Wolfgang ODEHNAL
Beizen und Kolorieren
Eine Zusammenfassung
Benötigte Materialien:
Malunterlage: Am besten eine weiße beschichtete Holzplatte.
Aquarell bzw. Wasserfarben in folgender Reihung:
Gelb Orange Zinnoberrot Karminrot Preußisch Blau Ultramarin
Umbra Blaugrün Gelbgrün Ocker Siena Schwarz
1 Tube Deckweiß
Körnerbeize:
Ansatz: 1 Teil Körnerbeize mit 1 Teil heißem Wasser mischen und schütteln bis sich die Beize gelöst hat. Über Nacht stehen lassen. Die Beize löst sich völlig auf. Gegen „schlecht werden“ des Wassers ein paar Tropfen 3fach Salmiak (bzw. Ammoniak 25%) zufügen. Dann kann der Ansatz jahrelang verwendet werden.
Um einen wärmeren Braunton zu erreichen kann man 1:1 Rosner Wachsbeize dazumischen. Ist nur bei Lindenholz und nur dann erforderlich, wenn das Holz etwas grau ist. Nicht zuviel Wachsbeize dazumischen, da dann die Verarbeitung schwieriger wird. Die Beize schmiert.
Bei Verwendung dieser Mischung ist ein abschließendes Lackieren nicht möglich!
Bei Zirbe kann darauf verzichtet werden, da Zirbe ohnehin schon einen wärmeren Holzton hat.
Verdünnte Ansätze herstellen. Ich habe Verdünnungen von Körnerbeize pur bis Körnerbeize 1:5
Hasenhautleim: Wichtig bei allen stark saugenden Hölzern.
Nicht bei Zirbe, weil Zirbe einen hohen Harzanteil hat. Wird allerdings Zirbenholz beschliffen, so sollte eine verdünnte Hasenhautleimschicht aufgetragen werden. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass die Körnerbeize auch auf Zirbe „verrinnen“ kann. Also verwende ich auch für Zirbe zumindest verdünnten Hasenhautleim.
Ansatz: 1 gehäufter Teelöffel mit kaltem Wasser gut bedeckt, ca. 2 – 3 Stunden aufquellen lassen, anschließend 1/8 Liter kaltes Wasser zugeben. Im Wasserbad auf ca. 60 Grad erhitzen – nicht Kochen!
Vor der Weiterverarbeitung die Probe machen. Zwischen Daumen und Zeigefinger darf der erwärmte Leim nicht schmierig sein oder klebrig sein. Auch während der Arbeit immer wieder kontrollieren weil durch die Hitze Flüssigkeit verloren geht. Ist der Leim zu dick, Wasser zusetzen.
Der Ansatz ist verderblich und hält auch im Kühlschrank nur ca. 4 Wochen.
Tiefkühlen ist möglich. Ich habe ausgetestet, dass man ein paar Tropfen Salmiak bzw. Ammoniak zugeben kann, dann hält der Hasenhautleim auch sofern man ihn kühl lagert über Monate.
Die geschnitzten Stücke in Ruhe mit einem nicht zu großen Pinsel einstreichen, nasse Stellen auspinseln und mindestens einen Tag trocknen lassen.
Man kann auch Arbeiten die man erst später, auch in einem halben Jahr, Kolorieren möchte leimen und Schmutz und staubfrei bis zur weiteren Bearbeitung verwahren.
Stahlwolle: Sorte 00 zum schleifen Kolorierter Figuren nach guter Austrocknung.
Vorsicht bei hellen Stellen, Stahlwolle kann einen grauen Schleier erzeugen.
Schmierseife: zum reinigen
Pinsel:
Borstenpinsel flach: 6er, 8er, 10er, 12er, 14er, 16er
Ein Borstenpinsel 10er oder 12er sollte ganz kurz geschnitten werden, zum abtupfen oder wegwischen. Es kann auch ein alter abgeschnittener Pinsel genommen werden.
Rundpinsel: 1er, 2er, 3er, und 6er.
Großrunder Borstenpinsel; zum waschen und wachsen.
