Beiträge von Hobby-Versand

    Willkommen Dirhal

    Ich vermute als erstes musst die die alten Schnitzmesser wieder auf Vordermann bringen (also schleifen und polieren).

    Wenn das geschafft ist steht dir eigentlich nichts mehr im Wege und du kannst direkt loslegen ;D


    Viele Grüße
    Spangler Thomas

    Hallo Forumsgemeinde

    Hier möchte ich meine eigene verwendete Schleifmethode gerne vorstellen.

    Ich selbst schleife die Schnitzwerkzeuge mit den Doppelschleifern bzw. mit der Bestückung exakt so wie man diese bei mir auch kaufen kann.
    http://www.schnitzerbedarf.de/shop/werkzeuge…inen/index.html

    Viele meinen immer ich hätte irgendwelche Wundermaschinen die mir mein Leben erleichtern – dem ist aber (leider :'() nicht so.
    Ich benutze demnach ZWEI Doppelschleifer (also unser Profi-System).
    1. Ein Standardausführung auf dem ein grober 46-Korn Korundstein für Reparaturen ist sowie unsere feine 80er-Korn Keramikschleifscheibe für die „normalen“ Anschliffe.
    2. Auf dem zweiten Schleifer befindet sich die Elastik-Feinschleifscheibe (für das reine Nachschärfen) und natürlich unsere Schwabbelscheibe zum Abziehen. Bei diesem wurde natürlich die Drehrichtung verändert, sodass sie nach hinten (also vom Körper weg) dreht.
    3. Zu guter letzt ist auch noch eine alte Maschine in meinem Schleifplatz auf dem ich aktuell auch die CBN-Scheibe montiert habe.

    Da ich in erster Linie fast täglich NEUE Anschliffe an Stubai-Werkzeugen machen muss, die wirklich einen extrem groben Vorschliff haben, arbeite ich letztendlich die meiste Zeit (also für Kundenbestellungen) nur mit drei Scheiben:
    - der groben Korundscheibe um einen Neuanschliff (also die Phase und deren Winkel) formgebend auf den rohen Vorschliff zu bekommen.
    http://www.schnitzerbedarf.de/shop/werkzeuge…und-korn46.html
    - der 80er-Korn Keramikschleifscheibe um den letztendlichen Abtrag möglichst materialschonend und hitzereduziert machen zu können
    http://www.schnitzerbedarf.de/shop/werkzeuge…-keramisch.html
    - und der gelben Schwabbelscheibe mit der Carbopaste für das „Finish“ (also die Politur).
    http://www.schnitzerbedarf.de/shop/werkzeuge…iben/index.html

    Warum eigentlich Doppelschleifmaschinen:

    1. Kosten:
    Abgesehen von der im Verhältnis durchaus günstigen Anschaffung sind auch die Betriebskosten extrem niedrig.
    Ausser einer neuen Schwabbelscheibe (die wirklich günstig sind) und Polierpaste muss garantiert wegen dem Verschleiß nichts mehr nachgekauft werden.
    Gerade, aber nicht nur, für eine Firma ein sehr wichtiger Gesichtspunkt.

    2. Wartung/Pflege:
    Abgesehen vom regelmäßigen Abrichten der Scheibenoberfläche zum Glätten und Säubern der Korund- oder Keramikscheiben habe ich KEINEN Zeit- oder Kostenaufwand für die Wartung und Pflege.

    3. Zeit, Zeit und nochmal Zeit!
    Mein Zeitrahmen ist extrem eng gestrickt und jede Minute die ich nicht an der Schleifmaschine verbringe kann ich andere Arbeiten erledigen.
    Gerade für mich ist Zeit auch Geld und ich denke für Personen, die Schärfen als lästiges Übel bezeichnen, ist dies auch die Ideale Methode.

    Für den geringsten Zeitaufwand muss man dann eben den Umgang mit dem „großen Nachteil“ (die Hitzeentwicklung) erstmal erlernen und üben.

    Zur Keramikscheibe will gesagt sein:
    Ja, diese ist durch die enorm reduzierten Hitzeentstehung wirklich komfortabel einzusetzen, aber zwingend notwendig ist sie natürlich nicht.

