Beiträge von TreibHolz

    Mit einem Dremel Multi ist mir noch nie eine saubere Kerbe gelungen. Vielleicht habe ich nicht den dafür geeigneten Fräser. Beim Schnitzen verzichte ich deshalb auf dieses Maschinchen, da man nach meinem Dafürhalten ums manuelle Nachschneiden nicht drum herum kommt.

    Gruß Bernd

    Hallo Heike,

    die "Kanten" zwischen den Kugeln sind eigentlich keine Kanten. Aus schnitztechnischer Sicht sind es Kerben. Die lassen sich sowohl mit Kerbschnitzmessern (z.B. mit einem Rosenmesser oder einem Spezialmesser für Kerbschnitte wie vom Freizeitschnitzer gezeigt) als auch mit geraden Schnitzbeiteln bzw. geraden Bildhauerbeiteln (Stich 1) sauber schneiden. Ein Gaißfuß ist hier ebenfalls hilfreich, weil er in der Lage ist, der gewünschten Kerbe von Anfang an eine entsprechende Form zu verpassen. Voraussetzung bei alledem ist allerdings, dass man das saubere Schneiden von Kerben (z.B. in die Oberfläche eines geraden Brettchens) hinreichend geübt hat.

    Bei derartigen Übungen wirst du feststellen, dass auch bei dieser Schnitttechnik der Faserverlauf des Holzes eine entscheidende Rolle spielt, denn je nach dessen Verlauf fällt das Schnittresultat mal besser und mal schlechter aus. Besonders schwierig wird es, wenn du einen Faserverlauf hast, wie auf deinem Foto zwischen der dritten und vierten Kugel (von links oder von rechts gezählt) zu sehen ist. Es will partout keine Kerbe entstehen. Stattdessen dringt die Schneide tief ins Holz und spaltet nur die Fasern immer tiefer, trennt sie aber nicht. Wenn das passiert, muss die Schneide des Eisens weniger senkrecht, sondern mehr schräg gehalten werden, damit die Fasern auch tatsächlich durchtrennt werden.

    Mehr schräg halten geht aber nicht, weil die Kugel im Weg ist. Wenn die Kugel ohnehin noch etwas zu groß sein sollte, kann man von ihr ja noch was wegnehmen. Dann kommst du besser mit einem schrägen Schnitt in die Kerbe. Wenn die Kugel nicht mehr kleiner werden darf, kannst du versuchen mit einem Gaißfuß von unten nach oben (das wäre ein Schnitt quer zur Faser) die abstehenden Späne zu entfernen. Sie lassen sich aber auch mit einem Kerbschnitzmesser entfernen, wenn man wiederholt denselben Schnitt durchzieht, wobei die Schneide stets so weit wie möglich derart schräg geführt wird, dass sie beim Schnitt seitlich gegen den Span (nicht gegen die Kugel) drückt. Solange wiederholen bis der Span fällt.

    Gruß Bernd

    Hallo liebe Schnitzfreunde,

    hier kommt noch mal ein kleines Schnitzprojekt, bei dem - wie ich denke - aus der Not eine Tugend geworden ist.

    Die Not bestand darin, dass das Schlüsselgehäuse des FaWO-Klappschlüssels für unseren Wohnwagen beim Abschließen plötzlich auseinander gebrochen ist. Auf Bild 1 sieht man, dass ich die beiden schwarzen Hälften des Schlüsselgehäuses mit TESA-Film provisorisch wieder zusammengeklebt habe:

    Bild 1: Der Klappschlüssel, der nur noch von TESA-Film zusammengehalten wird

    Das hat aber nicht lange gehalten, sodass ich mich entschloss, mir einen neuen Klappschlüssel mit der passenden Schlüsselnummer zu kaufen. FaWO ist zwar ein deutscher Hersteller, aber unser Wohnwagen wurde in England hergestellt, und für dieses Land gibt es eigene Schlüsselnummern, die nur den britischen Fahrzeugherstellern zugeordnet sind. Da der Schlüssel als solcher noch funktioniert, muss ich mir eigentlich keinen Neuen besorgen (Schlüsselprofil in einen Rohling fräsen), sondern benötige lediglich ein neues Klappgehäuse. FaWO war allerdings nicht willig, mir ein neues Klappgehäuse zu schicken und verwies mich an eine englische Adresse, die mir einen neuen Klappschlüssel liefern könne. Das hat leider nicht geklappt, denn meine Anfrage bei dieser Adresse in England wurde schlicht und einfach nicht beantwortet. Im Internet fand ich dann aber eine Plattform, auf der u.a. auch britische Wohnwagenschlüssel angeboten werden. Mein Klappschlüssel war auch im Angebot, allerdings zu einem Preis von 41 Euro zuzüglich 13 Euro Versandkosten von England nach Deutschland. Dazu kommen aber noch Zollgebühren, die erst bei Lieferung an den deutschen Postboten zu zahlen sind: Größenordnung 24 Euro! Alles in allem: ca. 80 Euro für einen stinknormalen Wohnwagenklappschlüssel, der von einem deutschen Hersteller kommt, aber - wegen seiner Schlüsselnummer - nur in England nachgekauft werden kann.

