Beiträge von TreibHolz

    Hallo Osvid,

    deine Frage ist nicht so ganz eindeutig, weil der belgische Brocken ja auch ein Wasserschleifstein ist, allerdings ein Naturstein, und zwar ein besonders guter, der sehr gut für "den letzten Schliff" und damit für eine rasiermesserscharfe Schneide geeignet ist. Berkow hat dir ja schon was zum Thema Körnungen geschrieben. Zum Thema "belgischer Brocken" gibt es hier noch einige Informationen:

    https://www.hobbyschnitzen.de/Schnitzerforum/thread/3522-grüße-aus-braunschweig/

    Vielleicht hilft dir das ja auch weiter.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Heidi,

    auch von meiner Seite ein herzliches Willkommen hier im Forum. Den Thüringern und Sachsen scheint das Schnitzen wohl im Blut zu liegen, denn das, was du da als erste Versuche gezeigt hast, ist für den Einstieg in die Welt des Schnitzens eine sehr respektable Leistung. Respekt!

    Bin gespannt auf deine nächsten Arbeiten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Berkow und Kritzel,

    ja, jeder nehme das Werkzeug, mit dem er für den jeweiligen Anwendungsfall am Besten zurechtkommt. Deshalb gibt es ja auch so viele verschiedene Eisen.

    In Spangler's Einsteiger-Set ist ein Geißfuß, Stich 39/4 enthalten, im Best-Of-Set ist ein Geißfuß Stich 41/6 enthalten, in der Mr. Schnitz - Grundausstattung ist dagegen überhaupt kein Geißfuß enthalten.

    Ich kann daher ruhigen Gewissens bei meiner Empfehlung bleiben. Stich 39/6 ist der Geißfuß, den ich am häufigsten benutze. Stich 39/4 geht selbstverständlich auch, obwohl er (geringfügig) teurer und (meiner Meinung nach) nicht ganz so vielseitig verwendbar wie ein 6 mm breiter Stich ist. Mit Stich 39/4 schneidet man genau die selbe Kerbe wie mit Stich 39/6. Im Bereich von 0 bis 4 mm Tiefe gibt es da überhaupt keinen Unterschied.

    Wenn die Kerbe aber mal tiefer als 4 mm werden soll, ist man mit Stich 39/6 immer noch bestens ausgerüstet.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Kritzel,

    6 Millimeter Seitenlänge ist ein gutes Mittelmaß. Es ist auf keinen Fall zu groß. Der Geißfuß dringt ja nicht sofort bis auf 4, 5 oder gar 6 mm Tiefe ins Holz, sondern bleibt beim Schnitt erst mal an der Oberfläche. Weitere Vertiefungen der V-förmigen Kerbe erzielt man ja nur, wenn man mit dem Geißfuß mehrfach durch die selbe "Rille" durchgeht (sofern man ihn nicht von Anfang an mit roher Gewalt ins Holz drückt).

    3 Millimeter Seitenlänge ist für viele Anwendungen zu klein. Sie macht einen Geißfuß zu einem "Spezialwerkzeug" für filigrane Arbeiten. Wenn's mal etwas tiefer gehen soll, kann man das kleine Eisen nicht gebrauchen.

    Nur für das Andeuten von Flügeln beim Schnitzen eines Vogels braucht man aber sowieso keinen Geißfuß. Das geht genauso gut mit einem ganz normalen Rosenmesser - wenn man damit den Kerbschnitt hinreichend geübt hat. Mit dem Rosenmesser kann man zudem jeden beliebigen Winkel einer V-Kerbe realisieren - man kann sich also den im Foto gezeigten Satz Geißfüße komplett sparen. Ein scharfes Rosenmesser kann nämlich alle diese Fälle auch abdecken.

    Aber wenn man trotzdem mit dem Kauf eines Geißfußes liebäugelt (was ich durchaus verstehen kann), würde ich den Stich 39 mit einer Seitenlänge von 6 mm empfehlen. Damit kann man ganz flache V-Kerben (genau wie mit einem Eisen, dass nur 3 mm Seitenlänge hat), aber auch deutlich tiefere V-Kerben (was mit nur 3 mm Seitenlänge nicht möglich ist) schneiden.

    Welche Seitenlänge hat denn dein Geißfuß? Halt doch mal ein Lineal dran. Mein kleinster Geißfuß hat eine Seitenlänge von 4 mm. Ich nehme aber meistens einen mit 6 mm Seitenlänge.