    Ich habe 12 Jahre lang mit einer Standard 80er Korundscheibe geschliffen, ohne dabei ein Eisen zu verglühen und OHNE dabei das Eisen durch tauchen in ein Wasserglas zu kühlen. Das geht sogar über eine längeren Zeitraum ohne abzusetzen, erfordert aber viel Übung was das „Gefühl“ zum Material betrifft.
    Unmöglich, wie viele das hier immer schildern, ist sowas nicht!!
    Es hängt leider immer vom Anwender ab!

    Unsere eigene Keramikscheibe ist für mich insofern besonders, weil ich damit den Kunden „live“ vorführen kann, dass man tatsächlich kühler Trockenschleifen kann, als man danach abschwabbelt. Das fasziniert viele, da man es grundsätzlich nie für möglich gehalten hätte.
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    Um die Sichtweise zum Maschinenschärfen und insbesondere zum Abschwabbeln etwas ins andere Licht zu rücken, möchte ich ältere Beiträge aus dem Nachbar-Forum ein wenig aufgreifen und ein paar Zitate herausnehmen.
    Nicht um Jemanden zu verärgern und auch nicht um seine Meinung zu revidieren – nein- um einfach auch mal die andere Sichtweise darzustellen, die in Foren leider etwas zu kurz kommt weil durch wenige "Hauptuser" sehr einseitig geschrieben wird:

    Zitat von Volker:
    Grundsätzlich schleift man an Schleifmaschinen aber gegen die Schneide. Der Grund dafür ist der erzeugte Schleifgrat. Wer gegen die Schneide schleift hat nur einen minimalen Schleifgrat, wer von der Schneide weg schleift erzeugt einen langen Schleifgrat

    Ja, das ist genauso wie geschrieben korrekt. Nur stellt sich die Frage ob der größerer Grat wirklich nachteilig ist? Ich habe hierzu zwei Meinungen:
    1. Egal ob kleiner oder großer Grat, abziehen muss man sowieso!
    2. Ein großer Grat bricht dann beim Abziehen sogar schneller weg, als ein kleiner Grat!

    Zitat von Volker:
    Das Abziehen auf der weichen Lappen- oder Filz-Schwabbelscheibe hat den Nachteil der rasch balligen Verformung der geschliffenen Schneide, die zu vermeiden ist. Insofern ist das Abziehen auf einer harten Lederabziehscheibe vorteilhafter weil eher eine hohle als eine ballige Schneidfase dabei erzeugt wird.

    Ich würde es etwas umschreiben und nicht ganz so „schwarzmalen“:

    Beim Abziehen auf weichen Abziehscheibe (Filz oder Schwabbel) entsteht im direkten Vergleich zu härteren Scheiben (Gummi- oder Leder) schneller eine ballige Verformung (Verrundung).

    Da es keine „eierlegende Wollmilchsau“ gibt muss man sich entscheiden: Entweder harte Scheibe mit dem Nachteil für Hohleisen und Geißfüße Profilierungen zu kaufen oder selbst zu machen – oder eine einzige Schwabbelscheibe die sich jeder Eisenform anpasst, man somit schneller zum scharfen Ergebnis kommt und eben dafür eine schnellere Verrundung in Kauf nimmt.

    Meine Erfahrung hat außerdem gezeigt, dass eine Verrundung dann doch eher durch „falsches" Abziehen entsteht, als durch den üblichen „Verschleiß“:

    Zitat hierzu von Herbert:
    Viele Nutzer einer Schwabbelscheibe sind der Meinung nach dem Schleifen schwabbeln zu müssen was das Zeug hergibt um den Grad zu entfernen…..
    Einen Hauch zu viel geschwabbelt und das Werkzeug hat den gleichen Zustand wie vor dem Schleifen, nämlich das die Fase nach außen beidseitig einen Bauch bekommt.

    Tut mir leid, aber das ist einen „hauch“ =O zu extrem geschrieben!

    Ich würde eher sagen:
    Einen „hauch“ in einem zu stumpfen Winkel abgeschwabbelt und schon ist die Schneide wieder stumpf bzw. verrundet.
    Also ein reiner Anwendungsfehler den man natürlich erlernen und üben muss.


    Viele Grüße
    Spangler Thomas

    Hallo Ulli

    Hier eine Kopie der DVD-Beschreibung:

    Einzig und allein das menschliche Gesicht mit allen Details wird gezeigt auf:
    - Übungsleisten für Augen, Mund, Nase und Ohren
    - ein Gesicht wird aus dem Vollem geschnitzt.

