Beiträge von TreibHolz

    Hallo Suniperu,

    Fichte ist ein Nadelholz, bei dem sich (schnell wachsende) butterweiche Sommerjahresringe mit (langsam wachsenden) knochenharten Winterjahresringen abwechseln. Das ist bei Kiefer und einigen anderen Nadelhölzern auch der Fall, aber nicht so ausgeprägt wie bei Fichte. Bei Schnitzern ist Fichte deshalb überhaupt nicht beliebt. Wenn man Fichte quer zur Faser (jedes Holz besteht aus Fasern) schneidet, leisten die dunklen Jahresringe einen erheblichen Widerstand, während die hellen Ringe so weich sind, dass sie häufig überhaupt nicht geschnitten, sondern vom Messer zusammengedrückt werden. Das Schnitzeisen "rattert" durchs Holz (bzw. stoppt bei jedem Winterjahresring). Das ergibt kein gutes Schnittbild. Die hellen Ringe sind bei Fichte sogar so weich, dass man sie schon mit dem Fingernagel zusammendrücken kann.

    Also: insbesondere bei Fichte sind die hellen Ringe sehr weich und die dunklen Ringe sehr hart. Außerdem gibt es bei Fichte ziemlich viele Äste, die nicht nur das zu malende Bild stören, sondern auch dunkel, hart und häufig rissig sind.

    Wenn du kein Sperrholz, sondern Massivholz nehmen willst, solltest du ein astfreies Holz wählen, bei dem es möglichst keinen großen Farbunterschied zwischen den Sommer- und den Winterringen gibt und bei dem die Härte der Sommerringe etwa gleich der Härte der Winterringe ist. Bei Laubhölzern (einige Vorschläge habe ich ja oben bereits gemacht) wirst du da eher fündig als bei Nadelhölzern.

    Im Baumarkt findest du vorwiegend Bauholz (d.h. Nadelholz). Laubhölzer sind dort zwar auch aber nur in sehr begrenzter Auswahl verfügbar. Als Bezugsquelle empfehle ich einen gut sortierten Holzhändler, der möglichst viele verschiedene Laubhölzer als Stammware "auf Lager" hat. Wenn du mit Stammware nicht klar kommst, kannst du dir die benötigten Massivholzplatten auch von einem Schreiner zuschneiden (und hobeln) lassen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Michael,

    deine Löffelschnitzmesser sind doch noch nagelneu. Die müssen erst mal noch nicht geschärft werden. Sie sollten die Schärfe zudem länger als normale Hohleisen halten, denn die Hohleisen werden mit mehr Kraft geführt, vor allem dann, wenn sie mit dem Klüpfel geschlagen werden, und müssen deshalb auch öfter nachgeschärft werden als die mit einer Hand geführten Löffelschnitzmesser.

    Rundstab mit Schleifpapier ist nur bei innenliegendem Anschliff (gibt es auch, ist aber selten) sinnvoll. Bei deinen Löffelschnitzmessern dürfte der Anschliff außen liegen, genau wie bei einem normalen Hohleisen. Deshalb kann man Löffelschnitzmesser mit außen liegendem Anschliff auch genau wie ein Hohleisen schärfen und abziehen.

    Frohe Weihnachten!

    Gruß

    Bernd

    Hallo Sunipero,

    du bist hier im Schnitzerforum. Brandmalerei hat mit Schnitzen nichts zu tun, daher fürchte ich, wirst du hier auch keine Antworten auf deine Fragen zur Brandmalerei bekommen.

    Ein paar Tips zum Holz könnte ich vielleicht geben. Deine Angabe: "Material ist verleimtes Holz aus dem Bauhaus" ist allerdings nicht hinreichend präzise, um beurteilen zu können, welches Holz du da als Ausgangsmaterial benutzt hast. War es ein Laubholz oder ein Nadelholz? Wenn Nadelholz, dann könnte es evtl. Fichte oder Kiefer gewesen sein. Wenn Laubholz, dann vielleicht Buche, Eiche oder Birke? Die Eigenschaften der Hölzer sind nun mal so verschieden, dass man mit der Bezeichnung "Holz aus dem Bauhaus" so gut wie nichts anfangen kann.

