Beiträge von TreibHolz

    Hallo Forest_Fox,

    Die Renovierung deiner Werkstatt ist nicht das Problem, denn mehr Platz (als den deines Koffers) brauchst du für deine Schnitzeisen nicht. Rolltaschen benötigen nicht mehr Platz als dein Koffer. Solange du noch keine Rolltaschen (oder eine andere sachgerechte Aufbewahrungsmöglichkeit) hast, nimm ein altes Frotteehandtuch und wickle deine Eisen darin ein. Dann sind die Schneiden geschützt. Darauf kommt es an. Das ist allemal besser als alles zusammen ungeschützt auf einem Haufen in einem Koffer - was überhaupt keine Lösung - auch keine Notlösung - für deine wertvollen Eisen ist.

    Übrigens: das große Eisen vorne quer im Koffer ist ein Drechselwerkzeug (ein Ausdrehstahl). Bei Drechslern begehrt, zum Schnitzen allerdings ungeeignet.

    Gruß

    Bernd

    Spannsäge, Stubai, Kirschen - alles gute Schnitzeisenqualität! Gratuliere, da hast du wirklich eine richtig gute Ausstattung, die schon weit über den Anfängerbedarf hinausgeht. Vielen Dank für die Fotos.

    Wenn ich dir allerdings einen Tipp geben darf: Die Art der Aufbewahrung in dem Koffer ist nicht in Ordnung. Für eine sachgerechte Aufbewahrung der Eisen gilt: Die Schneiden der einzelnen Eisen sollen sich nicht berühren. Der Grund: wenn sie gegeneinander stoßen, können sie sich gegenseitig beschädigen, sodass man ständig irgendwelche Scharten und/oder Ausbrüche wegschleifen muss. Mein Tipp: als erste Maßnahme die Eisen raus aus dem Koffer.

    Gut, dass die Oma dir schon eine Rolltasche gemacht hat. Die ist sehr gut für die Aufbewahrung der Eisen geeignet. Unter dem Stichwort "Meisselrechen" findest du noch ein alternatives Aufbewahrungssystem. Einfach mal dieses Stichwort unter der "Lupe" oben rechts eingeben. Dann wirst du fündig.

    Übrigens: deine Kerbschnitzarbeit ist dir schon mal hervorragend gelungen. Weiter so!

    Gruß

    Bernd

    Hallo Forest_Fox,

    herzlich willkommen hier im Hobbyschnitzer-Forum. Da hast du ja nicht nur Erbgut von einem Schnitzer, sondern sogar noch seine Werkzeuge bekommen. Beste Voraussetzungen also.

    Wenn du Fragen zum Thema Schnitzen hast, zögere bitte nicht, sie zu stellen, denn damit bist du hier genau richtig.

    Bin gespannt auf einige Fotos deinen ersten Schnitzereien. Bilder von den geerbten Werkzeugen würden mich auch interessieren. Wie viele Schnitzwerkzeuge sind es denn?

    Gruß

    Bernd

    Hallo Christian,

    die Übertragung auf's Holz ist dir gut gelungen. Der Hocker entspricht tatsächlich der Perspektive des Originals: er droht, umzukippen.

    Das Einölen von Reliefs hat Vor- und Nachteile. Meine Skifahrer habe ich auch eingeölt. Abgesehen von dem damit einhergehenden Oberflächenschutz hebt das Ölen die Konturen hervor. Das stimmt. Es hebt aber auch die Maserung ziemlich stark hervor, was ich bei meinen Skifahrern eigentlich nicht wollte. Aber wenn das Öl erst mal drauf ist, kann man es nicht mehr ändern...