    Die Tugend: Nachdem ich dies alles in Erfahrung gebracht habe, reduzierte sich mein Interesse an einem neuen Klappschlüssel auf Null. Da der Schlüssel ohne Gehäuse zwar auch funktioniert, aber nur unter größerem Kraftaufwand mit Schmerzen an den Fingern (weil dessen Packende ohne Gehäuse zu klein ist), kam ich auf die Idee, ein neues Schlüsselgehäuse zu schnitzen. Ein kleines Stück Restholz vom Pflaumenbaum wurde aufgetrennt (halbiert). In eins der beiden Stücke habe ich mit der Oberfräse eine kreisförmige Vertiefung (Durchmesser: 20 mm) gefräst. Frästiefe: 3 mm. Für den Bart des Schlüssels habe ich noch eine Aussparung geschnitzt, sodass der Schlüssel genau passend ins Holz eingelegt werden konnte. Dann die beiden Hälften mit Holzleim bestrichen und genau so wieder zusammengelegt, wie das Holz vor dem Auftrennen war. In der Hobelbank wurde es dann fest eingespannt bis die Verleimung ausgehärtet war. Anschließend wurde die endgültige Form des neuen Schlüsselgehäuses ausgearbeitet (ein Loch bohren, die Form schnitzen und schleifen). Endbehandlung: Leinöl. Nachstehend einige Fotos vom Resultat. Ich bin zufrieden.

    Gruß Bernd

    Bild 2

    Bild 3

    Bild 4

    Hallo Zillertaler,

    es freut mich auch, wieder mal was von dir zu lesen. Schade, dass du jetzt nicht mehr so aktiv sein kannst wie du es gerne möchtest. Andererseits kannst du vielleicht trotzdem noch mit Dankbarkeit auf Vieles zurückblicken, was du über viele Jahre hinweg tun konntest. Diesbezüglich bin ich ebenfalls gespannt auf deine angekündigte Schaffens-Galerie.

    Außerdem würde ich mich freuen, wenn du uns hier weiterhin mit deiner langjährigen Erfahrung zur Seite stehst. Ich denke, dass ich das im Namen aller hier teilnehmenden Schnitzfreunde sagen darf: Deine Ratschläge, Hinweise und Tipps waren und sind für uns von großem Wert. Danke dafür!

    Gruß Bernd

    Kurt Koch hat vielen Hobbyschnitzern das Schnitzen beigebracht, sei es durch Schnitzkurse in seinem Atelier in Eulenbis oder durch seine Fachbücher. Vor über 20 Jahren habe ich mir Zwei davon gekauft und dann mit dem Schnitzen angefangen. Die ersten Schnitte mit dem Rosenmesser habe ich damals nach seinen Abbildungen gemacht. Alles bestens und ausführlich erklärt. Dann habe ich sein Sonnenblumenrelief geschnitzt, das als eine Schnitzübung in einem seiner Bücher beschrieben und bebildert ist. Seine Bücher sind zwar von der Aufmachung her total veraltet, aber hier hat ein Fachmann geschrieben, der in der Lage war, dem Anfänger und dem Fortgeschrittenen genau das mitzuteilen, was zum Weiterkommen nötig ist.

    Seine Kugelgelenk-Einspannvorrichtung ist zwar (für einen Hobbyschnitzer) sehr teuer, aber nach meinem Dafürhalten das Beste, was es hierzu auf dem Markt gibt. Ich habe mir eine Gebrauchte zu einem erschwinglichen Preis von einem Profi-Schnitzer gekauft, der sein Geschäft aus Altersgründen aufgab. Bin von dem Teil - insbesondere von seiner Stabilität und seinen Drehmöglichkeiten - begeistert.