    Grundsätzlich denke ich, dass du für Brandmalerei ein möglichst einfarbiges Holz nehmen solltest, ein Holz, das keine starke Zeichnung hat, d.h. ein Holz, bei dem es so gut wie keinen signifikanten Farbunterschied zwischen den Sommer- und den Winterjahresringen gibt. Das ist bei Linde z.B. der Fall. Ahorn könnte evtl. auch ganz gut für Brandmalerei geeignet sein. Buche geht sicher auch. Evtl. auch Pappel (auch als Sperrholz). Überhaupt könnte Sperrholz vielleicht eine Lösung für dich sein. Sperrholz gibt es aus Birke, Buche und Pappel usw. (jedenfalls sind das die gängigen Sperrhölzer). Nadelholz würde ich wegen der unterschiedlichen Härte- und Farb-Eigenschaften der Jahresringe nicht nehmen. Das Holz sollte zudem möglichst astfrei sein.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Michael,

    das werden Salatbestecke zum Verschenken, wie ich sie hier schon gezeigt habe. Die haben immer gleichen Umriss. Dafür habe ich mir eine Schablone und eine Einspannhilfe angefertigt. Damit geht vieles schneller. Wie ich sie an der Bandsäge zusäge, verrate ich hier im Forum nicht, denn das braucht ebenfalls Übung und Erfahrung mit der Maschine. Außerdem braucht es für bestimmte Schnitte noch selbst gebaute Hilfsmittel, ohne die ich den Löffel nicht gegen das laufende Sägeblatt schieben würde. Ich verrate sie aber nicht, denn ich möchte schließlich nicht verantwortlich dafür sein, wenn das ein Ungeübter nachmacht, dem danach möglicherweise irgend ein Körperteil fehlt...

    Ansonsten schnitze ich meine Löffel individuell. Ich säge sie nicht immer gleich zu. Manche haue ich auch mit meinem Bildhauerbeil aus dem Holz. Oder mit dem Zugmesser. Also: alle möglichen Varianten.

    Gruß

    Bernd

    ... hier noch ein Foto, auf dem zu sehen ist, dass ich je nach Anwendungsfall auch Bildhauerbeitel (hier: DASTRA Stich 7, 16 mm breit) zum Aushöhlen von Löffeln benutze. Im vorliegenden Fall ist es trockenes Kirschbaumholz (es ist hart, aber schön!). Links neben dem in der Hinterzange der Hobelbank eingespannten Werkstück liegt ein zweiter (und ein dritter) Rohling, wie er aussieht, nachdem die grobe Form mit der Bandsäge gesägt wurde. Das Messer auf dem Foto ist von Svante Djärv.

    Hallo Michael,

    trockenes Lindenholz ist eigentlich sehr gut zum Schnitzen geeignet. Linde kann aber auch sehr harte Stellen haben. Vielleicht hast du gerade so ein Stück erwischt.

    Beim Löffelschnitzen ist alles erlaubt, was Fortschritt bringt. Es muss nicht unbedingt ein Löffelschnitzmesser sein. Ein entsprechend geformtes Bildhauereisen (ggf. auch mehrere verschiedene Formen) ist selbstverständlich auch eine gute Möglichkeit, "in die Tiefe" zu schnitzen. Das mache ich auch des Öfteren, vor allem dann, wenn ich Löffel in der Werkstatt schnitze, wo ich alle meine Eisen an der Wand vor mir habe. Wenn's zu hart wird, kann man sogar einen Klüpfel dazu nehmen (feste Einspannung des Werkstücks vorausgesetzt!). Damit geht's eigentlich immer.

    Mit einem Löffelschnitzmesser kann man sowohl ziehend als auch drückend schnitzen. Der ziehende Schnitt geht leichter von der Hand, hat aber zur Folge, dass die Oberfläche damit nicht so glatt wird wie beim drückenden Schnitt. Beim Ziehen eines Löffelschnitzmessers bilden sich Rillen (was beim Anlegen der Form aber noch kein Problem ist).