    Dem Einen gefällt's, dem Anderen nicht.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Christian,

    mir gefällt's auch. Den Hocker würde ich so lassen. Es sieht tatsächlich so aus, als wolle er umfallen. Da gebe ich WestFale Recht: das erhöht die Dynamik (auch wenn es möglicherweise gar nicht beabsichtigt, sondern tatsächlich ein Perspektiv-Fehler ist - aber das wollen wir hier nicht diskutieren, denn das ist und bleibt das Geheimnis des Künstlers). Der Gesamteindruck ist dir jedenfalls sehr gelungen. Das Bild lebt.

    Wie hast du das Motiv übertragen? Hast du es abfotografiert oder abgemalt?

    Gruß

    Bernd

    Hallo Horst,

    Rillen ins Holz kann man mit einer Vielzahl von Werkzeugen ziehen (bzw. schneiden, schaben, fräsen oder graben usw.). Du hast gefragt, welche Eisen auf dem Foto zu sehen sind. Schnitzeisen sind es definitiv nicht. Es handelt sich meiner Meinung nach um Schuster/Sattlerwerkzeuge.

    Wenn du damit Holz schnitzen oder bearbeiten willst - dann wünsche ich dir viel Erfolg!

    Gruß

    Bernd

    p.s.: Lass mal sehen, was du damit gemacht hast. Zeig mal ein paar Fotos von deinen Schnitzarbeiten.

    Hallo Horst,

    zum Drechseln sind die Werkzeuge zu kurz. Dafür braucht man normalerweise längere Eisen und deutlich längere Hefte (Griffe) als Hebelarm zum Gegenhalten, da wegen der Rotation des Werkstücks ordentliche Kräfte auftreten können.

    Ich würde sagen, dass es sich um Schuster/Sattlerwerkzeuge handelt. Schnitzen kann man damit nicht - es sei denn, man schleift sich das eine oder andere Eisen so zurecht, dass es z.B. einem Flacheisen oder einem Hohleisen ähnelt. Es ist allerdings fraglich, ob die umgeschliffenen Schneiden dann auch die notwendige Schärfe einigermaßen ausreichend lange halten.

    Gruß

    Bernd

    Bei so kleinen Flächen kann man den Boden auch mit einem selbst hergestellten "Ausräumer" sauber schneiden. Man nimmt einen längeren, dicken Nagel, biegt etwa 10 mm vom spitzen Ende um und feilt (oder schleift) die Spitze zu einer scharfen Schneide um.

    Alternativ dazu bietet sich auch ein Hobeleisen von einem Grundhobel an. Dessen Schneide hat natürlich ein besseres Schneideverhalten und eine längere Standzeit als die eines Nagels.

    Beides ist jedoch ein Notbehelf - allerdings besser als Nichts.

    Gruß

    Bernd

    In den meisten Fällen kann man den Faserverlauf sehen. Manchmal ist er aber doch genau anders herum als vermutet. Das merkt man i.d.R. schon beim ersten Schnitt. Beim Schnitzen kommt man zudem immer auch an Stellen, wo der Faserverlauf die Richtung ändert. Das kann man nicht immer sehen, d.h. man kann den Faserverlauf (bzw. die Richtungsänderung) nicht immer auf Anhieb erkennen.

    Gruß

    Bernd

    Du hattest Schwierigkeiten mit dem Tor - das sieht man. Hier hast du gegen den Faserverlauf geschnitten. Das mag Holz nicht. Du kannst das Tor noch schön sauber schneiden, wenn du mit der Spitze des Rosenmessers oben im Torbogen anfängst und von dort aus nach rechts und nach links den Bogen nach unten nachschneidest.

    Mit anderen Worten: Wenn du an der höchsten Stelle im Bogen anfängst und den halbkreisförmigen Schnitt von dort aus bis zum Boden ziehst, schneidest du nicht gegen den Faserverlauf. Wenn du es anders herum (= falsch) machst, schneidest du gegen die Faser, was zur Folge hat, dass das Messer die Fasern spaltet. Du kriegst keine Kurve hin und das Messer dingt stattdessen immer tiefer ins Holz ein.

