Bildhauerbock am Boden befestigen

  • Hallo liebe Schnitzer und Bildhauer,

    ich habe mir einen Traum erfüllt und endlich eine kleine, eigene Werkstatt eingerichtet. Dafür habe an einem Platz auch den Bildhauerbock von Kapra. Dieser ist super, allerdings hat er zu wenig Gewicht um darauf gut hobeln und größere Dinge schnitzen zu können. Daher möchte ich ihn gerne über die Metallbodenschnienen mit dem Betonboden verschrauben.

    Habt ihr eine Idee wie man das sauber und ordentlich macht? Ich würde den Bock gerne, wenn dieser nicht benützt wird, wieder vom Boden "abschrauben" um ihn dann platzsparend in eine Ecke zu stellen. Beim Schnitzen soll er aber etwas weiter in der Mitte stehen, damit man von jeder Seite an das Werkstück rankommt.

    Gibt es Gewinde, die man in einen Betonboden einklebt und dann eine Gewindeschraube reinschraubt? Bei dieser Metallbodenschiene waren glaube ich nur Holzschrauben mit Senkkopf dabei und die Metallschiene ist auch gesenkt. Vielleicht einfach neue Löcher in die Metallschiene bohren, damit eine Metallschraube reinpasst oder?

    Ich denke, eine dünne Gummibeilagscheibe zwischen Boden und Metallschiene zu legen, ist auch nicht schlecht um Übertragung von Schwingungen zu vermeiden. Was meint ihr?

  • Hallo Benni,

    Es gibt Bodendübel, die man in den Betonboden einklebt. Mit großen Holzschrauben kannst du deinen Bock über die Schienen befestigen. Die Schienen müsstest du je nach Größe der Dübelschraube aufbohren. Bei Amazon kannst du Kleber und Dübel einsehen. Ein Behelf wäre ein Partikil Gewinde Adapter 2 cm Höhe mit M10 Innengewinde auch von Amazon. Den müsstest du auch einkleben. Der Gummibelag dürfte nicht stören.

    Grüße

    Berkow

    Wer nichts tut dem wird getan! ?(

  • Hallo Benni,

    da du neu hier im Forum bist: Herzlich Willkommen! Und: Gratulation zu deinem Bildhauerbock. Damit bist du ja schnitztechnisch schon sehr gut ausgestattet.

    Die Befestigung des Bildhauerbocks im Betonboden würde ich mit einfachen Messing Spreizdübeln realisieren. Die gibt es mit Innengewinde in verschiedenen Größen: M8, M10 usw. (einfach mal im Internet nach "Dübel mit Innengewinde" suchen, dann wirst du fündig). Steckt der Spreizdübel im Bohrloch, kannst du den Bock mit handelsüblichen Gewindeschrauben im Boden fest verankern (und natürlich auch wieder abschrauben). Ganz ohne Klebstoff.

    Apropos Kapra: was sagen die denn zu deiner Frage? Im Werbevideo weisen sie darauf hin, dass sie gerne antworten, wenn Fragen rund um den Bildhauerbock entstehen ... sie wollen ihr Produkt ja auch noch öfter verkaufen. Deshalb müsste Kapra eigentlich mit dieser Thematik bestens vertraut sein.

    Gruß

    Bernd

    Holz ist eine geniale Idee des Schöpfers.

  • Hallo Bernd,

    bei den Messingspreizdübeln würde ich vorsichtig sein. Die werden in den Boden eingeschlagen und verengen sich. Die Schraube wird dann nur lösbar bis zur Einengung gehen. Danach wird sie sich festfressen und dem Dübel durch die innere Spreizung zusätzlichen Halt geben. Ob sie sich danach wieder lösen lässt? Nimmt man nur das obere Drittel des Dübels, kann bei den Kräften, die auf den Bock wirken, der Dübel sich lockern.

    Grüße

    Berkow

    Wer nichts tut dem wird getan! ?(

  • Hallo Berkow,

    Dieser Dübel wird in ein Bohrloch (im Boden oder in der Wand) gesteckt. Er hat eine griffige Oberfläche. Deshalb kann man mit leichten (!) Schlägen etwas nachhelfen. Dann geht er problemlos ins Loch. Der Durchmesser des Bohrlochs muss natürlich dem Durchmesser des Dübels entsprechen. Hat das Loch den erforderlichen Durchmesser, dann ist das Einstecken des Dübels kein Problem. Er verengt sich dabei nicht. Vorher sollte man das Loch aber absaugen (oder ausblasen), damit kein Bohrstaub mehr drin ist, der den Dübel u.U. blockieren könnte.