    .. sollte also durchaus das Richtige für dich sein!!


    Den Ausdruck: "bei anderen DVDs wird nur der Rohling sauber geputzt" missfällt mir jedoch ;), denn:

    Die anschauliche und komplette Gesichtseinteilung (Drittelung mit richtigen Abständen, Höhen Auge, Nase Mund, Ohren) wird durchaus auf auf dieser DVD gezeigt:
    http://www.schnitzerbedarf.de/shop/lehrfilme…lfgang-dvd.html


    Wer dann dieses Grundwissen schon hat (also anlegen von Gesichtern mit den richtigen Einteilungen und Abständen) kann das Thema mit richtigen, altersabhängigen Ausdrücken und Mimiken vertiefen mit dieser DVD:
    http://www.schnitzerbedarf.de/shop/lehrfilme…schrittene.html


    Viele Grüße
    Spangler Thomas

    Hallo Michael

    Ich persönlich habe leider keinerlei Erfahrung damit, da mir selbst das Vergolden und Faßmalen immer zu aufwendig erschien und dafür immer die Dienste meines Malers beanspruchte.

    Kennst Du diese Lehrmaterialien schon?

    Buch zum Vergolden:
    http://www.amazon.de/exec/obidos/AS…obbyversands-21

    DVDs zum Vergolden und Faßmalen:
    http://www.schnitzerbedarf.de/shop/lehrfilme…lfgang-dvd.html
    und
    http://www.schnitzerbedarf.de/shop/lehrfilme…lfgang-dvd.html
    und
    http://www.schnitzerbedarf.de/shop/lehrfilme…lfgang-dvd.html


    Viele Grüße
    Spangler Thomas

    so... ich hab es nun endlich geschafft die Beschreibung im Shop etwas zu konkretisieren... und biete nun auch gleich die passenden Maulschlüssel mit an.

    Hier die Kopie:
    [hr]
    Schraube: Stahl, verzinkt
    Spannmutter: Stahlguss

    Konisches (also leicht spitz zulaufendes) Holzgewinde:
    Bietet kompromisslosen Halt in der Vorbohrung!

    Holzgewinde mit 60°-Gewindespitzen:
    Ermöglicht hervorragendes "einkeilen" ins Holz und trotzdem leichtgängiges eindrehen!

    Durchgängiges, metrisches Gewinde:
    Deshalb meist ohne extra Ditanzklotz verwendbar!

    Optional auch gleich mit passendem Maulschlüssel bestellbar:
    100mm-Schraube mit 5er / 120mm mit 6er / 200mm mit 8er Gabelchlüssel!

    100% Made in Germany
    KEINE Fernostware! Sie unterstützen hiermit deutsche Arbeitsplätze!
    [hr]

    Viele Grüße
    Spangler Thomas

    Liebe Forumsgemeinde

    Ich muss mit meinem Beitrag hier leider ein wenig ausschweifen:

    Wer seine Schnitzobjekte schonmal mit Figurenschrauben festgespannt hat, möchte diese komfortable Spannmethode meist auch nie mehr missen.
    Nicht umsonst ist dies die Nr.1-Spannmethode bei Holzbildhauern.

    Für unsere Kugelgelenke habe ich deshalb schon lange Zeit einen speziellen Aufsatz im Sortiment, damit auch darauf Figurenschrauben verwendet werden können, siehe hier:
    http://www.schnitzerbedarf.de/shop/werkzeuge…nschrauben.html

    Nun aber können bei kleinen Schnitzobjekten zwischen 10cm und 30cm und eben auch bei o.g. Kugelgelenk-Aufsatz KEINE echten Figurenschrauben verwendet werden, da diese leider viel zu lang und zu breit sind.
    Da es einfach bisher kein Angebot an echten Figurenschrauben in kleinen Größen gab, hatte ich eben passend für diesen Einsatzzweck eine Variante mit handelsüblichen Stockschrauben im Programm, siehe hier:
    http://www.schnitzerbedarf.de/shop/werkzeuge…enschraube.html

    Nun kann man mit Stockschrauben, wegen der gleichmäßigen Gewindeform, nicht annähernd mit der Festigkeit spannen, wie es eben ECHTE Figurenschrauben ermöglichen würden. :o
    Je mehr man nachgezogen oder neu eingedreht hatte, umso schlechter wurde die Spannfestigkeit. :-[

