Hallo, liebe Hobbyschnitzer,
Über die Feiertage habe ich das Thema "Kuksa schnitzen" nochmal in Angriff genommen und habe 2 neue Kuksas geschnitzt, diesmal aber nicht aus Linde, sondern aus Kirschbaum. Ich fand in der Ecke meines kleinen Holzlagers noch ein gut durchgetrocknetes, kantholzförmiges Stück Kirsche, das von den Abmessungen her genau richtig für zwei Holztassen war. Eine davon habe ich bereits verschenkt, die Andere ist auf den Fotos zu sehen. Sie steht unter der Kaffeemaschine und wird gerade mit frischem Kaffee gefüllt. Sie ist 8,5 cm hoch, hat einen Außendurchmesser von 9,2 cm und eine Gesamtlänge (mit Griff) von 15 cm. Das Besondere: sie hat ein beachtliches Füllvolumen von 350 ml.
Die kleinere Kuksa, die auf dem letzten Foto zu sehen ist, habe ich schon seit Herbst 2020 in Gebrauch. Das ist meine erste Kuksa, die ich geschnitzt habe. Sie ist 7,5 cm hoch, hat einen Außendurchmesser von 8,7 cm und eine Gesamtlänge von 14 cm. Da ihr Füllvolumen allerdings nur bei 175 ml liegt, war sie mir als Kaffeetasse eigentlich immer ein wenig zu klein.
Das Fassungsvermögen der neuen Kuksa ist dagegen deutlich größer. Es ist vor allem deshalb so groß, weil ich mehr aus dem Stück Holz herausgeholt habe. Ich bin sozusagen an die Grenze des Machbaren gegangen, indem ich die Wandstärke der Tasse gegenüber der ersten Kuksa von 9 mm auf 5 mm reduziert habe. Die Stärke des Tassenbodens habe ich ebenfalls von 22 mm auf 7 mm erheblich reduziert. Das sieht man den Tassen von außen nicht an. Man spürt es aber am Gewicht: Die kleine Tasse ist schwerer als die Große (wenn beide Tassen leer sind).
Meine Befürchtung, eine Wandstärke von nur 5 mm (bzw. nur 7 mm für den Boden) sei zu dünnwandig für eine Kuksa, hat sich nicht bestätigt. Die neue Tasse hält die Flüssigkeit genauso gut wie die alte Tasse. Beide Tassen sind 100% dicht. Erstaunlich auch, dass die kurzen Holzfasern in der dünnen Tassenwand den Belastungen einwandfrei standhalten. Dort, wo die Fasern am Kürzesten sind, habe ich die Wandstärke allerdings etwas erhöht, indem ich eine "Schnute" stehen gelassen habe, denn dieser Bereich ist, was die Festigkeit betrifft, normalerweise die Schwachstelle der Kuksa (weil die Fasern hier nicht tangential, auch nicht schräg, sondern gerade, bzw. rechtwinklig, durch die Tassenwand laufen).
Wieder was gelernt.
Gruß
Bernd