    Die Website von Kurt Koch GmbH ist inzwischen gesperrt. Offizielle Begründung: Wartungsarbeiten. Echt schade!

    Gruß Bernd

    Hallo WestFale,

    Die Messer von Stubai kommen ab Werk grob vorgeschärft an. Vor Verwendung muss man sie selbst auf Einsatzschärfe bringen. Alternativ ist Folgendes möglich: Wenn du das Messer hier bestellst, kannst du es wahlweise entweder grob vorgeschärft (d.h. Schärfe ab Werk) oder fix und fertig perfekt geschärft bestellen. Die Auswahl für geschärft ist: Ja oder Nein.

    Gruß Bernd

    Hallo Sabine,

    vielen Dank für dein Angebot. Das nehmen wir gerne an. Wir schnitzen ja nicht nur gerne selbst und zeigen unsere Arbeiten, sondern schauen uns auch ebenso gerne die Arbeiten der Anderen an. Dabei kann man ja auch immer was lernen.

    Bin gespannt auf die Fotos.

    Gruß Bernd

    Die kleinere Kuksa, die ich schon seit Herbst 2020 benutze, habe ich innen noch mal überarbeitet. Das Resultat: das Füllvolumen konnte von ca. 175 ml auf ca. 230 ml vergrößert werden. Das meiste Material habe ich dabei am Tassenboden abgetragen, indem ich am Bohrständer (bzw. an der Säulenbohrmaschine) mit einem Forstnerbohrer, Durchmesser 40 mm, etwa 12 mm tief gebohrt habe. Das Bohrloch wurde mit Schnitzeisen bis zur Wand hin aufgeweitet. Danach wurden sowohl Boden als auch Innenwand noch mal komplett überschnitzt. Zm Schluss geschliffen. Die Tasse gehört weiterhin zum Inventar meines Wohnwagens und leistet mir im Campingurlaub nach wie vor gute Dienste.

    Gruß Bernd

    p.s.: Beim Bohren hat es aufgrund eigener Unvorsichtigkeit leider einen kleinen Ausbruch am Rand der Tasse gegeben (auf dem Foto rechts neben dem Griff zu sehen), der sich aber wieder "wegschnitzen" ließ.

    Hallo Berkow,

    schön, dass hier endlich noch mal was Geschnitztes zu sehen ist. Das Interesse an unserem Hobby scheint spürbar nachgelassen zu haben.

    Die Hirtenfigur sieht gut aus. Rustikal, mit kräftigen Schultern und allem, was ein Hirte so braucht. Es könnte sich um David in jungen Jahren handeln. Er hütete die Schafe seines Vaters - und war ein Beter.

    Gruß Bernd

    Im Internet gibt es ziemlich viele Videos zum Löffelschnitzen. Nur wenige zeigen wirklich, wie man’s richtig macht. Viele hinterlassen stattdessen den Eindruck, das Löffelschnitzen sei ein Kinderspiel, denn dafür brauche man ja nur ein gerades und ein gebogenes Messer (ggf. auch noch ein Beil für den groben Zuschnitt). Damit könne man dann in den Wald gehen, ein Stück Holz auflesen oder abschneiden, und dann einen Löffel daraus schnitzen. Ja, das geht. Was dabei allerdings heraus kommt, würde ich nur in wenigen Fällen einen Löffel nennen. Okay, zum Umrühren der Outdoor-Suppe, oder wenn’s ums Überleben geht, ist das Resultat wohl zu gebrauchen, aber zuhause, im Kochtopf, in der Pfanne oder auf dem Esstisch, möchte man sowas Grobschlächtiges normalerweise nicht sehen.

    Wer dagegen schön symmetrisch geformte Löffel schnitzen will, die man ggf. auch verschenken oder gar verkaufen könnte, wird schnell die Erfahrung machen, dass es gar nicht so leicht ist, eine in jeder Hinsicht ansprechende Löffelform aus dem dafür vorgesehenen Stück Holz herauszuholen. Einen schicken Löffel mal eben so aus Grünholz zu schnitzen, dessen Form auch noch dem Verlauf der Holzfasern folgt, das ist die eigentliche hohe Kunst des Löffelschnitzens, und damit nochmal eine besondere Herausforderung.