    Gruß
    Bernd

    Hallo Addi,

    auf dem Foto kannst du die Geißfüße sehen, die sich im Laufe der Zeit bei mir angesammelt haben. Es sind 7 verschiedene Eisen.

    Die Beschriftung ist von mir und bedeutet:

    G = Geißfuß, dann folgt der Öffnungswinkel (60, 75 oder 90 evtl. auch 100 Grad), und dann die Seitenlänge (4, 5, 6 oder 10 mm).

    Ein Geißfuß mit einer Seitenlänge von 3 mm ist ziemlich klein und eher was für filigranere Schnitzereien. Ich würde dir für deinen ersten Geißfuß den Stich 39 mit einer Seitenlänge von 6 mm empfehlen. Den habe ich in meiner Sammlung mit "G 75/6" beschriftet.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Addi,

    die Symmetrie des Vogels hast du doch schon richtig gut hingekriegt. Geht doch, und sieht auch aus wie ein Vogel!

    Wenn Flügel am Körper angedeutet werden sollen, dann die Flügelkante bitte auch mit dem Bleistift aufzeichnen (hast du wahrscheinlich schon gemacht) und dann - wie kritzel vorgeschlagen hat - die Bleistiftlinie mit einem V-förmigen Messer (Geißfuß) nachschneiden. Wenn du kein V-förmiges Schnitzeisen hast, kannst du auch das Kerbschnitzmesser nehmen und eine (nicht so tiefe) Kerbe entlang der Bleistiftlinie schneiden. Den Kerbschnitt entlang einer Bleistiftlinie vorher auf einem Abfallstück üben mit dem Ziel, eine gleichmäßige, V-förmige Kerbe ins Holz zu schneiden. Wenn dir das ohne größere Probleme gelingt, hast du einen kleinen Quantensprung im Schnitzen gemacht.

    Mit einem Geißfuß geht die Kerbe leichter und schneller zu schneiden, mit dem normalen Kerbschnitzmesser solltest du aber auch in der Lage sein, so eine Kerbe herzustellen. Kerbschnitte sollte man auf jeden Fall üben und beherrschen - egal, was gerade geschnitzt wird.

    Ach ja - einen schönen runden Kreis kann man auch mit Hilfe einer Münze zeichnen oder (mit ein wenig Übung) auch Freihand (wird ja anschließend sowieso wieder weg geschnitzt).

    Gruß

    Bernd

    Hallo Berkow,

    das ist ja ein riesiges Relief! Auf Bild 2 (von 9) kann man dessen Größe gut sehen. Es ragt links und rechts erheblich über die Tischplatte der mobilen Werkbank hinaus - und ist 1,05 Meter lang?

    Die Kleidung des Fuhrmanns hast du inzwischen richtig schön detailliert herausgearbeitet. Wenn man Bild 3 mit Bild 9 vergleicht, dann hat sich das Gesicht des Fuhrmannes aber auch erheblich verändert. Ich kann gar nicht sagen, ob es auf Bild 9 gefälliger als auf Bild 3 geworden ist, aber das lässt sich anhand der Fotos wohl auch nicht hinreichend beurteilen.

    Bin gespannt auf die Fertigstellung.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Addi,

    ergänzend zu den Tipps von Berkow würde ich dir noch raten, die Mittellinie (vom Schnabel über den Kopf bis zum Schwanz) wieder neu in Bleistift aufzuzeichnen (vom Schnabel über den Bauch bis zum Schwanz ebenfalls). Diese Linie zeigt dir sehr genau, wo du noch was weg schnitzen musst, damit die Symmetrie wieder stimmt.

    Wenn die Mittellinie beim Schnitzen verschwindet (was völlig normal ist), dann solltest du sie aber nachzeichnen, und zwar bevor sie komplett weg geschnitzt ist (das geht etwas leichter als eine ganz neue Linie anzulegen, was aber auch kein Problem ist). Auf diese Weise hast du beim Schnitzen immer eine Orientierungslinie, obwohl du sie wegen der notwendigen Formgebung (zumindest abschnittsweise) ständig weg schnitzen wirst.

    Also: zwischendurch immer wieder zum Bleistift greifen. Das wird dir bestimmt auch helfen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Dieter,

    jetzt, nach dem letzten Schliff und dem anschließenden Finish, sieht die Oberfläche (und damit das ganze "Ei") richtig gut aus. Vielen Dank für's Zeigen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Addi,

    ja, Sandpapier ist Gift für scharfe Schneiden. Wenn du trotzdem an deinem Vogel weiter schnitzen möchtest, kannst du die Schleifspuren (darin stecken die kleinen Sandkörnchen, die eine gute Schneide schnell stumpf machen) mit einer Raspel, einer Feile oder mit einem Messer, dessen Schneide sowieso schon nicht mehr 100% gut ist und nachgeschärft werden muss, beseitigen.

