Hallo,
beim durchstöbern einiger Beiträge bin ich auf eine Anfrage eines Anfängers zur Betriebszeit von Schnitzmessern gekommen.
Ich respektiere die Mühe die sich dieser Hobbyschnitzer gemacht hat, um dem Fragesteller zu antworten, doch leider stimmen seine Ausführungen nicht.
Ein Messer kann nicht stumpf werden, wenn das Holz zu weich ist und es wird auch nicht stumpf weil man im falschen Winkel ins Holz scheidet. Es kann stumpf werden durch unsachgemße Handhabeng und zwei weiter Gründe, die ich hier beschreiben möchte.
Industriell gefertigte Schnitzmesser, vermutllich handelt es sich um Rosenmesser, werden mit mit 26 – 28 HRC ( Härte nach Rockwell ) aufeghärtet. Das ist bei allen Herstellern so.
Der Grund hierfür ist: Das Messer muss eine bestimmte Fexibilität mit sich bringen, um Handhabungsfehler verkraften zu können.
Ist es zu weich dann ist es auch flexibel, also lässt sich ein wenig biegen ohne zu brechen.
Wenn die Aufhärtung niedig ist, ist auch die Standzeit geringer, muss also öfter abgezogen oder nachgeschliffen werden.
Daher geht die Industrie diesen Kompromiss ein und härtet Messer geringer als die Schnitzbeitel auf.
Jetzt besitzen diese Messer auf beiden Seiten eine Fase mit einem Winkel von je 12 Grad. Diese 12 Grad ermöglichen die Bearbeitung von weichen und harten Hölzern.
Unabhängig ob das Messer auf einem Stein von Hand oder auf einer Maschine an der Fase mit einer Hohlkele entsprechen des Steindurchmessers geschliffen wurde, muss es abgezogen werden. Das Abziehen geschieht auf einem Leder oder einer Polierscheibe. Durch den weichen Polieruntergrund wird Material an der Schneide und am Ende der Fase abgetragen, so das durch das ständige Abziehen die Fase einen Bauch bekommt. Das Gleiche geschieht auch am Schnitzbeitel. Duch das Schleifen auf einer Maschine und dem Hohlschliff in der Fase wird dieser Effekt etwas hinausgezögert.
Mit der kovexen Fom der Fase ändert sich auch der Fasenwinkel und es bedarf mehr Kraft, um in das Holz zu schneiden. Ist die kovexe Form zu groß, besteht die Gefahr das die Klinge nur mit erhötem Kraftaufwnd ins Holz schneidet, sondern wegschnappt. Spätestens hier braucht das Werkzeug einen neuen Anschliff. Die Standzeit erstreckt sich also immer von einem Anschliff zum Nächsten, das hat nichts mit dem zwischenzeitliche Abziehen zu tun. Die Notwendigkeit des Anziehens eines Werkzeuge und die Aufhätung des Stahls so wie die Handhabung des Werkeuges bilden die wirkliche die Standzeit.
Zum Vergleich, Schnitzbeitel besitzen eine Härte zwischen 60 – 62 HRC wobei man bei der Marke Kirschen den niedrigeren Wert ansetzen sollte, was auch die Rosenmesser der Marke betrifft.