter sagte mir das die meisten Menschen nicht wissen, dass es Forstämter gibt, und das man da auch nach Holz nachfragen kann. Das wollte ich ihm nicht glauben. Er wird es aber wissen müssen, mir bleibt es aber ein Rätsel.


    Also mein Tipp für die Lindenholzbeschaffung. Geht zu euren Forstämtern fragt dort nach. Zu eurem Schaden wird es mit Sicherheit nicht sein.

  • Hallo Jakob !

    Das ist eine super-Idee. Leider muß das Holz aber noch einige Jährchen trocknen. Bis ich es verarbeiten kann, haben mich sicherlich die Würmer gefressen oder ich gehe mit dem Vogelbauer zum Milchmann. Für junge Leute aber sicher empfehlenswert.

    Es grüßt Dich Rainer;)

    Nimm das Leben nicht zu ernst, es dauert ja nicht ewig !

  • Hallo Rainer,


    entschuldige bitte Rainer, aber da muss ich dir wehement widersprechen. Es ist jetzt ca. fünf bis sechs Jahre her, dass ich das Holz bekommen habe. Ich habe es höchstens 1 1/2 Jahre trocknen lassen bevor ich es geschnitzt habe. Weder das Holz das ich zuerst geschnitzt habe noch das Holz welches jetzt davon noch bei mir lagert ist nennenswert gerissen. Das geschnitzte Holz reißt gar nicht mehr! Wenn Du es nach dem Einschlagen aufschneidest wird es an den Stirnflächen höchstens 2-3 cm einreißen.


    Auch dieser günstige Umstand macht es so beliebt bei uns Schnitzern. Du bist Baujahr 1954 (stimmt doch, oder?), also das wird sich auch noch für dich lohnen;)

  • Es ist nicht so einfach, günstig, an kleine Mengen Holz zu kommen. Linde geht noch, aber Hölzer mit ausgefallener Farbe oder Maserung, da wird es schwierig.

    Ich habe leider, wie so viele, nicht die Möglichkeit, einen Stamm aufzutrennen und zu lagern.

    Viele Grüße

    Wolfgang

  • Ich verstehe also nicht so richtig weshalb es doch so teuer ist.

    Weil das Holz im Sägewerk erstmal aufgeschnitten sortiert und (so bei unseren Lieferanten) Kammergetrocknet wird.

    Diese "Arbeit" zahlst du. Zudem darfst du den Transport zum Sägewerk nicht vergessen - kostet auch Geld.

  • Hallo Jacob,

    du sprichst mit dem Holz einen wunden Punkt an. Natürlich nimmt in der Marktwirtschaft jeder, was er bekommen kann.

    Beim Hobbyversand wird der m³ Holz mit 2380 € angegeben. Das ist das dreifache von dem , was du bezahlt hast. Selbst wenn noch Transport und Trocknung mit einberechnet wird, ist noch immer genug Profit vorhanden. Wenn Thomas sich die Mühe machen würde das Holz selbst aus dem Wald zu holen. Es selbst zu lagern und zu trocknen, könnte er viel bessere Preise anbieten und einen schwunghaften Handel betreiben. Das ist jedoch Aufwand. Sein Kerngeschäft ist jedoch zu kaufen und zu verkaufen. Damit muss er die Preise am Markt akzeptieren und diese mit einem Aufschlag weitergeben. So ist das halt mit dem Holz und mit allen anderen Produkten.


    Gruß

    Berkow

  • Zitat von Hobby-Versand-Spangler

    Weil das Holz im Sägewerk erstmal aufgeschnitten sortiert und (so bei unseren Lieferanten) Kammergetrocknet wird.

    Diese "Arbeit" zahlst du. Zudem darfst du den Transport zum Sägewerk nicht vergessen - kostet auch Geld.

    Das ist der Preis des Sägewerks. Da kaufe also ich ein.


    Zitat von Berkow

    Beim Hobbyversand wird der m³ Holz mit 2380 € angegeben. Das ist das dreifache von dem , was du bezahlt hast


    Wenn ich also beim Sägewerk einkaufe kommt der Transport zu mir, Lagerung und Finanzierung dazu (es ist ja nicht nur ein Stamm).
    Schnitzer wollen Holz ohne Ast, ohne Risse, ohne Verfärbungen. Das muss als "Abfall" weggeschnitten werden. Dieser nicht unerhebliche Verschnitt muss als Verlust eingerechnet werden - was auch Otti sicher kennt.

    Dann biete ich das Holz auf Wunschmaß an.
    Ich gehe also in die Werkstatt, nimm die rohe Bohle in die Hand und schneide, hoble und leime auf das gewünschte Maß.
    Diese Arbeitszeit muss ebenfalls ins Holz berechnet werden.

    Ja, ich arbeite nicht umsonst - Zeit ist Geld und ein Handwerkerlohn muss bezahlt werden.


    Zudem sollte nicht außer acht gelassen werden, dass der deutsche Staat das meiste daran verdient!
    Denn der Preis enthält aktuell 19% Umsatzsteuer + zusätzlich bekommt der Staat am Ende 15-46% an Einkommenssteuer!


    Das "teure" am Holz ist also nicht das Holz ... sondern der ganze AUFWAND, also die Unkosten die entstehen bis das Holz gebrauchsfertig auf der Schnitzbank liegt.

