• Hallo.

    Hier ein kleiner Gnom bisher einer meiner liebsten Motive. Entstanden aus 2,5cm*2,5cm* 5cm Nadelholz, welches ich aus einer Palette gewann.

    Beim Holz begannen auch die ersten Schwierigkeiten.

    Wie man es drehte und wendete, der Faserverlauf war seltsam, die Maserung grob und die Unterschiede zwischen früh und Spätholz erheblich.

    Jeder Schnitt möchte geplant sein, um nicht einen Span zu spalten statt zu schneiden.

    Wird nicht mein liebster Werkstoff, aber zur Übung von Schnittführung wirklich geeignet und preiswert.

  • Hallo Gerrit,

    Es gibt Nadelhölzer, die sich sehr gut schnitzen lassen, z.B. die Zirbelkiefer (in Österreich "Zirbe", in der Schweiz "Arve" genannt). Sie eignet sich sehr gut und ist bei Schnitzern fast genau so beliebt wie Lindenholz. Manche bevorzugen es sogar gegenüber Linde, weil Zirbenholz (Pinus cembra) ein lebhafteres Erscheinungsbild als Linde hat.

    Da dein Ausgangsmaterial im vorliegenden Fall aus einer Palette stammt, handelt es sich um Fichtenholz. Fichte ist ein gutes Bauholz, aber nicht gut für's Schnitzen. Der Grund: Fichte ist ein Nadelholz, bei dem sich (schnell wachsende) butterweiche Sommerjahresringe mit (langsam wachsenden) knochenharten Winterjahresringen abwechseln. Das ist bei Kiefer und einigen anderen Nadelhölzern auch der Fall, aber nicht so ausgeprägt wie bei Fichte.

    Parallel zur Faserrichtung geht das Schnitzen ja noch so lala, obwohl man hier auch aufpassen muss, weil der Faserverlauf oft wechselt. Fichte splittert zudem leicht, und das Messer ist dann - weil man den Faserwechsel nicht rechtzeitig bemerkt hat - ganz schnell viel zu tief ins Holz eingedrungen. Das ist aber mit etwas Übung noch einigermaßen beherrschbar.

    Wenn man Fichte allerdings quer zur Faser schneidet, leisten die dunklen Jahresringe einen erheblichen Widerstand, während die hellen Ringe so weich sind, dass sie häufig überhaupt nicht geschnitten, sondern vom Messer zusammengedrückt werden. Ein Balleisen (oder ein Hohleisen) "rattert" bei Fichte durchs Holz (bzw. stoppt bei jedem Winterjahresring). Das ergibt kein gutes Schnittbild. Die hellen Ringe sind bei Fichte sogar so weich, dass man sie schon mit dem Fingernagel zusammendrücken kann.

    Also: insbesondere bei Fichte sind die hellen Ringe sehr weich und die dunklen Ringe sehr hart. Außerdem gibt es bei Fichte ziemlich viele Äste, die bei trockenem Holz gerne herausfallen oder - wenn sie fest verwachsen sind - extrem hart daherkommen.

    Gruß

    Bernd

    Holz ist eine geniale Idee des Schöpfers.

  • Hallo Bernd.

    Vielen Dank für deinen Exkurs.

    Ich gehe auch davon aus, dass es sich hierbei um Fichte handeln wird. Die von dir genannten Eigenschaften waren zu beobachten und zu erleben.

    Zirbenholz scheint schwer zu bekommen zu sein, meine üblichen Dealer für Holz aller Art führen es nicht.

    Vermutlich kauft die Möbelindustrie zur Zeit eine Menge.

    Ich werde schauen, was ich alles noch so finde. Irgendwo müssen noch Obsthölzer lagern.

    Gruß

    Gerrit

  • Hallo Gerrit,

    Die Zirbelkiefer wächst in Europa nur in den Alpen, oberhalb von 1.500 m. In NRW bekommt man Zirbenholzbohlen deshalb nur bei sehr gut sortierten Holzhändlern. Am linken Niederrhein gibt es einen Händler, der 130 verschiedene Holzarten auf Lager hat, auch Zirbe (habe dort schon 4 dicke Bohlen gekauft).

    Meine erste Zirbenbohle habe ich mir vor etwa 18 Jahren aus dem Urlaub in der Schweiz mitgebracht, nachdem ich mich dort mit einer Hobbyschnitzerin unterhalten hatte, die ausschließlich in Arvenholz schnitzt. Das brachte mich auf eine Idee: In der Nähe der Ferienwohnung war eine Schreinerei. Dort habe ich nach Arvenholz gefragt. Sie hatten genau eine Bohle auf Lager (ein Rest von einem bereits ausgeführten Auftrag). Diese Bohle durfte ich für 10 Schweizer Franken mitnehmen. Der Schreiner hat die Bohle für mich sogar noch halbiert, weil sie für mein Auto zu lang war. Das war ein Schnäppchen!

    Mein Tipp: beim Urlaub in den Alpen immer daran denken, im Sägewerk oder in der Schreinerei nach Zirbenholz (D, A) bzw. Arvenholz (CH) zu fragen. Nicht immer, aber manchmal wird man fündig.

    Gruß

    Bernd

    Holz ist eine geniale Idee des Schöpfers.

  • Hallo Bernd,

    ein guter Hinweis. Mit Zirbenholz habe ich noch nie geschnitzt. Muss ich halt mal probieren. Gerit, das mit dem Fichtenholz würde ich lassen. Besser lernst du es mit Lindenholz. Es lässt sich angenehmer schnitzen.

    Grüße

    Berkow

    Wer nichts tut dem wird getan! ?(

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