Eule aus dritter Hand

  • Die Eule ist nur sehr grob gearbeitet, ich finde sie aber trotzdem schön. Ich habe sie aus uraltem Eichenholz geschnitzt. Das war zuerst in irgendeinem Fachwerk verbaut. Ich war immer auf Eisenbahnbohlen aus, aber nach genauerer Betrachtung, muss es Fachwerk gewesen sein. Dann wurden es Zaunpfähle. Den Zaun habe ich zusammen mit dem Grundstück vor 30 Jahren gekauft. Dann kam ein neuer Zaun und das Holz in meinen Bestand. Als drittes Leben wurde nun diese Eule draus.

    Deshalb ist das Holz rissig und sieht nicht mehr wie aus dem Ei gepellt aus. Aber das macht für mich gerade den Reiz aus. Und nebenbei , es ist steinhart und die

    Bearbeitung eine Herausforderung, hat trotzdem Spaß gemacht


  • Guten Morgen.

    Ich mag den Charakter, den deine Eule ausstrahlt.

    Ein schönes Stück mit Geschichte. Haben es dir die Eisen verziehen, so altes und hartes Holz zu beschnitzen?


    Zu Eisenbahnbohlen darf ich noch kurz erwähnen, dass diese bei uns in der Gegend als Sondermüll entsorgt werden müssen, sobald sie abgebaut werden.

    Seinerzeit sind die mit allen möglichen und unmöglichen Holzschutzmitteln behandelt worden, die allesamt nich der Gesundheit zutragen.

  • Hallo Kritzel,

    aus dem knorrigen Stück alte Eiche hast du aber noch eine ansehnliche Eule hingekriegt. Wie man auf dem zweiten Bild über dem rechten Auge der Eule sieht, ist der Kern des Holzes ja auch noch in der Figur - oder ist das ein Ast? Es sieht mir jedenfalls eher nach dem Kern als nach einem Ast aus. Egal, ob Kern oder Ast - sowas macht die Bearbeitung mindestens doppelt so schwer.

    Gruß

    Bernd

    Holz ist eine geniale Idee des Schöpfers.

  • Bernd, du hast recht, es ist der Kern. Die äußeren Schichten sind schon ziemlich verwittert, da bleibt nur das Innere zum Arbeiten.

    Die Grundform habe ich mit der Kettensäge ausgeschnitten und dann mit Winkelschleifer und Raspelscheibe weitergemacht. Handwerkzeug (superscharf) kam erst ganz zum Schluss zum Einsatz. Das war bei dem Holz nicht anders möglich. Es ging wirklich nur mit extrem scharfen Klingen. Ich mag Holz mit Charakter.

    Viele Grüße

    Kritzel

  • Hallo Kritzel,

    nach dem Einsatz von Kettensäge, Winkelschleifer und Raspelscheibe war sicher eine Grundreinigung deiner Werkstatt fällig - oder hast du das im Freien gemacht?

    Egal wo, die Atemwege müssen bei solchen Arbeiten jedenfalls mit entsprechenden Masken (oder mit einem Staubschutzhelm mit Ventilator und Filter, etc.) optimal geschützt werden. Buche und Eiche sind nämlich in Form von Holzstaub besonders gesundheitsschädlich. Staubabsaugung am Winkelschleifer (falls vorhanden) kann den Staubflug zwar deutlich reduzieren, reicht aber bei weitem nicht aus.

    Auch wenn es manchmal mühsam ist und lange dauert - das ist jedenfalls der Vorteil beim manuellen Bildhauen/Schnitzen: es staubt nicht.

    Gruß

    Bernd

    Holz ist eine geniale Idee des Schöpfers.

  • Hallo Bernd,

    so etwas mache ich draußen, wer soll hinterher die Werkstatt aufräumen?

    Da ich allein lebe gilt bei mir bei allen Arbeiten grundsätzlich: Safety first!!! Wenn du weißt, dass da niemand ist, der dich im Notfall retten oder einen Arzt rufen kann, passt du schon auf. Arbeitsschutzkleidung inclusive Atemschutz ist Pflicht.

    Wenn dieses Holz nicht so verdammt hart wäre, hätte ich gern auf die Maschinen verzichtet, ging hier jedoch nicht.

    Viele Grüße

    Kritzel

  • Hallo Kritzel,

    schön, wieder etwas von dir zu sehen. Ich war 3 Wochen mit meinen Enkeln unterwegs und hab erst heute dein Werk gesehen. Zumindest bist du der Vogelwelt treu geblieben. Dann noch so schwieriges Material zu wählen, beeindruckt mich. Vor allem ist die Darstellung gelungen.

    Grüße

    Berkow

    Wer nichts tut dem wird getan! ?(

  • Hallo Berkow,

    ja, mir hat lange die Zeit zum Schnitzen gefehlt. Im Moment sieht es wieder besser aus. Das Material war schon eine Herausforderung, aber auch sehr interessant. Ich liebe Herausforderungen und Holz mit Charakter.

    Viele Grüße

    Kritzel

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