Schlüsselgehäuse aus Pflaumenholz

  • Hallo liebe Schnitzfreunde,

    hier kommt noch mal ein kleines Schnitzprojekt, bei dem - wie ich denke - aus der Not eine Tugend geworden ist.

    Die Not bestand darin, dass das Schlüsselgehäuse des FaWO-Klappschlüssels für unseren Wohnwagen beim Abschließen plötzlich auseinander gebrochen ist. Auf Bild 1 sieht man, dass ich die beiden schwarzen Hälften des Schlüsselgehäuses mit TESA-Film provisorisch wieder zusammengeklebt habe:

    Bild 1: Der Klappschlüssel, der nur noch von TESA-Film zusammengehalten wird

    Das hat aber nicht lange gehalten, sodass ich mich entschloss, mir einen neuen Klappschlüssel mit der passenden Schlüsselnummer zu kaufen. FaWO ist zwar ein deutscher Hersteller, aber unser Wohnwagen wurde in England hergestellt, und für dieses Land gibt es eigene Schlüsselnummern, die nur den britischen Fahrzeugherstellern zugeordnet sind. Da der Schlüssel als solcher noch funktioniert, muss ich mir eigentlich keinen Neuen besorgen (Schlüsselprofil in einen Rohling fräsen), sondern benötige lediglich ein neues Klappgehäuse. FaWO war allerdings nicht willig, mir ein neues Klappgehäuse zu schicken und verwies mich an eine englische Adresse, die mir einen neuen Klappschlüssel liefern könne. Das hat leider nicht geklappt, denn meine Anfrage bei dieser Adresse in England wurde schlicht und einfach nicht beantwortet. Im Internet fand ich dann aber eine Plattform, auf der u.a. auch britische Wohnwagenschlüssel angeboten werden. Mein Klappschlüssel war auch im Angebot, allerdings zu einem Preis von 41 Euro zuzüglich 13 Euro Versandkosten von England nach Deutschland. Dazu kommen aber noch Zollgebühren, die erst bei Lieferung an den deutschen Postboten zu zahlen sind: Größenordnung 24 Euro! Alles in allem: ca. 80 Euro für einen stinknormalen Wohnwagenklappschlüssel, der von einem deutschen Hersteller kommt, aber - wegen seiner Schlüsselnummer - nur in England nachgekauft werden kann.

    Die Tugend: Nachdem ich dies alles in Erfahrung gebracht habe, reduzierte sich mein Interesse an einem neuen Klappschlüssel auf Null. Da der Schlüssel ohne Gehäuse zwar auch funktioniert, aber nur unter größerem Kraftaufwand mit Schmerzen an den Fingern (weil dessen Packende ohne Gehäuse zu klein ist), kam ich auf die Idee, ein neues Schlüsselgehäuse zu schnitzen. Ein kleines Stück Restholz vom Pflaumenbaum wurde aufgetrennt (halbiert). In eins der beiden Stücke habe ich mit der Oberfräse eine kreisförmige Vertiefung (Durchmesser: 20 mm) gefräst. Frästiefe: 3 mm. Für den Bart des Schlüssels habe ich noch eine Aussparung geschnitzt, sodass der Schlüssel genau passend ins Holz eingelegt werden konnte. Dann die beiden Hälften mit Holzleim bestrichen und genau so wieder zusammengelegt, wie das Holz vor dem Auftrennen war. In der Hobelbank wurde es dann fest eingespannt bis die Verleimung ausgehärtet war. Anschließend wurde die endgültige Form des neuen Schlüsselgehäuses ausgearbeitet (ein Loch bohren, die Form schnitzen und schleifen). Endbehandlung: Leinöl. Nachstehend einige Fotos vom Resultat. Ich bin zufrieden.

    Gruß Bernd

    Bild 2

    Bild 3

    Bild 4

    Holz ist eine geniale Idee des Schöpfers.

  • Hallo Zillertaler, hallo Berkow,

    vielen Dank für euer Lob. Freut mich. Im vorliegenden Fall war es wirklich die beste und preiswerteste Lösung. Es war zudem auch noch die schnellste Lösung.

    Im Bedarfsfall zur Nachahmung empfohlen.

    Gruß Bernd

    Holz ist eine geniale Idee des Schöpfers.

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