    Beim normalerweise mit dem Löffelschnitzmesser durchzuführenden drückenden Schnitt (Schnittrichtung senkrecht zur gebogenen Schneide) sollte man darauf achten, dass das Messer nicht zu tief in das Holz eindringt, denn je tiefer es im Holz steckt, desto schwerer der Schnitt. Mit der gebogenen Schneide unter vielen Wiederholungen möglichst dünne Späne (mit der Faser, nicht gegen die Faser!) abschälen - das ist die Methode, die beim Löffelschnitzmesser gut funktioniert und die beste Oberflächenqualität in der Wölbung bringt. Man muss es üben - und gewöhnt sich nach und nach an eine erfolgreiche und sinnvolle Handhabung von Löffelschnitzmessern. Der große Vorteil dieser Messer besteht darin, dass man damit überall mit nur einer Hand und ohne Einspannung des Werkstücks (wenn die andere Hand das Werkstück hält) schnitzen kann.

    Nasses Grünholz leistet weniger Widerstand beim Schnitzen als trockenes Holz (bei jeweils gleicher Holzart). Das Prinzip ist aber gleich: geht das Messer zu tief ins Holz, sträubt sich auch Grünholz gegen den Schnitt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Michael,

    das C4 Schnitzmesser von Beavercraft dürfte mit Morakniv 105 vergleichbar sein. Jedenfalls im Blick auf die Klingenform und Klingenlänge. Kenne dieses Messer aber nicht. Morakniv 105 ist aus laminiertem Carbon Steel (= LC) gefertigt. Hält die Schärfe gut. Damit lässt sich gut schnitzen.

    Habe leider keine Angabe gefunden, wie dick die Klinge vom C4 ist. Dünner als die vom Morakniv sollte sie meiner Meinung nach nicht sein, denn die ist schon ziemlich dünn. Die Spitze kann man schon mal schnell verbiegen (ist mir beim 120 C [allerdings beim einfachen Carbon Steel] schon mal passiert).

    Eine dickere Klinge (wie z.B. beim Svante Djärv Carving Knife) wäre zu empfehlen. Sie bringt mehr Stabilität ins Messer (ist allerdings auch deutlich teurer). Die Messer von Svante Djärv sind sehr gut. Sie sind handgeschmiedet und in jeder Hinsicht weder mit Beavercraft noch mit Morakniv vergleichbar.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Michael,

    auch meinerseits ein herzliches Willkommen hier im Schnitzerforum. Schön, dass du mit dem Löffelschnitzen loslegen willst. Auf den ersten Blick scheint das Löffelschnitzen eine langweilige Angelegenheit zu sein - ist es aber nicht. Es gibt so viele Möglichkeiten, einen Löffel zu schnitzen und zu gestalten. Mit jedem geschnitzten Löffel steigt der Anspruch und es kommen wieder neue Ideen, die umgesetzt werden wollen...

    Auch das Ausgangsmaterial (Holz) ist total unterschiedlich und fordert dich heraus, das jeweils Optimale dem Stück zu entlocken. Es ist ein Unterschied, ob man Löffel aus einem trockenen Brett oder einer Astgabel aus Grünholz schnitzt. Letzteres ist meiner Meinung nach die spannendere Angelegenheit, da man hier zuerst die Markröhre entfernen und ansonsten in besonderer Weise auch in der Form des Löffels dem Faserverlauf weitestgehend folgen sollte. Wenn's gelingt, kommen dabei wunderschöne Löffel heraus.

    Nun zu deiner Ausstattung. Die beiden Löffeleisen von Beavercraft sind eine gute Wahl mit einem sehr guten Preis- Leistungsverhältnis. Das mit dem langen Griff habe ich auch in Gebrauch. Es liegt sehr gut in der Hand, eignet sich aber nicht so gut für die tieferen Stellen. Dafür ist das zweite Eisen mit der stärkeren Krümmung genau das Richtige. Ich habe zwei damit vergleichbare Löffeleisen, allerdings nicht von Beavercraft, sondern von Narex. Sie sehen aber fast genauso aus wie deins. Da die Schneide vom Griff relativ weit weg ist, braucht man bei diesem Messer allerdings deutlich mehr Kraft beim Aushöhlen. Deshalb habe ich das Metallteil zwischen Holzgriff und gebogener Schneide mehrfach mit TesaKrepp dick umwickelt. Das sieht zwar nicht schön aus, hat aber einen entscheidenden Vorteil: ich kann das Messer näher an dessen Schneide führen, was für meine Finger wesentlich angenehmer ist, weil der Druckpunkt weiter vorne liegt und diese Haltung den Hebelarm beim Schnitzen (Aushöhlen) deutlich verkürzt. Meine beiden Löffeleisen von Morakniv (die allerdings nicht so dick/stabil sind wie die von Narex) habe ich aus dem selben Grund ebenfalls mit Tesakrepp umwickelt. Aber das, was dir die Arbeit mit Löffelschnitzmessern erleichtert, wirst du selbst ausprobieren müssen...

