Beiträge von TreibHolz

    Hallo WestFale,

    Die Messer von Stubai kommen ab Werk grob vorgeschärft an. Vor Verwendung muss man sie selbst auf Einsatzschärfe bringen. Alternativ ist Folgendes möglich: Wenn du das Messer hier bestellst, kannst du es wahlweise entweder grob vorgeschärft (d.h. Schärfe ab Werk) oder fix und fertig perfekt geschärft bestellen. Die Auswahl für geschärft ist: Ja oder Nein.

    Gruß Bernd

    Hallo Sabine,

    vielen Dank für dein Angebot. Das nehmen wir gerne an. Wir schnitzen ja nicht nur gerne selbst und zeigen unsere Arbeiten, sondern schauen uns auch ebenso gerne die Arbeiten der Anderen an. Dabei kann man ja auch immer was lernen.

    Bin gespannt auf die Fotos.

    Gruß Bernd

    Die kleinere Kuksa, die ich schon seit Herbst 2020 benutze, habe ich innen noch mal überarbeitet. Das Resultat: das Füllvolumen konnte von ca. 175 ml auf ca. 230 ml vergrößert werden. Das meiste Material habe ich dabei am Tassenboden abgetragen, indem ich am Bohrständer (bzw. an der Säulenbohrmaschine) mit einem Forstnerbohrer, Durchmesser 40 mm, etwa 12 mm tief gebohrt habe. Das Bohrloch wurde mit Schnitzeisen bis zur Wand hin aufgeweitet. Danach wurden sowohl Boden als auch Innenwand noch mal komplett überschnitzt. Zm Schluss geschliffen. Die Tasse gehört weiterhin zum Inventar meines Wohnwagens und leistet mir im Campingurlaub nach wie vor gute Dienste.

    Gruß Bernd

    p.s.: Beim Bohren hat es aufgrund eigener Unvorsichtigkeit leider einen kleinen Ausbruch am Rand der Tasse gegeben (auf dem Foto rechts neben dem Griff zu sehen), der sich aber wieder "wegschnitzen" ließ.

    Hallo Berkow,

    schön, dass hier endlich noch mal was Geschnitztes zu sehen ist. Das Interesse an unserem Hobby scheint spürbar nachgelassen zu haben.

    Die Hirtenfigur sieht gut aus. Rustikal, mit kräftigen Schultern und allem, was ein Hirte so braucht. Es könnte sich um David in jungen Jahren handeln. Er hütete die Schafe seines Vaters - und war ein Beter.

    Gruß Bernd

    Im Internet gibt es ziemlich viele Videos zum Löffelschnitzen. Nur wenige zeigen wirklich, wie man’s richtig macht. Viele hinterlassen stattdessen den Eindruck, das Löffelschnitzen sei ein Kinderspiel, denn dafür brauche man ja nur ein gerades und ein gebogenes Messer (ggf. auch noch ein Beil für den groben Zuschnitt). Damit könne man dann in den Wald gehen, ein Stück Holz auflesen oder abschneiden, und dann einen Löffel daraus schnitzen. Ja, das geht. Was dabei allerdings heraus kommt, würde ich nur in wenigen Fällen einen Löffel nennen. Okay, zum Umrühren der Outdoor-Suppe, oder wenn’s ums Überleben geht, ist das Resultat wohl zu gebrauchen, aber zuhause, im Kochtopf, in der Pfanne oder auf dem Esstisch, möchte man sowas Grobschlächtiges normalerweise nicht sehen.

    Wer dagegen schön symmetrisch geformte Löffel schnitzen will, die man ggf. auch verschenken oder gar verkaufen könnte, wird schnell die Erfahrung machen, dass es gar nicht so leicht ist, eine in jeder Hinsicht ansprechende Löffelform aus dem dafür vorgesehenen Stück Holz herauszuholen. Einen schicken Löffel mal eben so aus Grünholz zu schnitzen, dessen Form auch noch dem Verlauf der Holzfasern folgt, das ist die eigentliche hohe Kunst des Löffelschnitzens, und damit nochmal eine besondere Herausforderung.