    Dann kannst du auch wieder mit den scharfen Messern weitermachen. Wenn du nur im Bereich des Schnabels noch ein wenig weiter schnitzen möchtest, ist das Entfernen der Schleifspuren in diesem kleinen Bereich ja auch schnell erledigt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Erik,

    wenn es richtig schön scharf sein soll - und das sollen Schnitzmesser immer sein - dann ist Körnung 2000 nicht zu fein, sondern eher noch zu grob. Grobe Körnungen werden benötigt, wenn man eine Macke in der Schneide hat, die ausgeschliffen werden muss (je tiefer die Macke, desto gröber die Anfangskörnung). Ist die Schneide allerdings in Ordnung und muss "nur" nachgeschärft werden, dann brauchst du dafür eine deutlich feinere Körnung.

    Es gibt Ölsteine und/oder Wassersteine. Wenn du das Nachschärfen mit einem Wasserstein machen möchtest, kommt beispielsweise ein "belgischer Brocken" in die engere Wahl. Aber nicht als Bankstein (der ist zu teuer), sondern als kleineres Bruchstück, das ab etwa 20 Euro zu haben ist. Am Besten gleich zwei davon, denn dann kannst du beide Steine nass machen und gegeneinander reiben. Das nennt man "anreiben". Dabei entsteht eine milchige Schlämme, auf der du dann dein Kerbschnitzmesser super fein schärfen bzw. abziehen kannst. Der gelbe belgische Brocken hat eine Körnung von etwa 8000. In diesem Körnungsbereich wird's richtig scharf.

    Der belgische Brocken ist ein einfach zu handhabender Naturstein mit sehr guten Schärfeigenschaften. Obwohl ich eine Schärfmaschine habe, nehme ich zwischendurch doch auch gerne immer wieder mal meinen belgischen Brocken. Im Urlaub ist er sowieso stets dabei.

    Eine Schärfmaschine kommt für dich noch nicht in Betracht, da du erst mal nur ein Schnitzmesser hast. Wenn sich im Laufe der Zeit die Werkzeuge mehren kann man auch über ein Maschinchen nachdenken.

    Wann man nachschärfen muss? - Wenn das Messer nicht mehr so leicht ins Holz geht oder wenn die Schnittfläche im Holz nicht mehr richtig glatt aussieht. Sobald man ein wenig Erfahrung im Umgang mit Schnitzwerkzeugen hat, merkt man schnell, ob eine Schneide richtig scharf ist oder nicht. Einen Rhythmus gibt es für das Nachschärfen nicht. Es hängt u.a. davon ab, welches Holz geschnitzt wird und wie oft bzw. wie lange das Messer im Einsatz ist.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Erik,

    herzlich willkommen hier im Forum. Obwohl ich noch nie einen an hatte, ist ein Sicherheitshandschuh beim Schnitzen in der Hand auf jeden Fall eine gute Sache, vor allem für Anfänger. Aufpassen und kontrolliert stets in die richtige Richtung schneiden (quer zur oder mit der Faser, aber nie gegen die Faser) muss man aber trotzdem.

    Für den Anfang hast du dir genau das richtige Messer (das Standard-Kerbschnitzmesser) gekauft. Damit kann man schon mal eine ganze Menge machen. Man sollte den Umgang mit diesem Messer allerdings bewusst üben. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von verschiedenen Messerhaltungen, die man trainieren und sich aneignen sollte. Für den Anfang reichen zwei oder drei unterschiedliche Messerhaltungen. Wenn die gut beherrscht werden, wird es Zeit, neue Haltungen dazu zu lernen. Jede neue Haltung, die dazukommt, erweitert den Anwendungsbereich dieses Messers.

    Hast du das Messer schon mal nachgeschärft? Wenn ja, womit?

    Gruß

    Bernd

    Hallo Dieter,

    das ist eine interessante Figur. Geschnitzt und anschließend geschliffen. So mache ich es bei einigen meiner Schnitzarbeiten auch. Wenn ich eine geschnitzte Oberfläche glatt schleife, dann allerdings (mit der groben Körnung, das ist bei mir normalerweise die Körnung 80) so gründlich, dass keine Schnitzspuren mehr zu sehen sind. Nur dann bin ich mit dem Schleifergebnis zufrieden und schleife mit den feineren Körnungen weiter, damit die Schleifspuren der 80er und/oder 120er Körnung usw. auch noch verschwinden.

