Neuer Projektschnitzer

  • Hallo zusammen,

    ein frohes neues Jahr wünsche ich euch!

    Da ich in diesem Jahr wohl ein Enkelchen bekommen werde, und nachdem ich schon einige Erfahrungen mit dem hobbymäßigen Massivholz-Möbelbau gesammelt habe, möchte ich in diesem Jahr mal eine bespielbare Krippe bauen, incl. Krippenfiguren, so in etwa nach dem Ostheimer Muster, vielleicht etwas feiner, weniger kantig und vielleicht nur in verschiedenen Holztönen koloriert anstelle bunter Bemalung, etwa 15-16cm (stehende Figuren) groß.

    Dazu würde ich mich bei euch sehr gern informieren und mich, neben dem Fortgang der Arbeit, zu einigen Dingen austauschen. Themen wie z. B.

    Welches nicht allzu teure Schnitzwerkzeugset ist empfehlenswert?

    Ist Lindenholz tatsächlich die beste Wahl für solch ein (Anfänger -) Projekt?

    Schließlich noch Farben, Finish usw.

    Viele Grüße aus Witten!

    to zieh or not to zieh, that is the Quetschn.🪗

  • Hallo nach Witten!

    herzlich willkommen hier im Forum der Hobbyschnitzer. Da du ja schon Erfahrung im Massivholz-Möbelbau hast, wird dir der Bau einer Futterkrippe oder eines Stallgebäudes etc. keine Probleme bereiten.

    Auch die Figuren, dürften leicht zu beschnitzen sein - wenn sie nicht wesentlich filigraner als die bekannten Ostheimer Krippenfiguren werden sollen. Hierfür brauchst du - nachdem du sie ausgesägt hast - eigentlich nur ein scharfes Rosenmesser. Und schon kann's losgehen.

    Wenn du etwas mehr Geld für Schnitzeisen ausgeben willst, würde ich dir zusätzlich zum Rosenmesser das Anfängerset von Stubai empfehlen: https://www.schnitzerbedarf.de/werkzeuge/schn…hnitzmesser-set

    Ja, Lindenholz ist aus schnitztechnischer Sicht für dich das beste Material. Du kannst auch Zirbe nehmen. Dieses Holz schnitzt sich genauso gut, ist aber deutlich lebhafter als Linde. Der Unterschied ist allerdings nur interessant, wenn du die Figuren unbemalt lassen möchtest.

    Als Farbe kommt eigentlich alles in Frage, was man sonst auch auf Holzspielzeug pinseln kann. Für unbemalte Figuren würde ich eine abschließende Behandlung mit Leinöl, Bienenwachs oder Holzbutter empfehlen. Das Öl feuert die Maserung besonders schön an.

    Viel Erfolg!

    Gruß

    Bernd

    Holz ist eine geniale Idee des Schöpfers.

  • Hallo Mellmauslander,

    dann mal los. Schnitzer sind hier immer willkommen. Ich bin auf deine ersten Figuren gespannt. Lass dich von bierdi beraten. Der hat schon eine große Ansammlung von sehr schönen Figuren in seiner Grippe.

    Grüße

    Berkow

    Wer nichts tut dem wird getan! ?(

  • Dankeschön für die freundliche Begrüßung und die ersten Tipps!

    Inzwischen habe ich mich dazu entschieden, zunächst einen Satz Krippenfiguren etwa im Ostheimer Stil als Übung zu machen, was mir tatsächlich nicht schwierig erscheint. Bemalen kann ich sie vielleicht sogar etwas schöner als die Originale, da ich auch schon ein paar Jahre male.

    Dann hab ich mir als nächstes die Figuren im Stil der ebenfalls recht bekannten Fabel-Krippen zum Ziel gesetzt, die ich sehr schön finde (siehe Bild).

    Das ganze dann sehr dezent, halbtransparent, mehrfarbig lasiert, mit nur wenigen wirklich farbig aufgemalten Akzenten.

    Damit habe ich bestimmt bis nächstes Weihnachten genug zu tun :)

    Zunächst mal eine Frage zur Einrichtung des Arbeitsplatzes: ist es sinnvoll, die Werkstücke untenrum zunächst etwas länger zu lassen und das untere, nicht zu bearbeitenden Ende im Schraubstock o. ä. einzuspannen, oder sollte ich mich besser von Anfang an an eine "freihändige" Arbeitsweise gewöhnen?

    Weitere Fragen werde ich aber besser in den entsprechenden Themengebieten stellen.

    Danke und LG

    Frank

    to zieh or not to zieh, that is the Quetschn.🪗

  • Hallo Frank,

    deine Frage zur Einrichtung des Arbeitsplatzes hast du dir ja schon fast selbst beantwortet:

    1. wenn man (mit einem Messer) freihändig schnitzt, braucht man keinen Arbeitsplatz, denn das geht überall.

    2. wenn man mit beiden Händen an einer Figur o. ähnl. arbeiten will, muss die Figur irgendwie befestigt bzw. eingespannt sein. Dafür braucht es einen Arbeitsplatz (am besten eine Hobelbank, die du ja vielleicht als Massivholz-Möbelbauer schon hast) mit einer entsprechenden Vorrichtung (Vorderzange, Hinterzange, Bankhaken, Schraubstock, Schnitzgalgen mit Figurenschraube, Kugelgelenkeinspannvorrichtung, und, und, und ...). Es gibt eine Vielzahl von Befestigungsmöglichkeiten für zu beschnitzende Werkstücke.

    Nr. 1 ist eine gängige Methode für das Schnitzen mit Messern.

    Nr. 2 ist die übliche Methode für das Schnitzen mit Schnitzeisen/Bildhauerbeiteln usw.

    Für den Anfang würde ich dir empfehlen, die Werkstücke (Figuren) unten rum etwas länger zu lassen, damit du sie bei Bedarf in der Hobelbank oder in einem Schraubstock einspannen kannst. Das wird dir hier und da den Einstieg bestimmt erleichtern. Ansonsten wirst du schon selbst herausfinden, welche der beiden Methoden dir am ehesten zusagt.

    Beim Schraubstock muss man allerdings sehr darauf achten, dass man stets in einer Richtung schnitzt, die sicher stellt, dass man mit der Schneide nicht gegen das Metall des Schraubstocks abrutscht, denn dann ist sie ruiniert.

    Gruß

    Bernd

    Holz ist eine geniale Idee des Schöpfers.

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