    Der Weg dorthin gestaltet sich meiner Meinung nach wesentlich einfacher, wenn man erst mal nicht zum Schnitzen in den Wald geht, sondern sich einen vorhandenen Salat-, Koch- oder Servierlöffel aus der Küchenschublade nimmt und diesen dann einfach mal nachschnitzt. Aber nicht aus Grünholz, sondern erst mal aus einem trockenen Brettchen (z.B. aus Linden-, Weiden- oder Arvenholz). Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass man bereits eine ausgewogene, symmetrische Löffelform hat, die man auf das Brettchen legen und mit dem Bleistift umrunden kann. Natürlich müssen die Holzfasern dabei parallel zum Löffelstiel verlaufen, aber ansonsten hat der Faserverlauf bei dieser Art der Herstellung eines Löffels keinen Einfluss mehr auf dessen Form, denn die ist ja durch den Umriss und das Profil des vorhandenen Löffels bereits vorgegeben. Man kann sich dazu natürlich auch eine Schablone machen (ist sinnvoll, wenn man gleich mehrere Exemplare, oder irgendwann später noch einmal die selbe Form schnitzen möchte). Ein weiterer, für Anfänger unverzichtbarer Vorteil ist bei dieser Methode dadurch gegeben, dass man während des Schnitzens die Form des Werkstücks ständig mit dem Original vergleichen und sofort entsprechend korrigieren kann.

    Das Top-Niveau des Löffelschnitzens lässt sich mit dieser Methode selbstverständlich noch nicht erreichen, aber man ist (ohne allzu großen Frust zu erleben) immerhin schon mal ein Stückchen weiter in dieser Richtung voran gekommen. Und das macht ja auch Freude.

    Ganz nebenbei könnte man auf diese Art und Weise nicht nur schöne und nützliche Mitbringsel aus Holz anfertigen, sondern auch einen Beitrag zur Vermeidung von Umweltverschmutzungen (z.B. durch Mikroplastik, etc.) leisten, indem wieder mehr Holzlöffel und weniger Kunststofflöffel in unsere Küchen einkehren. Jedenfalls würde ich die Frage „Tupperware oder Holz?“ im vorliegenden Fall eindeutig mit „natürlich Holz“ beantworten.

    Gruß

    Bernd

    p.s.: Anbei noch ein paar Fotos (damit man auch sieht, wovon ich hier schreibe). Viel Freude beim Nachmachen!


    Foto 1: Servierlöffel nachgeschnitzt, mit Vorlage (Tupperware). Holzart: Weide


    Foto 2: So sieht die Schablone aus (bestehend aus Draufsicht und Seitenprofil)


    Foto 3: frisch geölt (mit Leinöl)

    Foto 4: der umweltfreundliche Hinweis auf der Rückseite darf natürlich nicht fehlen. Er ist nicht geschnitzt, sondern gelasert (und sieht professionell aus).

    Hallo Aspasia,

    herzlich willkommen hier im Forum für Hobbyschnitzer. Ja, das Suchen und Auswählen von geeigneten Schnitzeisen kann ziemlich frustrierend sein. Dank Internet gibt es ja ein Riesenangebot an unterschiedlichen Größen, Formen und Qualitäten. Ich denke aber, dass da auch was für deine spezielle Situation dabei ist.

    Zunächst ein paar Anmerkungen zum Löffelschnitzen. Bei der klassischen Methode wird Grünholz verwendet, und die Laffe wird normalerweise mit einem Löffelschnitzmesser ausgehöhlt. Das geht in Grünholz auch ganz gut, wenn man mit dem Umgang eines solchen Spezialmessers hinreichend geübt ist. Nimmt man das Hakenmesser (das auf dem Foto abgebildete ist von Morakniv) zum Aushöhlen von trockenem Holz, wird das Schnitzen zur Quälerei für die Finger. Hakenmesser sind fürs Grünholzschnitzen gedacht. Man wird ein Gefühl dafür entwickeln, wie so ein Messer schneidet. Es nimmt nämlich nur sehr dünne Späne ab. Will man damit tiefer eindringen - was eigentlich ja auch erwünscht ist - blockiert das Messer, bzw. man benötigt (auch bei Grünholz) viel Kraft, einen solchen Schnitt durchzuziehen. Erschwerend kommt die Tatsache hinzu - wie du schon selbst herausgefunden hast - dass die Schneide des Hakens konstruktionsbedingt ziemlich weit vom Griff entfernt ist. Man kann mit den Fingern (z.B. mit dem Daumen) also nicht nahe genug am Schnittbereich drücken. Es tut weh, wenn die Finger auf den Rücken des Hakenmessers drücken. Erleichterung hat mir hier eine "Polsterung" aus Malerkrepp verschafft (siehe Foto). Sie "verlängert" sozusagen den Griff des Messers in Richtung Schneide. Das wird dein Problem zwar auch nicht lösen, aber doch spürbar verkleinern. Wenn der Holzgriff für die Hand zu dick ist - kein Problem - den kann man sich ja selbst dünner machen.