Außerdem zum Wachsen verschiedene alte Borstenpinsel und auch Zahnbürsten.
Reinigen: Mit flüssiger Schmierseife und viel Wasser. Rundpinsel nach dem Waschen immer mit dem Mund anspitzen,
Bürsten: Weiche Bürste zum polieren. Es gibt auch eine eigene flache Polierbürste.
Flanelltücher: Diese werden feucht verwendet. Z.B. Wischen beim Beizen oder Kolorieren, aber auch zum abtupfen des Pinsels damit nicht zuviel Farbe in der Spitze ist.
Hartwachs: Büffelglanz mit Glanzhärter nur für Innen. Für Außen Leinölfirnis oder Lasur.
Büffelglanz nach ca. 3 Stunden Trockenzeit mit Bürste polieren. Altes, bröckeliges oder hartes Wachs mit etwas Terpentinersatz verdünnen, bzw. im Wasserbad erwärmen. Mit hartem Rundpinsel auftragen (dünn).
Pinsel mit Seife reinigen und auswaschen.
Gold und Silberlack: Erst nach dem Polieren oder Lackieren auftragen.
Nitroverdünnung: Zum Reinigen der Pinsel nach Verwendung von Gold und Silberliquid. Danach mit Seife auswaschen.
Möglichkeiten eine Figur zu behandeln:
1. Natur belassen – waschen, wachsen. Kann im Anschluss nicht mehr koloriert
werden.
2. Einfärbig beizen.
3. Differenziertes beizen.
4. Kolorieren.
5. Fassmalen und Vergolden.
Arbeitsgänge:
Waschen: Mit Waschpinsel fertige Schnitzerei waschen, großrunder Borstenpinsel, flüssiger Schmierseife, trocknen lassen.
Leimen: trocknen lassen.
Vor Malbeginn ev. Figur kalt nässen. Gesicht auf jeden Fall nässen. Zirbe wird nass Koloriert bzw. gebeizt.
Kolorieren:
Die Farben werden stets mit Körnerbeize gebrochen.
Zu mischende Standardfarben:
Hautfarbe: Wenig Zinnoberrot, Körnerbeize, auf der Arbeitsfläche stark verdünnen
Schattierung: Preußischblau + Beize
Wangen und Lippenfarbe: Zinnoberrot ++ Karminrot +
Haare: Beize, etwas Umbra, Ocker, schwarz, Farbe dick anmischen. Farbe nach belieben mischen.
Gelb alleine nicht verwenden. Gelb mit Beize wird grün deshalb ergibt Gelb mit Ocker und Siena gebrannt ein gebrochenes Gelb.
Grau: Schwarz –Beize – Deckweiß
Eisenimitation: Schwarz – Deckweiß
Violett: Karmesinrot – Preußischblau
Weiße Teile mit Ocker mischen ev. mit Ultramarinblau brechen.
Alle Hautteile und alles Weiße wird nicht gewischt und nicht geschliffen.
Weiße Stellen ganz zum Schluss machen, da Deckweiß sehr lange zum trocknen braucht.
Verschieden Beizen:
Hautteile anfeuchten damit sie nicht zu dunkel werden! Begonnen wird mit der hellsten Beize. Z.B. Gesicht, nachher wischen, dadurch entstehen automatisch die Schatten.
Die scharfen Ränder die bei der nächstdunkleren Beize entstehen sofort mit feuchtem Borstenpinsel verwischen damit ein weicher Übergang entsteht. Am Schluss die Erhöhungen mit feuchtem Flanelltuch wischen. Bei den Haaren kurzen Stumpenpinsel zum Wischen verwenden.
Die Malunterlage nicht zum Wachsen verwenden, da Fettschlieren entstehen!!!
Ich schick das Skriptum trotzdem gerne an alle die es haben wollen als Worddatei. Da sind auch Grafiken über dass malen von Augen dabei die jetzt nicht dabei sind. Auch fragen dazu, beantworte ich gerne.
Meine Mailadresse ist
maestro.gepetto@chello.at
Wolfgang