Haselnussholz

  • Hallo Schnitzfreunde,

    es ist Herbst und im Garten beginnt das große Aufräumen. Dabei ist mir ein etwa 5 cm starker Haselnußstamm unter die Säge gekommen. Das Holz erschien mir interessant und meine Neugierde fragte mich, ob man daraus etwas schnitzen kann.

    Es ist ähnlich der Buche, erscheint mir aber etwas geschmeidiger unter dem Messer zu sein. Kurzfaserig, fest und glänzende Schnittfläche.

    Was sagen Eure Erfahrungen hinsichtlich der Schnitzbarkeit und den Erfolgsaussichten.

    Welche Anwendungen gab es eigentlich im Tischler- und Stellmachergewerbe für Haselnußholz?


    Bin gespannt auf Eure Antworten.


    Grüße

    Lukas

  • Haselnussholz lässt sich wunderbar verarbeiten.

    Je nach Lage des Werkstücks im Holz gibt es schöne Maserungen.

    Lässt sich meier Meinung nach wesentlich einfacher bearbeiten als Buche.

    Ich weiss, dass früher aus Haselästen Werkzeuggriffe (Hämmer in der Schmiede) und Wanderstecken draus gemacht wurden.

    Auch im Bogenbau als einfach zu beschaffendes Anfängerholz zu verwenden.

    Ich habe mir auch schon Tischbeine für einen rustikalen Tisch draus gemacht.

    Nicjt vollständig entrindet sondern noch Bastreste drauf gelassen und dann geölt.

    Sieht urig aus.

  • Hallo Lukas,

    im Tischlerberuf hat die Haselnuß keine Rolle gespielt. Beim Stellmacher kann ich mir den Einsatz für eine Wagendeichsel Vorstellen.

    Der Einsatz beim Korbmacher ist ebenfalls nicht ausgeschlossen.

    mit Gruß vom

    Zillertaler

    Wissen ist Macht - Nichtswissen ist Ohnmacht - Nichtstun macht träge und krank <3

  • Hallo Schnitzfreunde,

    vielen Dank für Eure Antworten. Offensichtlich habt Ihr alles Wesentliche damit gesagt, was es zu diesem Thema zu sagen gibt.

    Ich habe da mal im Internet nachgeschaut und bei wikipedia eine interessante Seite gefunden.

    Im Fazit ist das Holz der Hasel gut verwendbar, aber für den Schnitzer nicht der "Brüller", wie man so sagt.

    Trotzdem werde ich dieses Holz sammeln und bei Gelegenheit etwas daraus machen.


    Bis bald!

    Lukas

  • Hallo Lukas !

    Bis auf einige wenige Hölzer wie zB. Eisenholz oder Genadil ist jedes Holz schnitzbar. Man sollte nur eine entsprechende Trockenzeit ( in der Regel 5-7 Jahre ) einhalten. In den letzten Jahren habe ich aber gelernt, daß es auch Grünholzschnitzerei gibt. Das kann man zu Übungszwecken machen oder wenn es nicht so darauf ankommt, wenn das Holz dann Trockenrisse bekommt. Ich selbst habe schon mit den verschiedensten Hölzern experimentiert. Darunter waren auch Harthölzer, wie Ebenholz, Eiche, Pflaume und so weiter. Diese Hölzer benötigen natürlich einen höheren Kraftaufwand beim Schnitzen und die Werkzeuge muß man öfter schärfen. Der Lohn dafür ist aber eine schöne Maserung und glänzende Schnitte. Das einzige Holz, was ich Dir nicht empfehlen kann, ist Pappel. Da wirst Du mit dem Schärfen nicht fertig, denn nach wenigen Schnitten ist das Eisen wieder stumpf. Du kannst ruhig alles ausprobieren und je mehr lernst Du darüber.

    LG Rainer

    Nimm das Leben nicht zu ernst, es dauert ja nicht ewig !