    Es geht aber auch ganz ohne gebogene Löffelschnitzmesser. Wille Sundquist (Vater von Jögge), der berühmte Löffelschnitzer aus Schweden, nimmt zum Löffelschnitzen kein Hakenmesser in die Hand. Er macht es mit einem Hohlbeitel (englisch: Gauge). Auf YouTube gibt es ein ca. 50 minütiges Video, in dem er u.a. zeigt, wie er die "Gauge" beim Löffelschnitzen einsetzt. Dabei hält er das Eisen nicht am Heft, sondern kurz hinter der Schneide. Das funktioniert gut. Egal, wie groß oder wie klein die Hand ist.

    Aus diesem Grund würde ich dir empfehlen, mal darüber nachzudenken, ob du das Aushöhlen nicht mal mit einem Hohleisen versuchen solltest. Die gibt es nicht nur in Groß (sogenannte Bildhauereisen z.B. ganz links auf dem Foto, direkt daneben der selbe Stich 9/16, allerdings von Stubai, ist deutlich kleiner, ist mir sogar zu klein), sondern auch in Klein (bei Kirschen heißen die Kleinen "Kerbschnitzeisen", auf dem Foto in der Mitte: Stich 9/10), und sogar in ganz Klein (sogenannte Mikroschnitzeisen, auf dem Foto rechts neben dem Hakenmesser). Da ist für dich bestimmt was dabei.

    Ganz rechts: ein selbstgemachtes, sehr kleines Schnitzmesser (zum Ausschnitzen von kleinen Schriften).

    Wenn du weitere Fragen hast - gerne.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Berkow,

    ja, man muss exakt arbeiten, vor allem, wenn man möglichst geringe Wandstärken haben möchte. Da muss man aufpassen, dass man nicht zu viel weg schneidet. Das grobe Aushöhlen der Tasse habe ich aber doch an der Drechselbank gemacht. Das geht nicht nur leichter, sondern auch deutlich schneller. Das Stirnholz reißt beim Ausdrehen allerdings gerne aus (jedenfalls bei mir, weil ich nicht so gut drechseln kann und auch keine super teuren, sondern nur einfache Drechseleisen habe). Zum Teil gehen die Ausrisse tief ins Holz (bis zu 2 mm). Das bedeutet, dass ich die letzten 2 mm vom Innendurchmesser entweder wegschleifen oder wegschnitzen muss. Man schleift allerdings extrem lange, bis man 2 mm Stirnholz abgetragen hat. Deshalb gehe ich nach dem Ausdrehen mit meinen Schnitzeisen rein und trage die letzten 2 mm Wandstärke in klassischer Schnitzarbeit ab. Insofern hast du Recht: das ist und bleibt immer noch harte und exakte Schnitzarbeit.

    Die finnischen Kuksas habe ich im Sommer 2022 in Inari (Finnland) auch bewundert. Die sind zwar nicht unbedingt schöner (nun ja, das ist Geschmacksache), dafür aber aus edlerem Material. Hier (siehe Foto) habe ich auch die Idee mit der "Schnute" entdeckt. Die verstärkt die Kuksa an ihrer schwächsten Stelle. Für eine handgefertigte finnische Kuksa kann man dann aber auch schon mal locker mehrere hundert bis weit über tausend Euro auf den Tisch legen...