    - Denn nur echte Figurenschrauben haben eine konisches Holzgewinde (also leicht spitz zulaufend) und pressen sich dadurch richtig fest in die Vorbohrung!
    - Auch sind die Gewindespitzen nicht spitzig (wie z.B. bei Stock- oder Spaxschrauben, oder der teuren Pfeil-Figurenschraube), sondern in einem stumpferen Winkel (60°-90°) gehalten, was wiederum ein richtiges einkeilen der Schraube in die Vorbohrung ermöglicht... ohne dabei durch ständig, erneutes lockern und festziehen (was man beim Drehen der Schnitzerei ja macht) an Spannkraft zu verlieren.
    - zudem ist über die Gesamte, restliche Länge ein metrisches Gewinde, wodurch der Einsatz von Distanzklötzen meist vermieden werden kann.

    Und nun endlich zum eigentlichen Punkt:
    Ich habe nun speziell solch echte Figurenschrauben in kleinen Größen anfertigen lassen!

    Ab sofort könnt ihr eine nur 100mm oder 120mm lange Variante (natürlich auch die große 200mm) bei mir im Shop bestellen:
    http://www.schnitzerbedarf.de/shop/werkzeuge…enschraube.html

    Ein 100% deutsches Produkt... ich bin nun stolz als einziger Anbieter vernünftige, KLEINE Figurenschrauben im Programm zu haben ;D

    Viele Grüße
    Spangler Thomas

    Hallo Lukas

    Mir ist leider nichts bekannt... aber irgendwo gibt es immer große Theoretiker.

    Letztendlich ist es aber KUNST was wir "produzieren" und da gilt: Schön ist, was gefällt.
    Insofern mach dir doch lange Gedanken, was an deinem Sockel nicht schön ist und ändere es ab.

    Oder stelle ein paar Fotos hier ein und frage nach der Meinung anderer Mitglieder. Dann wirds eventuell leichter ;)

    Viele Grüße
    Spangler Thomas

    Hallo an Alle

    Auch von mir ein gutes neues Jahr 2015.
    Ich hatte im Jahr 2014 familiär eine kleine Hürde, die bis jetzt gut ausgegangen ist.

    Deshalb wünsche ich allen Schnitzern von ganzen Herzen viel Gesundheit ... der Rest ist zweitrangig ;D


    Viele Grüße
    Spangler Thomas

    Hallo Christian

    Es gäbe natürlich auch noch die Möglichkeit auf der geplanten "Rückseite" mit der Motorsäge einen Schnitt bis in den Kern hinein zu setzen (auf die komplett Länge).
    Das nimmt sehr viel Spannung von Grundauf weg, allerdings werden dann trotzdem kleinere Riße anderswo entstehen.

    Viele Grüße
    Spangler Thomas

    Hallo Christian

    Ein ganzer Stamm in diesem Format wird definitiv große Riße bekommen.
    Ohne jetzt groß auszuschweifen würde ich den Stamm erst trocknen lassen und dann dein Motiv auf die entstandenen Riße anpassen.

    Viele Grüße
    Spangler Thomas

    Liebe Forumsgemeinde


    Jedes erfahrene Mitglied hier hat seine persönliche „Kunst des Schleifens“ durch jahrelange Schnitztätigkeiten mit Vergleichen und Versuchen gefunden und ist dadurch NUR von seiner Art des Schleifens restlos überzeugt.
    Problem für den Anfänger ist, dass wir Menschen einfach zu unterschiedliche Individuen sind und JEDE Person andere Vorlieben und Standpunkte hat, weshalb eben auch sehr viele unterschiedliche „Meinungen“ entstehen.

    Der eine schleift nur händisch… der andere nur naß …. wieder andere nur trocken … jeder erläutert die Nachteile des jeweils anderen Systems .. und jeder findet eben Gründe, wieso die von Ihm nicht verwendete Schärfart auch NICHT an andere Schnitzer zu empfehlen wäre.

    Grundsätzlich sage ich dem Anfänger:
    Nur weil jemand langjährige Erfahrung hat, heißt das nicht das seine „Kunst des Schleifens“ der einzige “Goldene Weg“ ist.
    Natürlich ist seine Sichtweise dann auch nicht falsch… aber genau hier liegt das Problem!