    Ein Beil für's Löffelschnitzen ist nicht unbedingt nötig. Man kann die grobe Form des Löffels auch sehr zügig mit der Bandsäge (oder einer scharfen Handsäge etc.) zuschneiden. Das Beil auf dem Foto scheint mir zudem ein wenig zu kurz und zu klein zu sein. Nun ja, es wird wohl auch funktionieren, aber es ist doch eher ein leichtes Rucksackbeil als ein Schnitzbeil. Außerdem wirst du es noch ordentlich scharf machen müssen, sonst wirst du überhaupt keine Freude daran haben. Die Schärfe ist wichtiger als die Gradzahl des Schneidenwinkels. Schau dir mal die Gewichte der Schnitzbeile der renommierten Schmieden (z.B. Gränsfors, Djärv usw.) an. Dann weißt du in etwa, wie groß bzw. wie schwer ein Beil zum Schnitzen sein sollte. Aber - wie gesagt - es geht auch ohne Beil.

    Als Schnitzmesser für die äußere Bearbeitung würde ich für den Anfang zu Morakniv Woodcarving 105 greifen. Wenn's was Besseres sein soll, dann vielleicht ein vergleichbares Modell von Svante Djärv o.ä.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Jakob,

    Wenn die Maschine nur brummt, sich aber nicht dreht - hast du mal versucht, die Scheibe mit der Hand zu drehen? Vielleicht ist sie nur ein wenig eingerostet und läuft danach wieder. Wenn das Drehen mit der Hand nicht hilft, dürfte eine Reparatur (oder ein Neukauf) fällig sein ...

    Im ungeheizten Schuppen kann je nach Witterung eine für Werkzeuge und Maschinen zu hohe Luftfeuchtigkeit auftreten. Die Folge: die Metallteile fangen an zu rosten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Andreas,

    die Risse im Holz haben mit der "zweifelhaften Herkunft" des Holzes nichts zu tun. Sie entstehen während der Trocknung des Holzes. Je größer der Feuchtigkeitsunterschied zwischen der Oberfläche (also außen) und dem Kern des Holzes (also innen) ist, desto größer werden die Spannungen im Holz, was dann meistens dazu führt, dass das Holz aufreißt.

    Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Markröhre des Holzes durch die zu schnitzende Figur läuft. Das sollte man möglichst vermeiden. Deshalb rate ich dir, das runde Holz (den Stamm oder den Ast) vor dem Schnitzen in Längsrichtung in zwei Hälften zu spalten und die Markröhre zu entfernen. Aus den beiden Hälften kannst du dann deine Figuren schnitzen, die sich beim Trocknen des Holzes infolge der Spannungen zwar noch etwas verformen, aber nicht mehr so stark einreißen dürften. Wenn man die Figur in den Schnitzpausen in ein Tuch einwickelt, trocknet deren Oberfläche nicht so schnell aus, was ebenfalls die Spannung im Holz und damit das Risiko von Rissen minimiert.

    Mit Sicherheit ausschließen kann man die Risse aber nicht - es sei denn, man arbeitet ausschließlich mit vollends durchgetrockneten Hölzern - aber auch dabei habe ich schon Riss-Überraschungen erlebt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Berkow,

    man könnte die Darstellung (Christus hinter dem Kreuz) so interpretieren, dass der König das Kreuz bereits hinter sich hat. Sein Auftritt hinter dem Kreuz könnte dann seine Auferstehung, seine Himmelfahrt oder seine Wiederkunft veranschaulichen. Was davon mit dieser Darstellung letztlich gemeint ist, hat Christian möglicherweise bewusst offen gelassen. Vielleicht soll man als Betrachter ja gerade darüber nachdenken ...