    Gruß

    Bernd

    Hallo, liebe Hobbyschnitzer,

    Über die Feiertage habe ich das Thema "Kuksa schnitzen" nochmal in Angriff genommen und habe 2 neue Kuksas geschnitzt, diesmal aber nicht aus Linde, sondern aus Kirschbaum. Ich fand in der Ecke meines kleinen Holzlagers noch ein gut durchgetrocknetes, kantholzförmiges Stück Kirsche, das von den Abmessungen her genau richtig für zwei Holztassen war. Eine davon habe ich bereits verschenkt, die Andere ist auf den Fotos zu sehen. Sie steht unter der Kaffeemaschine und wird gerade mit frischem Kaffee gefüllt. Sie ist 8,5 cm hoch, hat einen Außendurchmesser von 9,2 cm und eine Gesamtlänge (mit Griff) von 15 cm. Das Besondere: sie hat ein beachtliches Füllvolumen von 350 ml.

    Die kleinere Kuksa, die auf dem letzten Foto zu sehen ist, habe ich schon seit Herbst 2020 in Gebrauch. Das ist meine erste Kuksa, die ich geschnitzt habe. Sie ist 7,5 cm hoch, hat einen Außendurchmesser von 8,7 cm und eine Gesamtlänge von 14 cm. Da ihr Füllvolumen allerdings nur bei 175 ml liegt, war sie mir als Kaffeetasse eigentlich immer ein wenig zu klein.

    Das Fassungsvermögen der neuen Kuksa ist dagegen deutlich größer. Es ist vor allem deshalb so groß, weil ich mehr aus dem Stück Holz herausgeholt habe. Ich bin sozusagen an die Grenze des Machbaren gegangen, indem ich die Wandstärke der Tasse gegenüber der ersten Kuksa von 9 mm auf 5 mm reduziert habe. Die Stärke des Tassenbodens habe ich ebenfalls von 22 mm auf 7 mm erheblich reduziert. Das sieht man den Tassen von außen nicht an. Man spürt es aber am Gewicht: Die kleine Tasse ist schwerer als die Große (wenn beide Tassen leer sind).

    Meine Befürchtung, eine Wandstärke von nur 5 mm (bzw. nur 7 mm für den Boden) sei zu dünnwandig für eine Kuksa, hat sich nicht bestätigt. Die neue Tasse hält die Flüssigkeit genauso gut wie die alte Tasse. Beide Tassen sind 100% dicht. Erstaunlich auch, dass die kurzen Holzfasern in der dünnen Tassenwand den Belastungen einwandfrei standhalten. Dort, wo die Fasern am Kürzesten sind, habe ich die Wandstärke allerdings etwas erhöht, indem ich eine "Schnute" stehen gelassen habe, denn dieser Bereich ist, was die Festigkeit betrifft, normalerweise die Schwachstelle der Kuksa (weil die Fasern hier nicht tangential, auch nicht schräg, sondern gerade, bzw. rechtwinklig, durch die Tassenwand laufen).

    Wieder was gelernt.

    Gruß

    Bernd



    Hallo Berkow,

    danke für die Info. Dann sind sie ja doch etwas größer als ich sie von den Fotos her eingeschätzt hatte. In deinem Fall war die Herausforderung infolge der "Misshandlung" durch einen Vorgänger aber auch so schon groß genug. Ist dir aber trotzdem gut gelungen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Berkow,

    gerne schließe ich mich den Grüßen von Kritzel an und wünsche dir und allen Forumsteilnehmern ebenfalls ein frohes Weihnachtsfest, sowie auch ein gutes Neues Jahr mit hoffentlich vielen schönen Schnitzprojekten.

    Wie groß bzw. wie klein ist denn die Hirtenfigur? Damit bist du ja fast schon im Bereich des Mikroschnitzens unterwegs, oder? Gar nicht so einfach, so kleine Figürchen zu beschnitzen.

    Gruß

    Bernd

    Du kannst mir gerne den richtigen Link per PN schreiben und wo genau ich diesen Ändern soll. Als Admin kann ich die Beiträge nachträglich Anpassen.

    Vielen Dank für das Angebot. Es ist für mich einfacher, wenn ich die fehlerhaften Links selbst ändere. Als Autor kann man ja auch nachträglich noch was an den eigenen Beiträgen ändern.