    Der „Goldene Weg“ zur „Kunst des Schleifens“ führt über folgende Entscheidungen:

    Was ist mir beim Schleifen meiner Werkzeuge wichtig?
    • Kosten,
    • Materialverschleiß,
    • Hitzeentwicklung,
    • Schnelligkeit,
    • und ganz wichtig die Handhabung?

    … ganz klar… natürlich alles Gemeinsam…… aber eine „eierlegene Wollmilchsau“ gibt es leider nicht und schon geht’s los mit der Misere und man beginnt die angebotenen Möglichkeiten anzuschauen (und seit mir bitte nicht böse wenn ich nachfolgend nur die drei unter Schnitzern bekanntesten Arten erwähne und nicht jedes noch so toll angepriesene Spezialgerät mit noch so vielen Patentierungen)… und bitte beachtet auch.. ich vergleiche jetzt explizit nicht extra alle Vor- und Nachteile sondern nur die oben genannten 5 Entscheidungspunkte:

    händisches Schleifen (also mit Formsteinen, „Brocken“ und Lederriemen):
    + definitiv das günstigste Schleifsystem in Anschaffung und Betrieb.
    + definitiv der materialschonenste Abtrag
    + definitiv die geringste Hitzeentwicklung
    - aber auch definitiv die zeitaufwendigste Methode
    - aber, und das behaupte ich, auch die schwerste Methode für Anfänger zu erlernen, denn:
    Aufgrund meiner Erfahrung (bei mir Persönlich und mit meinen Kunden) zweifle ich es absolut an, dass das Schärfen auf einem belgischen Brocken (nur als Beispiel) einfacher zu erlernen ist, als das Schärfen mit Maschinen.
    Bei der händischen Methode muss ich meine Handbewegung so exakt koordinieren, dass 1. der Druck zum erfolgreichen Abtragen passt, 2. zugleich der Winkel der Phase möglichst geradlinig eingehalten wird und 3. ebenfalls zugleich also gleichzeitig eine zusätzliche Bewegung für z.B. Hohleisen (wegen der Rundungen) gemacht werden muss.
    Bei der maschinellen Methode hingegen konzentriere ich mich nur 1. auf die angepasste Druckausübung und 2. bei Hohleisen auf die Rundungen. Dabei sind die Hände nie in Bewegung sondern sind in !!Ruhe!!. Man benötigt wenig bis keinen Druck (denn es schleift ja der angetriebene Stein) und man hat dadurch auch mehr Gefühl und Konzentration für die Eisenform (also die Rundungen).

    Keine Frage: Egal ob händisch oder maschinell… bei beiden Methoden MUSS das Gefühl erlernt werden.. aber beim maschinellen Schärfen habe ich es Definitiv einfacher!

    Naßschleifmaschinen (also im Wasserbad laufender Sandstein mit Lederscheibe zum Abziehen):
    - definitiv das teuerste Schleifsystem in der Anschaffung (bei vernünftigen Markenprodukten).
    + materialschonender Abtrag durch feine Schleifstein-Körnungen
    + durch langsames drehen und zusätzlicher Wasserkühlung kaum bis sehr geringe Hitzeentwicklung
    - wegen der feinen Körnung und dem langsamen drehen trotzdem eine zeitaufwendige Methode
    -/+ ich bezeichne dieses Schärfen als „idiotensicher“ denn
    selbst mit zuviel Druck geht nicht viel kaputt - und durch sehr teure (deshalb das „–„ ) Spannvorrichtungen könne auch gekröpfte Hohleisen perfektioniert nachgeschärft werden (wenngleich man durch das Einspannen und Einstellen der Stangen noch mehr Zeit „verspielt“)
    … nur mal so am Rande: ein Bekannter Werkzeughersteller hat den Slogan: Work! Don´t play! (also Arbeiten! und nicht spielen) 8)

    Trockenschleifen (also mit Doppelschleifern die auch eine Abziehmöglichkeit enthalten):
    + das günstigste maschinelle Schleifsystem.
    - nicht unbedingt ein materialschonender Abtrag (ist aber von der Scheibenbestückung abhängig)
    - wegen hoher Drehzahlen definitiv die größte Hitzeentwicklung
    + aber genau deswegen auch definitiv die schnellste Methode
    + mit passendem Zubehör können alle Spannvorrichtungen der Naßschleifstysteme verwendet werden.
    Bei der Scheibenbestückung gibt es hier KEINE Einschränkung (egal ob Leder-, Filz-, Gummi-, Schwabbel-, Korund-, CBN-, Keramik- oder Elastikscheiben). Bei einem Doppelschleifer kann man alle Scheibenarten und Zubehörteile herstellerunabhängig montieren…. sozusagen ist das also ein „offenes System“.