    Mit diesen Dübeln lassen sich sehr kostengünstig problemlos lösbare metrische Schraubverbindungen zwischen der Metallschiene am Bildhauerbock und dem Betonboden herstellen. Ein Betonboden ist besonders gut für Spreizdübel geeignet. Messing ist ideal, weil dieses Metall auch dann nicht rostet, wenn aus irgendeinem Grund mal Wasser eindringen sollte. Bei porösem Mauerwerk würde ich sie auch nicht verwenden (obwohl das auch gut gehen kann).

    Hier noch ein Video über Messingspreizdübel, in dem kurz erklärt wird, wie so ein Dübel funktioniert.

    Es ist eine altbewährte und vielfach erprobte Technik. Man muss allerdings den richtigen Durchmesser und wenigstens die angegebene Mindestbohrtiefe erzielen (etwas tiefer bohren schadet nicht). Sollte das wider Erwarten - aus welchem Grund auch immer - nicht klappen, kann man immer noch die teurere Klebevariante wählen. Dann wird eine Innengewindehülse ins Bohrloch mit einem 2K-Spezialkleber eingeklebt.

    Gruß

    Bernd

    Holz ist eine geniale Idee des Schöpfers.

  • Hallo,

    Eure Diskussion war sehr interessant. Messingdübel waren mir bisher noch nicht untergekommen. Nun weiß ich mehr.

    Zu der Befestigung des Schnitzbockes habe ich eine Bemerkung. Ein Innengewinde im Fußboden versenken und den Bock je nach Bedarf damit befestigen, finde ich im Prinzip gut. Wenn man aber im Raum fleißig arbeitet, sammeln sich auf dem Boden viele Arten von Schmutz unterschiedlicher Konsistenz, Größe und Eigenschaften an. Natürlich sammelt sich das Gemenge auch in den Gewindelöchern an. Wenn dann der Bock ins Spiel kommt, liegt man erst einmal auf dem Boden und Schneidet das Gewinde nach. Ein Blindstopfen könnte helfen, stellt aber eine Stolperfalle dar (die eigentlich vermieden werden sollte).

    Dann kann man gleich Stockschrauben eindübeln und "große rote Kappen" auf das Gewinde setzen.

    Nun seid ihr dran.

    Euer Lukas

    PS: Meinen Schnitzbock fixiere ich im Bedarfsfall mit meinem Eigengewicht, in dem ich mich beim Arbeiten auf die Metallschiene stelle.

  • Hallo,

    ich habe das Problem zwar nicht, aber ich bin mir sicher, dass es irgendwelche Gewindeschutzdummies für solche Fälle geben muss....ich würde wahrscheinlich einen Stofffetzen reinstopfen. Oder, etwas professioneller - Gewindestab ablängen und Schlitz für Schraubenzieher reinflexen zum raus/reinschrauben. Halt ne dicke Madenschraube als Platzhalter, bis der Bock mit richtigen Schrauben befestigt wird. Oder, wenn das Innengewinde lang genug ist, den Gewindestab bei bedarf ein Stück rausdrehen, und den Bock mit Muttern befestigen.

    Gruß Christian

  • PS: Meinen Schnitzbock fixiere ich im Bedarfsfall mit meinem Eigengewicht, in dem ich mich beim Arbeiten auf die Metallschiene stelle.

    Hallo Lukas,

    ... da würde ich eine geschraubte Bodenbefestigung für den Schnitzbock allemal vorziehen - selbst wenn ich für jedes Projekt erst mal auf dem Bauch liegen und das Gewinde nachschneiden müsste (was ich allerdings für äußerst unwahrscheinlich halte).

    Einen Schnitzbock mit meinem Eigengewicht fixieren wäre für mich keine Lösung. Beim Schnitzen/Bildhauen will ich mich nämlich ausschließlich auf das Werk meiner Hände konzentrieren (und nicht auch noch auf meine Füße). Ich würde es zudem als eine Einschränkung meiner Bewegungsfreiheit empfinden, weil ich dann nicht mehr so stehen könnte, wie es für mich am besten ist, sondern immer so stehen müsste, dass genug Körpergewicht auf der Bodenschiene aufliegt. Meine Meinung hierzu: absolut inakzeptabel!

    Als Schutz vor eventuellen Verschmutzungen gibt es die Möglichkeit, das Gewindeloch mit Klopapier oder - richtig schön professionell - mit einer Madenschraube (wie von Christian vorgeschlagen) oder mit einem Deckel zu verschließen. Das kann man alles so machen, dass dabei keine Stolperfalle entsteht.

    Nun ist Benni dran. Bin gespannt, zu erfahren, ob und wie er sein Problem inzwischen gelöst hat.

    Gruß

    Bernd

    Holz ist eine geniale Idee des Schöpfers.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!