    Gruß

    Bernd

    Hallo Andreas,

    herzlich willkommen hier im Hobbyschnitzer Forum! Vielen Dank für die Bilder von deinen Schnitzereien. Wenn man bedenkt, dass du vor wenigen Monaten erst mit dem Schnitzen angefangen hast (und nicht mit Beiteln, sondern nur mit Schnitzmessern arbeitest), sieht das, was du hier zeigst, doch schon ganz gut aus.

    Die Proportionen sind dir auf Anhieb bei allen Figuren echt gut gelungen. Das ist schon mal sehr viel wert, denn wenn die Proportionen nicht stimmen, kann die Figur noch so sauber geschnitzt sein - das Wesentliche würde ihr trotzdem fehlen.

    Das Gesicht könnte insgesamt noch etwas sauberer ausgeschnitzt werden. Das würde ihm gut stehen. Wenn zwischen Nase und Stirn noch eine "Stufe" zu sehen ist (kann man auf dem Foto nicht so genau erkennen), dann wäre diese Stufe evtl. auch noch zu glätten, bzw. zu beseitigen.

    Ansonsten: Weiter so!

    Gruß

    Bernd

    Hallo Mikero,

    Das "über die Kanten Gemalte" lässt sich doch leicht wieder weg schnitzen, oder etwa nicht? Das würde ich jedenfalls mal probieren - auch auf die Gefahr hin, dass man die Katze nachher nicht mehr als solche erkennt - was ich allerdings für ziemlich unwahrscheinlich halte.

    Versuch's mal und stell hier noch ein Foto vom Ergebnis rein.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Thomas,

    dein Thema wäre wohl besser im Forum Woodworking aufgehoben. Dort werden auch Betten gebaut. Hier wird ja ausschließlich das Thema "Schnitzen" behandelt.

    Holzverbindungen ohne Metall kann man allerdings auch mit einem Schnitzmesser herstellen. Für die weihnachtliche Dekoration eines Schaufensters habe ich zwar kein Bett, aber eine Krippe aus Zweigen, die beim Sturm von unseren Straßenbäumen gefallen sind, gebaut. Es ist eine rustikale Futterkrippe, die komplett ohne Metall, aber auch ohne Leim, gefertigt ist. Die Holzverbindungen dieser Krippe sind alle nur zusammengesteckt. Damit sich die Steckverbindungen nicht wieder lösen, sind sie mit je einem kleinen Holznagel gesichert. Ich hoffe, dass man das auf den Fotos einigermaßen erkennen kann.

    Auf jeden Fall kann man ein Bett auch komplett ohne Metall (oder Leim) nur mit zusammengesteckten Holzverbindungen, die mit einem Holznagel oder einem Holzkeil gesichert sind, bauen.

    Den Plan dafür wirst du dir aber wohl selber machen müssen...

    Gruß

    Bernd

    Hallo Tina,

    herzlich willkommen hier im Forum. Ein Austausch geht immer am Besten mit Fotos. Da sieht man, was geschnitzt wurde und kann dann auch entsprechende Fragen stellen und/oder Tipps geben/bekommen.

    Gruß zurück, ebenfalls vom Niederrhein

    Bernd

    Hallo Mikero,

    danke für deine Antwort. Noch ein Tipp: Zwischen die Inbusschrauben und das Kleeblattrelief würde ich eine Holzleiste einlegen, damit dir die "Inbus-Bankhaken" nicht ins Relief reindrücken. Du kannst die Löcher auch größer bohren und dann Bankhaken aus Holz verwenden. Die Spanplatte ist dafür allerdings nicht so ideal (geht aber auch - und für'n Anfang ist das ok). Multiplex oder Buche-Leimholz wäre eine bessere Schnitzbankplatte.

    Für's Üben mag es ja egal sein, welches Holz man nimmt - ich würde allerdings auch für's Üben immer das Holz nehmen, aus dem ich danach ein Schnitzprojekt realisieren will. Auf keinen Fall würde ich für's Üben Fichtenholz nehmen. Der Frust ist damit auch beim Üben vorprogrammiert.