    Der Weg dorthin gestaltet sich meiner Meinung nach wesentlich einfacher, wenn man erst mal nicht zum Schnitzen in den Wald geht, sondern sich einen vorhandenen Salat-, Koch- oder Servierlöffel aus der Küchenschublade nimmt und diesen dann einfach mal nachschnitzt. Aber nicht aus Grünholz, sondern erst mal aus einem trockenen Brettchen (z.B. aus Linden-, Weiden- oder Arvenholz). Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass man bereits eine ausgewogene, symmetrische Löffelform hat, die man auf das Brettchen legen und mit dem Bleistift umrunden kann. Natürlich müssen die Holzfasern dabei parallel zum Löffelstiel verlaufen, aber ansonsten hat der Faserverlauf bei dieser Art der Herstellung eines Löffels keinen Einfluss mehr auf dessen Form, denn die ist ja durch den Umriss und das Profil des vorhandenen Löffels bereits vorgegeben. Man kann sich dazu natürlich auch eine Schablone machen (ist sinnvoll, wenn man gleich mehrere Exemplare, oder irgendwann später noch einmal die selbe Form schnitzen möchte). Ein weiterer, für Anfänger unverzichtbarer Vorteil ist bei dieser Methode dadurch gegeben, dass man während des Schnitzens die Form des Werkstücks ständig mit dem Original vergleichen und sofort entsprechend korrigieren kann.

    Das Top-Niveau des Löffelschnitzens lässt sich mit dieser Methode selbstverständlich noch nicht erreichen, aber man ist (ohne allzu großen Frust zu erleben) immerhin schon mal ein Stückchen weiter in dieser Richtung voran gekommen. Und das macht ja auch Freude.

    Ganz nebenbei könnte man auf diese Art und Weise nicht nur schöne und nützliche Mitbringsel aus Holz anfertigen, sondern auch einen Beitrag zur Vermeidung von Umweltverschmutzungen (z.B. durch Mikroplastik, etc.) leisten, indem wieder mehr Holzlöffel und weniger Kunststofflöffel in unsere Küchen einkehren. Jedenfalls würde ich die Frage „Tupperware oder Holz?“ im vorliegenden Fall eindeutig mit „natürlich Holz“ beantworten.

    Gruß

    Bernd

    p.s.: Anbei noch ein paar Fotos (damit man auch sieht, wovon ich hier schreibe). Viel Freude beim Nachmachen!


    Foto 1: Servierlöffel nachgeschnitzt, mit Vorlage (Tupperware). Holzart: Weide


    Foto 2: So sieht die Schablone aus (bestehend aus Draufsicht und Seitenprofil)


    Foto 3: frisch geölt (mit Leinöl)

    Foto 4: der umweltfreundliche Hinweis auf der Rückseite darf natürlich nicht fehlen. Er ist nicht geschnitzt, sondern gelasert (und sieht professionell aus).

    Hallo Aspasia,

    herzlich willkommen hier im Forum für Hobbyschnitzer. Ja, das Suchen und Auswählen von geeigneten Schnitzeisen kann ziemlich frustrierend sein. Dank Internet gibt es ja ein Riesenangebot an unterschiedlichen Größen, Formen und Qualitäten. Ich denke aber, dass da auch was für deine spezielle Situation dabei ist.

    Zunächst ein paar Anmerkungen zum Löffelschnitzen. Bei der klassischen Methode wird Grünholz verwendet, und die Laffe wird normalerweise mit einem Löffelschnitzmesser ausgehöhlt. Das geht in Grünholz auch ganz gut, wenn man mit dem Umgang eines solchen Spezialmessers hinreichend geübt ist. Nimmt man das Hakenmesser (das auf dem Foto abgebildete ist von Morakniv) zum Aushöhlen von trockenem Holz, wird das Schnitzen zur Quälerei für die Finger. Hakenmesser sind fürs Grünholzschnitzen gedacht. Man wird ein Gefühl dafür entwickeln, wie so ein Messer schneidet. Es nimmt nämlich nur sehr dünne Späne ab. Will man damit tiefer eindringen - was eigentlich ja auch erwünscht ist - blockiert das Messer, bzw. man benötigt (auch bei Grünholz) viel Kraft, einen solchen Schnitt durchzuziehen. Erschwerend kommt die Tatsache hinzu - wie du schon selbst herausgefunden hast - dass die Schneide des Hakens konstruktionsbedingt ziemlich weit vom Griff entfernt ist. Man kann mit den Fingern (z.B. mit dem Daumen) also nicht nahe genug am Schnittbereich drücken. Es tut weh, wenn die Finger auf den Rücken des Hakenmessers drücken. Erleichterung hat mir hier eine "Polsterung" aus Malerkrepp verschafft (siehe Foto). Sie "verlängert" sozusagen den Griff des Messers in Richtung Schneide. Das wird dein Problem zwar auch nicht lösen, aber doch spürbar verkleinern. Wenn der Holzgriff für die Hand zu dick ist - kein Problem - den kann man sich ja selbst dünner machen.