  • Hallo Thomas,

    Du hast mit Deiner Darstellung den Nagel auf den Kopf getroffen.

    Die Variante " Geiz ist Geil " funktioniert nicht in allen Bereichen.

    Gruss Otti

    Wissen ist Macht - Nichtswissen ist Ohnmacht - Nichtstun macht träge und krank <3

  • Hallo Kollegen,


    fest steht, wer viel Schnitzt, und sein Holz dazu häppchensweise im Internethandel kaufen "muss", kann schnell dabei arm werden. Ich spreche auch nicht von gehobeltem abgerichtetem und "verleimten" Holz.


    Allgemein sind die Holzpreise stark gestiegen, kauft euch nur mal Fichtenbauholz im Baumarkt, Fichtenholz das schnell nachwächst und somit in rauhen Mengen zur Verfügung steht, die Preise dafür sind lachhaft.


    Ich müsste ja mit dem Klammersack gepudert sein, wenn ich solch ein Geschenk wie die Lindenholzstämme hätte liegen lassen, und mir stattdessen Linde im Internetshop gekauft hätte.


    Das hat auch nix mit Geiz zu tun (eine dumme und deplazierte Aussage), ich nenne das gesunden Menschenverstand.


    Natürlich gibt es auch Schnitzer die nicht die Möglichkeit haben, Lindenstämme aus dem Wald zu holen und zu lagern. An die war meine Alternative auch nicht gerichtet, sondern an Kollegen die es können.

  • Natürlich gibt es auch Schnitzer die nicht die Möglichkeit haben, Lindenstämme aus dem Wald zu holen und zu lagern. An die war meine Alternative auch nicht gerichtet, sondern an Kollegen die es können.

    Und deshalb müssen BEIDE Seiten beleuchtet werden - weil ALLE mitlesen ;)

  • Hallo Jakob !

    Das ist individuel verschieden. Jeder wie es ihm beigebracht worden ist. Mein Vater war Möbel-und Bautischler. Er hat mich gelehrt, daß Schnitzholz 5-7 Jahre ablagern muß. Mit

    Kesseltrocknug kannst Du die Zeit etwas verkürzen. Warscheinlich hat da jeder seine eigenen Erfahrungen weitergegeben. Ich kenne es nicht anders.

    LG. Rainer

    Nimm das Leben nicht zu ernst, es dauert ja nicht ewig !

  • Hallo Rainer,


    ja stimmt das wird so behauptet. Man sagt auch, pro ein cm Holzstärke, ein Jahr Trocknungszeit. Es wird vieles Behauptet und gesagt, in der Realität sieht es dann oft ganz anders aus.


    Mit Lindenholz habe ich jedenfalls die Erfahrung gemacht, so wie ich sie geschildert habe.


    Übrigens, mein Vater war auch Schreiner.

  • Hallo


    Ich kaufe mir vom Holzhändler lediglich Pfosten und schneide sie mir selbst zurecht.

    Da hält sich der Preis auch in Grenzen. Wie schon geschrieben, habe ich aber auch mehr Abfall.

    Das wird für viele sicher nicht möglich sein und so muß man froh sein, dass es Thomas gibt, der

    tadellose Ware liefert und man gleich voll Freude losschnitzen kann.


    LG Günter

  • Hallo Günter,


    was sind das für Holzpfosten? Welches Holz ist es?


    P.S.

    was ich schon immer mal fragen wollte: Gibt es in Österreich, also auf Internetseiten mit der Endung "at" keine Foren für Schnitzer? Hier in diesem Forum haben wir einige Österreicher. Auch Mitglieder aus der Schweiz haben wir hier. Das wundert mich ebenfalls.


    Ich dachte immer, in Österreich und in der Schweiz gäbe es wesentlich mehr Schnitzer als in Deutschland, entsprechend auch mehr Internetforen.

  • Gibt es in Österreich, also auf Internetseiten mit der Endung "at" keine Foren für Schnitzer? Hier in diesem Forum haben wir einige Österreicher. Auch Mitglieder aus der Schweiz haben wir hier. Das wundert mich ebenfalls.

    Ich kenne aktuell noch keines.

    Dazu muss sich halt erstmal ein Individualist finden er das Forum "baut" und die Kosten dafür trägt.

    Ein Forum macht ständig arbeit und kostet ständig Geld.

    Ich finde es hervorragend wenn unsere Nachbarn auch mit dabei sind, denn je nach Region gibt es oft andere Schnitzthemen .. und das macht es Interessant und Abwechslungsreich.

    In der Wirtschaftswelt spricht man auch von der "DACH"-Region (Deutschland/Österreich/Schweiz)... Das gehört zusammen:thumbup:<3

  • Hallo Jakob


    Bei den Pfosten (in Deutschland sagt man glaube ich Bohlen) handelt es sich um aufgeschittene Bäume in den Stärken 25, 50 oder 80 mm.

    Es gibt dabei die unterschiedlichsten Holzarten. Für`s Schnitzen nehme ich Lindenholz. Für`s Drechseln Buche, Eiche, Esche und div. sonstige.

    Ich habe noch kein öst. Schnitzer-Forum entdeckt. Offensichtlich ist es tatsächlich so wie Thomas geschrieben hat.

    Ich fühle mich aber auch hier sehr wohl.



    LG Günter