Essigbaum - meine Erfahrungen

  • Hallo Schnitzfreunde,

    ich möchte das Thema „Essigbaum“ wieder aufwärmen.

    Eure Beiträge aus der Vergangenheit hatten mich neugierig gemacht.

    Vor einiger Zeit hatte ich das Glück, dass jemand mir von seinem Brennholz verwendbare Stücke Essigbaum überlassen hat.

    Sehr frisch. So habe ich es lange Zeit luftig und trocken gelagert.

    Nun war es soweit und ich habe mich mit Spannung an die Sache herangetraut.

    Nach dem Entfernen der Rinde musste ich feststellen, dass ich nicht der Erste mit Interesse an dem Holz war. Der Widder- oder Wespenbock hatte sich in den besten Stücken schon einmal häuslich eingerichtet gehabt.

    Das hat mich aber nicht dran gehindert meine Versuche starten.

    Meine ersten Ergebnisse zeigen die Bilder.



    Nun, die Holzart bietet eine tolle Maserung. Da möchte man nur Objekte mit glatten Flächen bearbeiten wollen.

    Aber die Holzqualität kann mich nicht begeistern. Die hellen Jahresringe sind fest und feinfaserig. Sie lassen sich gut bearbeiten. Die dunklen dagegen sind grob, locker strukturiert und brechen schnell aus. Feine Konturen lassen sich schwierig realisieren.

    Nun, vielleicht lag es auch an der Qualität meines Holzstücks, und dass es zum ungünstigen Zeitpunkt geschlagen worden war. Das Holz stand gut im Saft und war sehr feucht.

    Das Holz hatte auch ein ausgeprägtes Mark im Kern. Dieses brach natürlich beim Schnitzen aus und es bedurfte einer korrigierenden Nachbehandlung (Holzkitt und Farbstifte).


    Soweit meine ersten Erfahrungen.

    Trotz allem werde ich diese Holzart nicht aus den Auge lassen und weiter nach verwertbaren Stücken Ausschau halten.


    Freundliche Grüße von

    Lukas

  • Hallo Rainer,

    vielen Dank für die Bilder Deiner Schale aus einem Essigbaum. Es ist eine sehr gute Arbeit.

    Schon die Ornamente sind gut gelungen und mit viel Sorgfalt ausgearbeitet.

    Interessant finde ich, wie Du mit der Anordnung der Muster dem Mark im Stammkern aus dem Wege gegangen bist. Ich musste ihm mit Holzkitt und Farbstiften zu Leibe rücken. War keine gut Lösung.

    Außerdem finde ich die Lösung mit den Füßen zur Realisierung der Standfestigkeit gut gelöst, denn die Stämme sind selten so groß, dass man eine vernünftige Auflagefläche hin bekommt.

    Ein weiteres Detail habe ich mir bei der Sonnenblume noch abgeguckt. Den Samenkörper hast Du durch Linien mit einem Rombenmuster dargestellt. Das werde ich auch einmal probieren. Bei meinen geschnitzten Sonnenblumen hatte ich diese Flächen immer mit einem Punktiereisen bearbeitet. Mit meinen Ergebnissen war ich bisher nicht so recht zufrieden.


    Danke für die Anregungen.

    Grüße

    Lukas

  • Hallo Lukasa, Brian und Martin.

    Wie schon gesagt ist es Essigbaum, den ich vor vielen Jahren selber gepflanzt hatte. Da es ein weibl. Baum warbekam er nicht diese roten Kerzen, sondern grüne Blütenstände und Wurzeln und Samen sorgten für ständig neue Triebe, denen ich nicht mehr Herr wurde. Also weg mit dem Ding.

    Nach 6 Jahren Trocknung hatte der Stamm viele Risse bekommen, doch die Maserung war super und zu schade zum verbrennen. Ich entfernte das weiche Mark und integrierte die Risse in die Schnitzerei. Ich habe einfach verschiedene Blüten im Garten fotographiert und auf dem Holz untergebracht. Das Ergebnis sieht man.

    The finish ist : geölt und gewachst, fertig.

    Es grüßt Euch Rainer

    Nimm das Leben nicht zu ernst, es dauert ja nicht ewig !

  • Hallo Lukas, auch die Sonnenblume schnitze ich jetzt etwas anders. Wenn man sie nicht ganz ausgereift darstellt, dann wirkt sie besser.

    Nimm das Leben nicht zu ernst, es dauert ja nicht ewig !

  • Hallo Rainer

    Den Vorrednern muss ich nichts hinzufügen. Ich hätte die Innenschale glatt gelassen und nur der Musterung des Holzes den Vorzug gegeben. Die Wirkung wäre meines Erachtens stärker. Schließlich ist es eine Schale. Weniger ist manchmal mehr. Sorry.

    Grüße

    Berkow

  • Ja, das ist richtig und beim nächsten Mal würde ich es genau so machen. Aber genau aus diesem Grund habe ich auch die Schnitzerei im Innern sehr Flach gehalten und große Blätter mit eingebracht um der Maserung Raum zu geben. Da sich beim Gebrauch der Schale jedoch auch Staub ansammelt,

    wäre eine glatte Oberfläche auch besser zu reinigen.

    LG Rainer

    Nimm das Leben nicht zu ernst, es dauert ja nicht ewig !

  • Hallo,

    noch ein kleiner Nachtrag zum Essigbaum.

    Was man damit macht, wird wesentlich durch die Abmaße des Holzabschnittes bestimmt. Ich könnte mir eine Skulptur gut vorstellen, bei der die Maserung ausgenutzt wird. Es muß ja nicht gleich ein Zebra sein.

    Aber wer hat schon das Glück solch ein Holzstück zu bekommen.

    Es gibt noch weitere Möglichkeiten das Holz in Szene zu setzen. Zum Beispiel schimmert unter UV-Licht das Holz in grün und gelben Farbtönen. Bestimmt kann man mit entsprechenden Chemikalien noch andere Farbnuancen erzeugen, z.B. rot oder rosa.

    Da hab ich leider in der Schule nicht aufgepasst.

    Zu dem Thema der Sonnenblume füge ich ein Bild an. Wie gesagt, ich habe durch punktieren versucht die Mitte zu gestalten. Es ist eben eine junge Sonnenblume (Ausrede).


    Schöne Grüße

    Lukas