    Es geht aber auch ganz ohne gebogene Löffelschnitzmesser. Wille Sundquist (Vater von Jögge), der berühmte Löffelschnitzer aus Schweden, nimmt zum Löffelschnitzen kein Hakenmesser in die Hand. Er macht es mit einem Hohlbeitel (englisch: Gauge). Auf YouTube gibt es ein ca. 50 minütiges Video, in dem er u.a. zeigt, wie er die "Gauge" beim Löffelschnitzen einsetzt. Dabei hält er das Eisen nicht am Heft, sondern kurz hinter der Schneide. Das funktioniert gut. Egal, wie groß oder wie klein die Hand ist.

    Aus diesem Grund würde ich dir empfehlen, mal darüber nachzudenken, ob du das Aushöhlen nicht mal mit einem Hohleisen versuchen solltest. Die gibt es nicht nur in Groß (sogenannte Bildhauereisen z.B. ganz links auf dem Foto, direkt daneben der selbe Stich 9/16, allerdings von Stubai, ist deutlich kleiner, ist mir sogar zu klein), sondern auch in Klein (bei Kirschen heißen die Kleinen "Kerbschnitzeisen", auf dem Foto in der Mitte: Stich 9/10), und sogar in ganz Klein (sogenannte Mikroschnitzeisen, auf dem Foto rechts neben dem Hakenmesser). Da ist für dich bestimmt was dabei.

    Ganz rechts: ein selbstgemachtes, sehr kleines Schnitzmesser (zum Ausschnitzen von kleinen Schriften).

    Wenn du weitere Fragen hast - gerne.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Berkow,

    ja, man muss exakt arbeiten, vor allem, wenn man möglichst geringe Wandstärken haben möchte. Da muss man aufpassen, dass man nicht zu viel weg schneidet. Das grobe Aushöhlen der Tasse habe ich aber doch an der Drechselbank gemacht. Das geht nicht nur leichter, sondern auch deutlich schneller. Das Stirnholz reißt beim Ausdrehen allerdings gerne aus (jedenfalls bei mir, weil ich nicht so gut drechseln kann und auch keine super teuren, sondern nur einfache Drechseleisen habe). Zum Teil gehen die Ausrisse tief ins Holz (bis zu 2 mm). Das bedeutet, dass ich die letzten 2 mm vom Innendurchmesser entweder wegschleifen oder wegschnitzen muss. Man schleift allerdings extrem lange, bis man 2 mm Stirnholz abgetragen hat. Deshalb gehe ich nach dem Ausdrehen mit meinen Schnitzeisen rein und trage die letzten 2 mm Wandstärke in klassischer Schnitzarbeit ab. Insofern hast du Recht: das ist und bleibt immer noch harte und exakte Schnitzarbeit.

    Die finnischen Kuksas habe ich im Sommer 2022 in Inari (Finnland) auch bewundert. Die sind zwar nicht unbedingt schöner (nun ja, das ist Geschmacksache), dafür aber aus edlerem Material. Hier (siehe Foto) habe ich auch die Idee mit der "Schnute" entdeckt. Die verstärkt die Kuksa an ihrer schwächsten Stelle. Für eine handgefertigte finnische Kuksa kann man dann aber auch schon mal locker mehrere hundert bis weit über tausend Euro auf den Tisch legen...

    Gruß

    Bernd

    Hallo, liebe Hobbyschnitzer,

    Über die Feiertage habe ich das Thema "Kuksa schnitzen" nochmal in Angriff genommen und habe 2 neue Kuksas geschnitzt, diesmal aber nicht aus Linde, sondern aus Kirschbaum. Ich fand in der Ecke meines kleinen Holzlagers noch ein gut durchgetrocknetes, kantholzförmiges Stück Kirsche, das von den Abmessungen her genau richtig für zwei Holztassen war. Eine davon habe ich bereits verschenkt, die Andere ist auf den Fotos zu sehen. Sie steht unter der Kaffeemaschine und wird gerade mit frischem Kaffee gefüllt. Sie ist 8,5 cm hoch, hat einen Außendurchmesser von 9,2 cm und eine Gesamtlänge (mit Griff) von 15 cm. Das Besondere: sie hat ein beachtliches Füllvolumen von 350 ml.