    Gruß, Bernd

    In einigen Beiträgen sind die Links jetzt merkwürdigerweise nicht mehr korrekt verknüpft. Beispiel: in meinem Beitrag vom 25.08.2025 zum Thema "Zwischendurch" gibt es einen Link zum "Salatbesteck". Dieser Link führt mich aber nicht mehr zum Salatbesteck, sondern in eine ganz andere Ecke dieses Forums.

    Das ist nicht bei allen Links so, aber von diesen Beispielen gibt es mehrere. Woran liegt's?

    Gruß Bernd

    Vielleicht kann man die Daten ja auch so deuten: Das Paar hat 2019 geheiratet. 2022 wurde Jonas geboren, 2023 die Zwillinge Günter und Melanie, und 2024 kam Elias zur Welt.

    Die Ringe neben der Jahreszahl 2023 scheinen aber wohl eher die Deutung von Berkow zu unterstützen. :/

    Gruß

    Bernd

    Hallo Melek,

    Moraknives sind grundsätzlich gute und preiswerte Schnitzmesser. Ich habe mehrere Messer von diesem Hersteller. Sie sind vor allem für das Einhandschnitzen gut geeignet. Der Klassiker ist das Morakniv 105. Aber auch das Morakniv 120 ist ein gutes Whittling-Schnitzmesser. Meinem Vorredner muss ich aber trotzdem Recht geben: für das Schnitzen von kleinen Details sind diese Messer ein wenig zu groß. Bei deinem Exemplar kommt erschwerend hinzu, dass es einen Fingerschutz aus Metall trägt, der dir bei bestimmten Schnitten vermutlich sehr störend im Weg ist. Dein Messer ist aber trotzdem ein gutes schwedisches Allround-Messer. Es ist - bedingt - auch zum Schnitzen einsetzbar.

    Dennoch würde ich dir für dein Vorhaben ein kleineres Messer, ein sogenanntes Rosenmesser, empfehlen, das du bei den kleinen Figuren viel besser einsetzen kannst. Ein Rosenmesser ist ein sehr vielseitig verwendbares Schnitzmesser. Du wirst den Unterschied zum Morakniv schon bei den ersten Schnitten ziemlich schnell herausfinden.

    Noch etwas: Das Stück Holz, aus dem du einen Fuchs schnitzen wolltest, ist zu klein, um es in der Hand zu halten und dann mit der anderen Hand auch noch halbwegs erfolgreich daran herumzuschneiden. Du solltest hierfür ein deutlich längeres Stück nehmen, das du wie einen Messergriff gut in der Hand halten kannst. An diesem Stück wird dann nur im vorderen Bereich geschnitzt. Wenn der Fuchs fertig ist, sägst (oder schneidest) du den "Griff" (= das nicht beschnitzte Stück Holz) einfach ab. Das verringert nicht nur das Verletzungsrisiko, sowie auch die Schmerzen in den Fingern, die das Holz halten - es wird dir auch ein deutlich besseres Schnitt-Ergebnis bescheren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Melek,

    herzlich willkommen hier im Schnitzerforum. Schön, dass du mit dem Schnitzen beginnen willst. Am Anfang braucht man dafür nicht viel. Ein scharfes Messer und ein Stück Holz. Damit kann man Schnitte üben (z.B. Kerbschnitte). Bevor du dich an Tierfiguren etc. wagst, würde ich dir empfehlen, erst mal ganz einfache Formen zu schnitzen: einen Würfel, ein Dreieck oder ein rechteckiges Loch in einem Brett, usw. Dabei lernst du viel zum Thema Faserverlauf, Messerhaltung und Schnittführung etc.

    Ja, das Holz hat auch einen großen Einfluss auf das Gelingen. Bitte kein Nadelholz nehmen. Fichte z.B. geht gar nicht, weil die weichen Sommerringe sich nur zusammendrücken aber nicht richtig schneiden lassen. Die Winterringe sind dagegen bei Fichte extrem hart. Lärche ist auch nur sehr bedingt zum Schnitzen geeignet. Für Anfänger aber sicher nicht. Ausnahme: Arvenholz. Das gibt es ja bei euch in der Schweiz in den Bergen. Es ist neben dem bekannten Lindenholz mindestens genauso hervorragend zum Schnitzen geeignet. Es gibt Schnitzer, die schnitzen ausschließlich in Arvenholz (= Zirbenholz, wie man es in Deutschland und in Österreich nennt).