    Probier's aus.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Frank,

    deine Frage zur Einrichtung des Arbeitsplatzes hast du dir ja schon fast selbst beantwortet:

    1. wenn man (mit einem Messer) freihändig schnitzt, braucht man keinen Arbeitsplatz, denn das geht überall.

    2. wenn man mit beiden Händen an einer Figur o. ähnl. arbeiten will, muss die Figur irgendwie befestigt bzw. eingespannt sein. Dafür braucht es einen Arbeitsplatz (am besten eine Hobelbank, die du ja vielleicht als Massivholz-Möbelbauer schon hast) mit einer entsprechenden Vorrichtung (Vorderzange, Hinterzange, Bankhaken, Schraubstock, Schnitzgalgen mit Figurenschraube, Kugelgelenkeinspannvorrichtung, und, und, und ...). Es gibt eine Vielzahl von Befestigungsmöglichkeiten für zu beschnitzende Werkstücke.

    Nr. 1 ist eine gängige Methode für das Schnitzen mit Messern.

    Nr. 2 ist die übliche Methode für das Schnitzen mit Schnitzeisen/Bildhauerbeiteln usw.

    Für den Anfang würde ich dir empfehlen, die Werkstücke (Figuren) unten rum etwas länger zu lassen, damit du sie bei Bedarf in der Hobelbank oder in einem Schraubstock einspannen kannst. Das wird dir hier und da den Einstieg bestimmt erleichtern. Ansonsten wirst du schon selbst herausfinden, welche der beiden Methoden dir am ehesten zusagt.

    Beim Schraubstock muss man allerdings sehr darauf achten, dass man stets in einer Richtung schnitzt, die sicher stellt, dass man mit der Schneide nicht gegen das Metall des Schraubstocks abrutscht, denn dann ist sie ruiniert.

    Gruß

    Bernd

    Hallo nach Witten!

    herzlich willkommen hier im Forum der Hobbyschnitzer. Da du ja schon Erfahrung im Massivholz-Möbelbau hast, wird dir der Bau einer Futterkrippe oder eines Stallgebäudes etc. keine Probleme bereiten.

    Auch die Figuren, dürften leicht zu beschnitzen sein - wenn sie nicht wesentlich filigraner als die bekannten Ostheimer Krippenfiguren werden sollen. Hierfür brauchst du - nachdem du sie ausgesägt hast - eigentlich nur ein scharfes Rosenmesser. Und schon kann's losgehen.

    Wenn du etwas mehr Geld für Schnitzeisen ausgeben willst, würde ich dir zusätzlich zum Rosenmesser das Anfängerset von Stubai empfehlen: https://www.schnitzerbedarf.de/werkzeuge/schn…hnitzmesser-set

    Ja, Lindenholz ist aus schnitztechnischer Sicht für dich das beste Material. Du kannst auch Zirbe nehmen. Dieses Holz schnitzt sich genauso gut, ist aber deutlich lebhafter als Linde. Der Unterschied ist allerdings nur interessant, wenn du die Figuren unbemalt lassen möchtest.

    Als Farbe kommt eigentlich alles in Frage, was man sonst auch auf Holzspielzeug pinseln kann. Für unbemalte Figuren würde ich eine abschließende Behandlung mit Leinöl, Bienenwachs oder Holzbutter empfehlen. Das Öl feuert die Maserung besonders schön an.

    Viel Erfolg!

    Gruß

    Bernd

    Hallo Lukas,

    da hast du ein schönes Motiv geschnitzt - und das in Stirnholz. Alle Achtung! Das Schnitzen in Stirnholz ist ja gar nicht so einfach. Es ist dir trotzdem gut gelungen.