    Die kleinere Kuksa, die auf dem letzten Foto zu sehen ist, habe ich schon seit Herbst 2020 in Gebrauch. Das ist meine erste Kuksa, die ich geschnitzt habe. Sie ist 7,5 cm hoch, hat einen Außendurchmesser von 8,7 cm und eine Gesamtlänge von 14 cm. Da ihr Füllvolumen allerdings nur bei 175 ml liegt, war sie mir als Kaffeetasse eigentlich immer ein wenig zu klein.

    Das Fassungsvermögen der neuen Kuksa ist dagegen deutlich größer. Es ist vor allem deshalb so groß, weil ich mehr aus dem Stück Holz herausgeholt habe. Ich bin sozusagen an die Grenze des Machbaren gegangen, indem ich die Wandstärke der Tasse gegenüber der ersten Kuksa von 9 mm auf 5 mm reduziert habe. Die Stärke des Tassenbodens habe ich ebenfalls von 22 mm auf 7 mm erheblich reduziert. Das sieht man den Tassen von außen nicht an. Man spürt es aber am Gewicht: Die kleine Tasse ist schwerer als die Große (wenn beide Tassen leer sind).

    Meine Befürchtung, eine Wandstärke von nur 5 mm (bzw. nur 7 mm für den Boden) sei zu dünnwandig für eine Kuksa, hat sich nicht bestätigt. Die neue Tasse hält die Flüssigkeit genauso gut wie die alte Tasse. Beide Tassen sind 100% dicht. Erstaunlich auch, dass die kurzen Holzfasern in der dünnen Tassenwand den Belastungen einwandfrei standhalten. Dort, wo die Fasern am Kürzesten sind, habe ich die Wandstärke allerdings etwas erhöht, indem ich eine "Schnute" stehen gelassen habe, denn dieser Bereich ist, was die Festigkeit betrifft, normalerweise die Schwachstelle der Kuksa (weil die Fasern hier nicht tangential, auch nicht schräg, sondern gerade, bzw. rechtwinklig, durch die Tassenwand laufen).

    Wieder was gelernt.

    Gruß

    Bernd



    Hallo Berkow,

    danke für die Info. Dann sind sie ja doch etwas größer als ich sie von den Fotos her eingeschätzt hatte. In deinem Fall war die Herausforderung infolge der "Misshandlung" durch einen Vorgänger aber auch so schon groß genug. Ist dir aber trotzdem gut gelungen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Berkow,

    gerne schließe ich mich den Grüßen von Kritzel an und wünsche dir und allen Forumsteilnehmern ebenfalls ein frohes Weihnachtsfest, sowie auch ein gutes Neues Jahr mit hoffentlich vielen schönen Schnitzprojekten.

    Wie groß bzw. wie klein ist denn die Hirtenfigur? Damit bist du ja fast schon im Bereich des Mikroschnitzens unterwegs, oder? Gar nicht so einfach, so kleine Figürchen zu beschnitzen.

    Gruß

    Bernd

    Du kannst mir gerne den richtigen Link per PN schreiben und wo genau ich diesen Ändern soll. Als Admin kann ich die Beiträge nachträglich Anpassen.

    Vielen Dank für das Angebot. Es ist für mich einfacher, wenn ich die fehlerhaften Links selbst ändere. Als Autor kann man ja auch nachträglich noch was an den eigenen Beiträgen ändern.

    Gruß, Bernd

    In einigen Beiträgen sind die Links jetzt merkwürdigerweise nicht mehr korrekt verknüpft. Beispiel: in meinem Beitrag vom 25.08.2025 zum Thema "Zwischendurch" gibt es einen Link zum "Salatbesteck". Dieser Link führt mich aber nicht mehr zum Salatbesteck, sondern in eine ganz andere Ecke dieses Forums.

    Das ist nicht bei allen Links so, aber von diesen Beispielen gibt es mehrere. Woran liegt's?

    Gruß Bernd