    Man kann das Schleifen allerdings auch weniger intensiv betreiben oder auf bestimmte Stellen der Oberfläche des Objektes begrenzen. Dann bleiben die Schnitzspuren an den nicht oder nur wenig geschliffenen Stellen erhalten. Das kann ein Gestaltungselement sein. Ob das so sein soll oder nicht, entscheidet allein der Künstler. Siehst du das auch so?

    Noch eine Frage: Wie hast du das "Ei" beim Schnitzen gehalten? In der Hand oder irgendwie eingespannt?

    Gruß

    Bernd

    Hallo Berkow,

    Es ist nicht das Lob von Treibholz (das wäre ja ein Eigenlob), sondern vom Freizeitschnitzer. Danke an euch Beide!

    Ja, die Form ist ungewöhnlich. Bei diesem Löffel sollte der Stiel in der Mitte eine V-Kerbe bekommen. Dabei kam mir dann die Idee, diese Kerbe in der Laffe konsequent fortzusetzen. Sie erinnert mich an ein Ruderboot.

    Ich wäre nie auf die Idee gekommen, Löffel zu schnitzen, denn das schien mir eine ziemlich langweilige Angelegenheit zu sein. Ich habe dabei allerdings nur an die einfachen Kochlöffel in der Küche gedacht - bis ich die geschnitzten Löffel von David Fisher auf dessen Homepage gesehen habe. Dabei habe ich Feuer gefangen.

    Es sind zwar auch nur Löffel aus Holz, aber sie sind doch sehr fein mit hoher Präzision geschnitzt und mit einer von unendlich vielen Variationsmöglichkeiten wunderschön gestaltet. Die Löffel von David Fisher kann man allerdings auch nicht im Geschäft sehen...

    Gruß

    Bernd

    Hallo Addi,

    eine Mittellinie ist schon mal gut. Sie gibt eine gute Orientierung für die Symmetrie.

    Bevor du dich allerdings mit dem Schnabel beschäftigst, solltest du versuchen, den gesamten Körper des Vogels in seinen Umrissen proportional grob zu formen. Wenn die großen Proportionen des Körpers einigermaßen stimmen, dann erst geht man zu den kleineren Proportionen (z.B. Kopf) und dann erst zu den Details (z.B. Schnabel oder Flügel etc.) über. Also: nicht schon den Schnabel schnitzen, wenn Körper und Kopf noch nicht klar erkennbar sind.

    Im dem von dir gezeigten Zustand würde ich mich erst mal dem Rücken des Vogels zuwenden und versuchen, diesen bis zur Bleistiftlinie herunterzuarbeiten. Etwa genau so wie du es bei dem Bauch des Vogels gemacht hast.

    Wenn ich beim Schnitzen an einen Punkt gekommen bin, an dem ich nicht weiter weiß, hilft es mir meistens, die Schnitzarbeit einfach wegzulegen und etwas Anderes zu machen. Wenn ich die Arbeit eine Zeit später wieder in die Hand nehme, ist der Kopf wieder frei, sodass ich besser erkennen kann, wie ich die Arbeit fortführen sollte.

    Noch ein Tipp: Wenn du die Möglichkeit hast, den Vogel zu fixieren (z.B. auf einem Brett mit Holzleim/Dübel oder mit einer Schraube von unten), dann kannst du das Brett mitsamt Vogel mit einer Schraubzwinge am Arbeitstisch oder sonstwo festklemmen und kannst mit beiden Händen schnitzen. Das erleichtert die Sache. Geht meistens besser als das Schnitzen in der Hand. Die Art und Weise, wie man so einen Vogel am Besten schnitzt, muss man allerdings ausprobieren und dann für sich entscheiden.

    Wichtig ist: dran bleiben und versuchen, die Sache zu Ende zu bringen, egal, wie es am Ende aussehen wird. Es kann sein, dass der Vogel dann kleiner geworden ist als ursprünglich geplant, das macht aber nichts. Wichtig sind erst mal nur die Proportionen. Der schönste Schnabel sieht nämlich nichts aus, wenn er nicht von einem erkennbaren Vogel getragen wird.

    Übrigens: Mein erstes Objekt war zwar kein Vogel, dessen Oberfläche sah anfangs aber so ähnlich aus wie deins.

    Gruß

    Bernd