Beiträge von TreibHolz

    Hallo Manuela,

    herzlich willkommen hier im Hobbyschnitzer-Forum!

    Wenn man noch nie ein Relief geschnitzt hat, sollte man mit einem sehr einfachen Motiv beginnen. Ich würde sagen: mit einfachen geometrischen Formen. Versuch mal, ein Rechteck, ein Dreieck oder einen Kreis schön sauber als Relief zu schnitzen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: a) man kann das Objekt tiefer legen oder b) man kann das Objekt unberührt lassen und das "Drumherum" tiefer legen. Dabei kommt es darauf an, dass die Kanten schön glatt werden und senkrecht stehen. Außerdem sollte der tiefer gelegte "Boden" möglichst eben (überall gleich tief), glatt und sauber geschnitzt werden. Wenn das gut klappt, kannst du den Schwierigkeitsgrad erhöhen und z.B. mit einfachen Blumen oder einfachen Landschaftsmotiven o.ä. weiter machen.

    Darüber hinaus würde ich dir die Videos von Mr. Schnitz (YouTube) empfehlen. Da wird von einem Profi u.a. auch das Reliefschnitzen erklärt und gezeigt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Heike,

    hier mal ein Zitat (aus dem Englischen übersetzt) aus der "wood database": "Rosskastanie ist im Allgemeinen leicht zu bearbeiten, aber ihre geringe Dichte und die verflochtene Maserung können zu unscharfen Oberflächen führen, ähnlich wie bei Espe oder Pappel."

    Das "aber" in diesem Zitat gilt insbesondere für die Bearbeitung mit Schnitzmessern & Co.

    Wenn es von jeder Seite splittert, dann dürfte es sich bei dir auch um die bei Rosskastanie häufig vorkommende "verflochtene Maserung" handeln. Der Faserverlauf wechselt sehr oft.

    Beim groben Schnitzen (beim Anlegen der Form) ist es ja nicht so schlimm, wenn es Ausrisse gibt. Erst beim Schnitzen der fertigen Oberfläche wird es kritisch. Da musst du fast bei jedem Schnitt die Richtung ändern. Außerdem: nur wenig abtragen (ganz dünn auslaufend), damit du nicht zu weit schneidest und gleich wieder in die gegenläufige Holzfaser eindringst. Das ist ein Geduldspiel, aber sehr gut geeignet, sich "ein Gefühl" für den Faserverlauf zu erarbeiten. Man kann sich die Stellen, an denen der Faserverlauf wechselt, auch mit einem Bleistift markieren. Das hilft ein wenig.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Heike,

    deine Vermutung ist ganz richtig: falsche Holzrichtung. Es gibt aber keine falsche Holzrichtung, sondern nur eine falsche Schnitzrichtung. Der Grund: der Faserverlauf im Holz verläuft nicht immer in die Richtung, in der wir gerne schnitzen würden. Wenn du das Messer gegen die Faser schiebst, gibt es Ausrisse. Du musst also immer schön in Faserrichtung schneiden. Wenn das aus irgendeinem Grund nicht möglich ist (z.B. weil man - wie auf dem Bild zu sehen ist - von dieser Seite das Messer nicht oder nur sehr schlecht ansetzen kann) kann man auch sehr gut quer zur Faser schneiden.

    Probier mal auf der linken Seite (wo die Ausrisse zu sehen sind) das Schnitzeisen horizontal von rechts nach links zu führen. Mit dieser Messerführung müsstest du die Ausrisse nach und nach eigentlich wieder beseitigen können.

    Ach ja - die Markröhre wirst du ja wohl noch entfernen, oder? Jedenfalls sehe ich da schon einen dicken schwarzen horizontalen Strich. Genau da würde ich mit der Säge durchschneiden - bevor ich mit dem Schnitzen beginnen würde.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Freizeitschnitzer,

    Holzoberflächen verfärben sich im Laufe der Zeit, vor allem dann, wenn sie dem Licht (bzw. dem Tageslicht) ausgesetzt sind: sie werden merklich dunkler. Wenn gar die Sonne drauf scheint, dunkelt das Holz noch schneller und noch intensiver. Dabei hat jede Holzart ihren eigenen Farbton, wobei sogar die einzelnen Bäume der selben Baumart bzw. deren Holzstücke untereinander noch individuelle Farbtöne zeigen. Jedes Stück Holz ist ein einzigartiges Individuum.

