Hallo Suniperu,
Fichte ist ein Nadelholz, bei dem sich (schnell wachsende) butterweiche Sommerjahresringe mit (langsam wachsenden) knochenharten Winterjahresringen abwechseln. Das ist bei Kiefer und einigen anderen Nadelhölzern auch der Fall, aber nicht so ausgeprägt wie bei Fichte. Bei Schnitzern ist Fichte deshalb überhaupt nicht beliebt. Wenn man Fichte quer zur Faser (jedes Holz besteht aus Fasern) schneidet, leisten die dunklen Jahresringe einen erheblichen Widerstand, während die hellen Ringe so weich sind, dass sie häufig überhaupt nicht geschnitten, sondern vom Messer zusammengedrückt werden. Das Schnitzeisen "rattert" durchs Holz (bzw. stoppt bei jedem Winterjahresring). Das ergibt kein gutes Schnittbild. Die hellen Ringe sind bei Fichte sogar so weich, dass man sie schon mit dem Fingernagel zusammendrücken kann.
Also: insbesondere bei Fichte sind die hellen Ringe sehr weich und die dunklen Ringe sehr hart. Außerdem gibt es bei Fichte ziemlich viele Äste, die nicht nur das zu malende Bild stören, sondern auch dunkel, hart und häufig rissig sind.
Wenn du kein Sperrholz, sondern Massivholz nehmen willst, solltest du ein astfreies Holz wählen, bei dem es möglichst keinen großen Farbunterschied zwischen den Sommer- und den Winterringen gibt und bei dem die Härte der Sommerringe etwa gleich der Härte der Winterringe ist. Bei Laubhölzern (einige Vorschläge habe ich ja oben bereits gemacht) wirst du da eher fündig als bei Nadelhölzern.
Im Baumarkt findest du vorwiegend Bauholz (d.h. Nadelholz). Laubhölzer sind dort zwar auch aber nur in sehr begrenzter Auswahl verfügbar. Als Bezugsquelle empfehle ich einen gut sortierten Holzhändler, der möglichst viele verschiedene Laubhölzer als Stammware "auf Lager" hat. Wenn du mit Stammware nicht klar kommst, kannst du dir die benötigten Massivholzplatten auch von einem Schreiner zuschneiden (und hobeln) lassen.
Gruß
Bernd