Hallo Martin,
das Thema Schärfen ist echt entscheidend! Scharfes Werkzeug macht den Unterschied zwischen Frust und Freude.
Man kann auch mit mittelmäßigem Werkzeug vieles machen, solange es scharf ist. Umgekehrt wird das beste Werkzeug als "schlecht" empfunden, wenn es stumpf ist.
Es könnte also sein, daß dem vorhandenen Linolschnittwerkzeug erstmal vor allem die Schärfe fehlt und darum als "schlecht" empfunden wird.
Übrigens schärfen auch hier der Thomas Spangler oder "Mr. Schnitz" Schitzwerkzeug nach. Da könntet ihr mal nachfragen, ob sich das für das vorhandene Werkzeug lohnt. Die Bezeichnung/Hersteller wären sicher wichtig.
Für härteres Material als Linol, z.B. Obstbaumholz braucht es dann aber schon auch guten Stahl, sonst muss man alle paar Schnitte nachschärfen/abziehen. Drum mit lieber mit Linde anfangen.
Schärfen ist Wissenschaft und auch reichlich Philosophie.
Mir reicht eine gute "Gebrauchsschärfe" und ich hab das folgende auch für Hobelmesser, Stemmeise, Küchenmesser, Hobbyskalpel, Taschenmesser usw. im Einsatz. Weil ich kein Öl in der Nähe von Holz will, hab ich beschlossen, komplett auf Wasser zu setzen.
Zum Schärfen benutze ich:
Diamantwendeplatte 400/1000 (mit Wasser oder Glasreiniger)
zum Grat entfernen, Abziehen und Polieren:
(Natur-)Lederriemen mit Juwelierkreide, gute Polierpaste geht sicher auch
zum Abziehen von Formeisen:
Holzstücke mit Polierpaste
Diamantplatte deshalb, weil man die nicht "abrichten" muss. (Bei Schleifsteinen bildet sich mit der Zeit eine Mulde, die man dann z.B. mit einem Abrichtblock wieder rausarbeiten muss).
Hochgelobt sind solche von der Firma DMT, leider teuer. Meine Wendeplatte hat mit Halter ca. 30 Euro gekostet. Kann sein, daß ich Glück hatte, aber ich bin voll zufrieden.
Mit der 400 Körnung bekomme ich leichte Scharten aus der Schneide, dann 1000.
(bei den Körnungen gibt es übrigens einen Unterschied zwischen Japanisch und sonstige)
Körnung 1000 nehme ich, wenn Abziehen auf dem Leder nicht mehr reicht.
Dann geht es darum, den "Grat" abzuziehen und zu polieren.
Das "Polieren" mache ich eigentlich ständig nebenbei und erhalte damit die Schärfe aufrecht.
Ich habe seltenst das Gefühl, daß ich Schnitzmesser wirklich schleifen muss.
Vielleicht mal, wenn ich die draußen im Einsatz hatte, Dreck im Spiel war oder richtig hartes Holz bearbeitet wurde.
Das Leder passt sich ein wenig der gekrümmten Schneidenform an.
Für starke Krümmungen oder Innenseiten schneide ich die Profile mit dem Eisen und präpariere es mit der Schleifpaste.
Gut funktioniert auch eine Lederscheibe mit Polierpaste auf einem Dremel, aber vorsichtig.
Alles was mit Polieren zu tun hat wird mit zunehmendem Gebrauch besser.
Ich hänge mal ein Bild von dem an, was ich konkret verwende.
Voll spannend das Thema, weil ich mir selber nochmal klar mache, was und warum ich die Dinge so mache.
Schönen Adventssonntag
Mächler