    Ich vermute daher auch, dass die "Rotfärbung" der Oberfläche vom lange Liegen kommt, bzw. vom Licht, das während der Lagerung die Oberfläche beleuchtet hat.

    Falls die Färbung stört, kann man sie vor dem Schnitzen entfernen (z.B. mit einem Flacheisen oder mit einem Hobel). Sie kann aber durchaus auch als ein optisches Gestaltungselement dienen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Berkow,

    vielen Dank für deine Reaktion. Wir hatten heute einen traumhaften Skitag! Und: die hölzerne "Schüssel" funktioniert als "Winter-Waschbecken" wunderbar. Inzwischen hat sie sich auch für eine weitere Verwendung bestens bewährt: ein Paar Schuhe, die Schnee von draußen unter der Sohle haben, können darin abtauen ohne den Fussboden des Wohnwagens nass zu machen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Heike,

    vor allem das Foto aus dem Schnitzprozess zeigt, dass die "Theorie" vom Trocknen eines Stammabschnitts (Rundholz) leider auch bei deiner schönen Eule, die dir sehr gut gelungen ist, voll zugeschlagen hat: das Holz reißt (oft an mehreren Stellen des Umfangs) in Längsrichtung auf.

    Deutlich weniger Risse (wenn's gut geht, gar keine) bilden sich, wenn man die Figur nicht aus dem vollen Stamm, sondern aus dem halben Stamm (ohne Markröhre) schnitzt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Michael,

    herzlich willkommen bei den Schnitzern! Die Drechsler haben eigene Foren, aber das weißt du sicher schon längst. Hin und wieder drechsle ich auch was - aber nur einfache Sachen. Es wird mit der Röhre nicht richtig sauber - ich müsste einen Meißel zum Glätten nehmen, aber davor habe ich einen Riesen Respekt. Da hilft dann meistens Schleifpapier. Damit geht's auch.

    Das Schnitzen ist deutlich langsamer, ist aber wesentlich vielseitiger, weil es nicht nur an runde Formen gebunden ist.

    Stell doch mal Fotos von deinen geschnitzten Verzierungen hier rein.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Heike,

    ich fürchte: nein. Mit einem Loch im Mark (du willst das Mark wahrscheinlich auf der ganzen Länge ausbohren) dürfte sich die Rissbildung nicht bzw. nicht hinreichend vermeiden lassen.

    Wenn Rundholz (also ein Stammabschnitt) trocknet, dann entstehen große Umfangsspannungen, weil das trockenere Holz (außen) schrumpft, während das Holz im Inneren noch klatschnass (d.h. gequollen) ist. Das Holz wird also von innen her am Schrumpfen gehindert. Die Folge: außen schrumpft es, innen nicht - der Umfang will kleiner werden (bzw. der Stamm will dünner werden), daran wird er aber von innen gehindert - er reißt von außen nach innen. Sowohl in Faserrichtung als auch quer dazu (in Längsrichtung trocknet es normalerweise schneller - deshalb sind Bretter am Ende meist auch eingerissen). Der Riß baut die Spannungen im Holz ab. Das geht so lange weiter, bis das Holz komplett durchgetrocknet ist.

    Die beim Trocknen auftretenden Längsrisse lassen sich reduzieren, indem man das nasse Stammstück in zwei gleich große Hälften spaltet. Die Umfangsspannungen führen dann nicht mehr so sehr zu tiefen Rissen, da sich die Stammhälften stattdessen verformen können. Leider steht dann aber auch nicht mehr so viel Volumen zum Schnitzen der Figur zur Verfügung.

    Bei nassem Holz hat man die Wahl: entweder es reißt beim Trocknen (weil es sich nicht verformen kann) oder es verformt sich beim Trocknen (weil es dafür dünn genug ist). Mit anderen Worten: nasses Grünholz lässt sich in der Regel ohne Rissbildung schnitzen, wenn die Form nach dem Nass-Schnitzen (z.B. ein Löffel oder eine geschnitzte Schale usw.) hinreichend dünnwandig ist.