    Ja, das Schnitzen in Stirnholz als vorherrschende Schnitzrichtung ist nicht zu empfehlen, aber nicht, weil die Oberfläche von Stirnholz nicht richtig glatt wird, sondern weil es - ja nach Motiv - Bereiche gibt, in denen die Holzfasern sehr, sehr kurz geschnitten werden, sodass diese Stellen extrem leicht brechen. Bei deinem Motiv ist das der Blütenrand. Dort sind die Fasern gerade mal so lang wie der Blütenrand dick ist, was zu entsprechenden Ausbrüchen am Blütenrand führt.

    Ansonsten ist es aber durchaus möglich, Stirnholzflächen schön glatt zu schnitzen. Man braucht dafür sehr scharfe Eisen und ein häufigeres Nachschärfen als beim "normalen" Schnitzen (parallel zur Faser). Außerdem sollte man hier möglichst dünne Späne abtragen. Geht der Schnitt stattdessen zu tief ins Stirnholz, läuft man Gefahr, dass die weicheren Jahresringe (in der Regel sind das die Sommerjahresringe) unter erhöhtem Kraftaufwand nicht geschnitten, sondern zusammengedrückt werden.

    Über diese Stellen kann man in den meisten Fällen aber noch mal drüber schnitzen - mit Geduld und in kleinen, dünnen Schnitten. So lange wiederholen, bis die eingedrückte Stelle komplett verschwunden ist.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Martin,

    sehe jetzt erst, dass du bei "Bildhauereisen" an die "Compact"-Serie denkst. Dabei handelt es sich um eine Verkleinerung der normalen Bildhauereisen. Die Eisen dieser Serie wären mir zu klein. Aber auch hier gilt: es kommt darauf an, welche Art von Projekt man schnitzen will. Für kleinere Schnitzereien ist das sicher ausreichend, aber wenn's dann mal größer werden soll ...

    Noch etwas: das Kerbschnitzmesser, das dem Pfeil-Satz beiliegt, wird bei mir so gut wie nie benutzt. Ich ziehe meistens das Rosenmesser vor. Das eigentliche "Universalmesser" für's Kerbschnitzen ist nach wie vor das Rosenmesser. Ich weiß auch nicht, warum Pfeil und Stubai in der Grundausstattung als Schnitzmesser für die Anfänger ihre Ladenhüter dazu packen....

    Aber vielleicht lässt sich das ja bei einem Kauf gegen ein Rosenmesser austauschen. Würde zudem mal vermuten, dass diese Werkzeuge - einzeln gekauft - auch nicht teurer sind.

    Hier noch eine Alternative zur Beschaffung der Marke Pfeil: https://www.bildhau.de/de/

    Gruß

    Bernd

    Hallo Martin,

    gratis schärfen machen die schon, aber die Versandkosten muss man bezahlen. Für den Anfang macht es Sinn, seine Eisen von einem Profi schärfen zu lassen - auf Dauer kommt man um das Erlernen dieser Tätigkeit nicht herum.

    Literatur für Schnitzanfänger ist immer gut, vor allem dann, wenn man noch nie irgendwas geschnitzt hat. Das Buch von Büdeker kenne ich zwar nicht, aber wenn es die Schnitztechnik wie Messerhaltungen usw. erklärt, wird es auf jeden Fall hilfreich sein.

    Ob ein Geißfuß sinnvoller ist als ein Hohleisen, kann man so nicht sagen. Grundsätzlich ist jedes Schnitzeisen sinnvoll. Jedes Eisen ist für seinen Zweck geschaffen. Es kommt halt drauf an, wofür man es benutzt.

    Für den Anfang würde ich auf jeden Fall Lindenholz empfehlen. Was auch gut geht, ist Zirbe. Grundsätzlich ist aber jedes Holz mit diesen Werkzeugen bearbeitbar. Die harten Hölzer sind natürlich schwerer zu schnitzen als die Weicheren, wobei ich vom Schnitzen in Weichholz (= Nadelholz, insbesondere Fichtenholz) unbedingt abrate. Letzteres führt sehr schnell zu Frust.

    Gruß

    Bernd