    Meine Empfehlung zu den verschiedenen Standpunkten:

    KOSTEN
    Ganz klar --> die händische Methode
    gefolgt vom --> Doppelschleifer

    MATERIALVERSCHLEIß
    Ganz klar --> die händische Methode
    gefolgt vom --> Naßschleifer

    HITZENTWICKLUNG
    Ganz klar --> die händische Methode
    gefolgt vom --> Naßschleifer

    SCHNELLIGKEIT
    Ganz klar --> der Doppelschleifer
    gefolgt vom --> Naßschleifer (wenn auch mit Abstand)

    HANDHABUNG
    Ganz klar --> der Naßschleifer
    gefolgt vom --> Doppelschleifer


    Weitere Empfehlungen aus anderer Sichtweise, die sich immer wieder im Kundengespräch stellen:

    Schmutzentwicklung:
    Ganz klar --> die händische Methode!
    Wer in einer Wohnung schnitzt, also keinen Keller oder Arbeitsraum/Werkstatt zur Verfügung hat - indem es eben auch mal schmutzig werden darf- sollte von maschinellen Methoden generell Abstand nehmen.
    Der Doppelschleifer ist eine richtige “Dreckschleuder“ und die Naßschleifmaschine mehr ein „Mittelding“.

    Energie/Lärm:
    Ganz klar --> die händische Methode!
    Besonders für Individualisten denen Tradition, Ruhe und Entspannung nicht nur beim Schnitzen, sondern auch beim Schärfen wichtig sind… und den hohen Zeitaufwand dafür gerne in Kauf nehmen.

    Verletzungsgefahr:
    Ganz klar --> die händische Methode!
    Alles was sich schnell dreht erzeugt auch Reibung. Hautabschürfungen bei Unachtsamkeit passieren da schonmal. Speziell beim Trockenschleifen entsteht zudem noch ein Funkenflug beim Stahlabtrag. Schutzbrille ist da IMMER nötig!!

    Kombinationsmöglichkeit / Flexibilität:
    Ganz klar --> der Doppelschleifer!
    Da man hier, wie oben schon ausführlich geschrieben, keine Beschränkung in der Scheibenart hat. Auch ist man nicht an einen Hersteller oder Marke gebunden. Lediglich die Maschine selbst beschränkt einem in den montierbaren Maßen.

    Wartung / Pflege:
    Ganz Klar --> der Doppelschleifer!
    - Die Korundscheiben der Doppelschleifer müssen regelmäßig "abgerichtet" werden um entstandene Riefen/Rillen und vor allem die Verschmutzungen zu beseitigen. Mithilfe von sog. Rutschersteinen ist das für jeden Laien innerhalb weniger Minuten erledigt.
    - Formsteine/Brocken bei der händischen Methode nutzen sich ebenfalls ungleichmäßig ab. Das erschwert auf Dauer das Nachschärfen da z.B. keine planen Flächen mehr vorhanden oder die Rundungen der Formsteine verschlissen sind. Hier bleibt dem Laien oft nur ein neuer Nachkauf =O
    - Bei Naßschleifmaschinen besteht das gleiche Problem, was aber ebenfalls mit Abrichtern schnell erledigt werden kann.
    Was viele aber nicht bedenken: Das Wasser, indem der Sandstein läuft, muss nach jeder Nutzung geleert werden. Der Sandstein darf sich dauerhaft nicht einseitig im Wasser befinden (saugt sich voll und wird Unwucht).
    Auch würde bei günstigeren Nasscheifsystemen Rost an den Scheibenaufnahmen/Wellen entstehen. Eine "Austrockung" des Steines ist daher enorm wichtig!
    Das Naßschleifsystem ist zu dieser Sichtweise daher mit großen Abstand das Aufwendigste. :/


    Empfehlung zu bestimmten Typen (Schubladendenken :sleeping: ):

    händisches Schärfen -> für Individualisten!
    Naßschleifen (insbesondere Tormek) -> für Perfektionisten!
    Trockenschleifen (Doppelschleifer) -> für Praktiker!