    Nach dem Anlegen der Figur (bzw. auch schon während des Anlegens bei längeren Schnitzpausen) sollte die Figur eingewickelt werden, damit ihre Oberfläche nicht zu schnell austrocknet (was wiederum zu Rissen führen kann).

    So viel zur Theorie. Die Praxis kann manchmal aber doch auch anders aussehen. Jedes Stück Holz ist nämlich ein Unikat. Es ist individuell verschieden und immer für eine Überraschung gut. Wenn dir ein Riss (oder mehrere) in der Figur nicht weh tut - probier's einfach aus: bohre das Mark raus und schnitze deine Figur. Aber immer schön in ein Leinentuch einwickeln, damit die Oberfläche nicht zu schnell austrocknet.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Heike,

    herzlich Willkommen! Hier im Hobby-Schnitzerforum bist du mit deinen Projekten und damit einhergehenden Fragen genau richtig. Wir lernen hier jeder von jedem.

    Du scheinst ja schon mit einem weiten Spektrum an Werkzeugen ausgestattet zu sein und hast gleich eine ganze Wohnung zur Werkstatt umfunktioniert. Schön, wenn man so viel Platz für's Hobby hat ... und dann auch noch im Schwarzwald wohnt, wo einem das Schnitzholz ja fast schon "ins Haus" wächst.

    Welche Hölzer verwendest du für's Schnitzen und Holzbildhauen?

    Gruß

    Bernd

    Hallo Josef,

    das sieht ja sehr professionell aus und scheint das Produkt eines gelernten Steinmetzes oder Steinbildhauers zu sein.

    Dein Namensvetter ist jedenfalls nicht aus Holz, und damit auch nicht geschnitzt - aber wohl doch mit Klüpfel (bzw. Hammer) und Meißel bearbeitet? Somit also eine mit der Holzbildhauerei vergleichbare, klassische Bildhauerarbeit?

    Wusste gar nicht, dass es in der Wachau Marmor gibt. Bin mal auf einer Radtour an der Donau entlang nach Budapest durch die Wachau gefahren. Der Wein und die Marillen begegnen einem dort ja sozusagen "auf Schritt und Tritt". Sie sind für diese Gegend wohl bekannter als Marmor, oder?

    Außer dem hätte ich noch eine Frage: Haben die Zimmerleute (in der Wachau?) früher wirklich mit so langen Gewändern an den Beinen gearbeitet?

    Gruß

    Bernd

    So, nun habe ich eins von meinen doppelschneidigen Kerbschnitzmessern "umgebaut". Ich habe die innere Schneide abgeschliffen (rechts im Bild zu sehen, links ist eins im Originalzustand abgebildet), sodass nur noch die äußere Schneide genutzt werden kann. Dafür kann ich jetzt mit dem Daumen "draufhalten", ohne ihn zu verletzen.

    Damit habe ich jetzt ein ganz anderes Kerbschnitzmesser, das eine vielseitig einsetzbare, gebogene Schneide hat.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Lukas,

    Ein interessantes Werkzeug. So ein Teil habe ich auch noch nie gesehen. Die Seitenansicht zeigt aber doch eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Stossaxt. Vielleicht ist es ja tatsächlich ein Eigenbau, der nach den Bedürfnissen/Wünschen des damit arbeitenden Handwerkers angefertigt wurde.

    Wenn dem so ist, dann fehlt dieser Axt ein Stiel (oder ein Griff) aus Holz. Stossäxte wurden/werden in der Zimmerei zur Balkenbearbeitung (z.B. zum Glätten der Oberflächen von mit der Hand gehauenen Blattverbindungen) benutzt. Sie werden auch heute noch hergestellt, haben in der Regel aber eine größere Länge (d.h. der Abstand zwischen Auge und Schneide ist normalerweise deutlich größer).

    Es könnte sich aber auch deiner Vermutung entsprechend um ein kleines Beschlagbeil (für das Anpassen von Holzverbindungen?) handeln. Dann wäre dieses Werkzeug ebenfalls eine Zimmermannsaxt.

    In Gränsfors/Schweden gibt es ein Axtmuseum mit einer Sammlung von allen möglichen Arten von Äxten aus aller Welt. Du könntest dort mal mit einer e-mail anfragen und ihnen deine Fotos zeigen. Die Adresse wirst du unter "Gränsfors Bruks" im Internet finden.

    Gruß

    Bernd