    Ansonsten kannst du hier gerne deine Fragen stellen und deine ersten Erfahrungen teilen, denn hier gibt es Leute, die dir Antworten geben und auf diese Art und Weise weiterhelfen können.

    Gruß

    Bernd

    Hallo liebe Hobbyschnitzer,

    ein Sturm fuhr durch eine alte Linde und warf einen erheblichen Teil der Baumkrone auf die Straße. Dieses Unwetter hat mir wieder neues Schnitzholz gebracht, u.a. auch die nachstehend abgebildete Astgabel, aus der ich einen komischen Vogel geschnitzt habe. Nun ja, es ist eigentlich eine Schale, sieht aber aus wie ein Vogel. Deshalb habe ich sie "komischer Vogel" genannt. Die Idee dazu, sowie einige Hinweise zur Ausführung, habe ich bei David Fisher gefunden. Seine Ideen überraschen mich immer wieder und regen zur Nachahmung an. Ich hoffe, euch gefällt's.

    Hier nun einige Bilder:

    1. Die Astgabel, aus der die Vogelschale geschnitzt wurde. Man muss die beiden Äste im Kern spalten (links bereits geschehen, siehe Foto) und kann dann das Mittelteil zum Schnitzen verwenden.

    2. Es geht weiter auf der Hobelbank. Die Rinde muss weg, um danach die grobe Form anzuzeichnen und auszuarbeiten.

    3. grobe Form

    4. grobe Form

    5. grobe Form

    6. So ist der Vogel erst mal zum Trocknen fertig:

    7. Nach einigen Wochen erfolgt die Fertigstellung (Oberfläche nach dem Schnitzen fein geschliffen, Finish mit Leinöl):

    8. Fertig

    9. Fertig

    10. Fertig

    Der Vogel ist 30 cm hoch, 27 cm lang und 11 cm breit.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Julia,

    herzlich willkommen hier im Schnitzerforum. Schön, dass du dich jetzt auch mit Holz befassen möchtest. Holz ist ein wunderschöner Werkstoff. Jedes Stück ist ein einzigartiges Individuum. Keins gleicht dem Anderen.

    Möchtest du Holz schnitzen oder Holz drechseln - oder Beides?

    Wenn du schnitzen möchtest, bist du hier mit deinen Fragen und/oder Holzarbeiten genau richtig. Wenn du drechseln möchtest, würde ich dir ein Drechslerforum empfehlen. Dort findest du die Drechselfreaks, die dir in diesem ebenfalls schönen Handwerk weiterhelfen können.

    Mein Schwerpunkt ist das Schnitzen, aber auch Hobby-Woodworking im Allgemeinen. Wenn's rund werden soll, kommt das Drechseln bei mir ab und an auch schon mal in Frage (siehe z.B. hier).

    Gruß

    Bernd

    ja, daran habe ich auch schon mal gedacht, aber zwei (nahezu) gleiche Löffel aus einer Astgabel zu schnitzen, sodass ein Salatbesteck dabei herauskommt, das wäre noch mal eine ganz andere Herausforderung. Hab ich noch nie gesehen.

    Nicht in jeder Seite einer Astgabel steckt ein ansehnlicher Löffel. Häufig ist nur eine der beiden Seiten "löffeltauglich", und manchmal überhaupt keine. Man kann aber auch Astgabeln finden, aus denen sich tatsächlich zwei Löffel schnitzen lassen. Aber auch das führt in der Regel zu stark unterschiedlichen Einzelstücken, nicht zu "Zwillingen", die man ja für ein Salatbesteck normalerweise haben möchte.

    Für Salatbestecke ist deshalb bei mir "Stammware" das Material der Wahl, wobei auch hier darauf zu achten ist, dass die Holzfasern möglichst parallel zum Stiel laufen. Das ist bei Stammware nicht immer möglich. Man muss diesbezüglich dann auch schon mal den einen oder anderen Kompromiss machen.

    Gruß

    Bernd