    Zum Üben, vor allem aber auch zum Ausprobieren von neuen Mustern, usw. hebe ich mir immer einige Holzreste (am liebsten Lindenholz, es geht aber auch mit vielen anderen Holzarten) von bereits ausgeführten Schnitzarbeiten auf. Die nehme ich auch für Probeschnitte nach dem Schärfen. Daran kann man gut erkennen, ob das Eisen scharf und Schartenfrei ist oder nicht. Die Scharten sind manchmal so klein, dass man sie mit bloßem Auge kaum sieht. Aber im Schnittbild (im Lindenholz) sind ihre Spuren deutlich zu sehen. Dann muss so lange nachgeschärft werden, bis die Spur im Schnitt verschwunden ist.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Mikero,

    Deine erste Vermutung ist genau die Richtige. Du hast das Holz genommen, das sich am schlechtesten schnitzen lässt: Fichtenholz!

    Bei diesem Holz wechseln sich knallharte Winter-Jahresringe mit styropoorweichen Sommer-Jahresringen ab. Während sich der Winter-Jahresring (mit Kraft) ganz gut schneiden lässt, gibt es beim im Schnittrichtung nachfolgenden Sommer-Jahresring stets eine mittlere Katastrophe: die Fasern werden nicht geschnitten, sondern gequetscht und brechen weg. Am Schlimmsten ist der Effekt beim Schneiden quer zur Faser. Wenn man in Faserrichtung schneidet gehts noch einigermaßen, aber beim Schnitzen kommt man nicht umhin, auch quer zur Faser zu schneiden.

    Wenn man Fichtenholz sauber schnitzen will, braucht man dafür extrem scharfe Messer und sehr viel Erfahrung bzw. Gefühl fürs Holz. Aber auch dann bleibt es schwierig, einen vernünftigen, sauberen Schnitt durchs Holz hinzulegen. Es wird am Ende immer Stellen geben, bei denen man sieht, dass die weichen Fasern nicht sauber durchgeschnitten, sondern vom Messer zusammengedrückt und abgerissen wurden.

    Mein Tipp: du solltest ein Holz nehmen, bei dem die Härteunterschiede zwischen den Sommer-Jahresringen und den Winter-Jahresringen so gering wie möglich sind. Das ist u.a. der Grund, weshalb das Lindenholz bei den Schnitzern so beliebt ist.

    Also: Lass die Finger vom Nadelholz/Weichholz (insbesondere vom Fichtenholz). Es brennt gut, aber zum Schnitzen taugt es nichts (einige rühmliche Ausnahmen gibt es allerdings auch beim Nadelholz: z.B. Weymouthkiefer und/oder Zirbelkiefer).

    Gruß

    Bernd

    Hallo Mikero,

    Alle Achtung! Für eine erste Schnitzarbeit ist das Resultat bemerkenswert gut geworden. Ich denke, du hast schon ein Gefühl dafür, wie man mit Schnitzwerkzeugen arbeitet - das ist jedenfalls deutlich zu sehen - und wenn du weiter schöne Schnitte übst, wird jedes Schnitzwerk ein Stück besser.

    Ich will keinesfalls meckern, sondern nur zwei Anregungen weitergeben, die dir vielleicht noch hilfreich sein können:

    1. Auf der tiefer gelegten Grundfläche sind noch einige Faserausrisse zu sehen. Dort hast du die falsche Schnitzrichtung erwischt (passiert jedem Schnitzer immer wieder). Die Bruchstellen (gebrochene Fasern) kriegst du weg, in dem du an diesen Stellen von der Gegenrichtung (d.h. mit der Faser, nicht gegen die Faser) noch einmal nachschneidest.

    2. Die Sonnenblumenkerne hast du mit parallelen Kerben schön herausgearbeitet. Diese Kerben lassen sich mit einem scharfen Kerbschnitzmesser noch einmal nachziehen. Dann kriegst du die Rückstände in der Mitte der Kerbe auch noch raus und die Kerben werden schön sauber.

    Aber das nur als Tipps. Es ist keine Kritik. Wie gesagt: für ein Erstlingswerk ist das eine tolle Arbeit. Weiter so!

    Gruß

    Bernd