    Liebe Anfänger!
    Lest euch das oben noch ein paar Mal durch. Entscheidet euch erst für eure(n) Standpunkt(e) …und dann wählt das hierauf passende Schleifsystem … und dann ist Ruhe!
    Diskussionen darüber braucht Ihr dazu dann nämlich nicht mehr führen. ::) :P

    Und denkt daran:
    Es gibt keine schlechte Maschine, sondern nur mangelndes Können im Umgang damit.
    Mit JEDEM System schafft man eine perfekte Schneide - wenn man eben nur weiß wie!

    Erlaubt mir noch einen Tipp:
    Wem händisches Schleifen aufgrund der enormen Zeit missfällt, Trockenschleifen aber wegen der Hitzeentwicklung zu riskant erscheint, aber Naßschleifer euch nicht die passende Abziehmöglichkeit bieten .... so macht es doch mit einer Kombination aus zwei Maschine!
    1. Einen Naßschleifer zum schonenden, kühlen Schärfen (und Abziehen von geraden Schneiden)
    2. Einen Doppelschleifer für das Abziehen mit einer Schwabbelscheibe und darauf ergänzend eine andere beliebige Scheibe (z.B. ein grober Korund für Reparaturen oder eine Elastikscheibe für ein hochfeines Nachschleifen).


    Viele Grüße
    Spangler Thomas

    Danke für die "Blumen" :D

    Ja, dass mit dem "nicht schmieren" bzw. "nicht kleben" ist ein positiver Nebeneffekt der meinerseits für die Carbopaste nicht geplant war.
    Auch ich freue mich darüber, dass nun der Polierpastendreck schön weggesaugt werden kann und nicht mehr dauerhaft an den "Wänden" klebt ;D

    Viele Grüße
    Spangler Thomas

    Hallo Eva

    Ich hatte kürzlich einen Kunden am Telefon der recht begeistert davon war.
    Allerdings benutzt er den Proxxon nur um grobe, schwere Abträge zu machen. Für das feine Schnitzen ist es eher nicht geeignet... so seine Aussage.

    Ich selbst nehme auch Abstand von diesem Gerät ;D

    Viele Grüße
    Spangler Thomas

    Hallo Forumsgemeinde

    Wie auch schon bei unserer "Dry&Cool-Keramikschleifscheibe" haben wir nun auch bei den Polierpasten eine eigene Pastenmischung produzieren lassen.
    Spangler´s "Carbopast-Schärfpaste" ist ab sofort erhältlich:
    http://www.schnitzerbedarf.de/shop/werkzeuge…-carbopast.html

    Bisher bedienten wir uns immer an Standard-Produkten aus dem Lagersortiment verschiedenster Hersteller.
    Mit der Erfahrung steigen jedoch auch die Ansprüche und "Standard-Produkte" sind meist auf verschiedene Einsatzgebiete angepasst. Um preislich "Paroli" zu bieten werden diese dann leider auch nicht immer mit den bestmöglichsten Materialien gegossen.

    • Bei unserer neuen Carbopaste haben wir nun explizit Wert darauf gelegt Schnitzwerkzeugstahl auf einer Schwabbelscheibe zu schärfen und den Auftrag darauf so verschleißarm wie möglich zu gestalten.
    • Als Polierkorn kommt Siliciumcarbid zum Einsatz das, ähnlich dem Diamant, sehr hart und Hitzebeständig ist.
    • Übliche „grüne“ oder „blaue“ Pasten enthalten Materialen wie Poliertonerden oder Chromoxid. Diese sind zwar günstiger als Siliciumcarbid, bieten jedoch im direkten Vergleich schlechtere Ergebnisse.
    • Auch haben wir den Anteil des Schleifkornes in der Paste maximal möglich (70% !!) erhöht.
    • Standardpasten bieten Hersteller- und Mischungsabhängig in der Regel nur Kornanteile zwischen 40 - 60%.


    Alles in Allem bin ich mit unserer eigenen Schleifpaste nun total zufrieden, wenngleich eine "Wunderpaste" leider nicht zu entwickeln war ;D :D


    Viele Grüße
    Spangler Thomas