Beiträge von Schnitzer ausm Norden

    Ich möchte an das Thema gerne anknüpfen und habe daher eine Frage, die mir unter den Nägeln brennt:


    Wie plant ihr eure Figuren von der Holzmaserung her?


    Also bei Personen ist es so, dass die Holzfasern quasi immer von oben nach unten verlaufen und nicht seitlich etc. Daran habe ich mich auch orientiert bisher. Aber warum ist das eigentlich so? Weil man dann möglichst viel "mit der Faser" schnitzen kann?


    Und sollte das auch die Grundregel sein: Figur so auf das Holz zeichnen, das man möglichst viel mit der Maserung schnitzt?


    Oder eher: Immer von unten nach oben aus optischen Gründen?


    Weil bei Tieren, die ja oftmals länger sind als hoch, verläuft die Faser trotzdem oft von oben nach unten.

    Danke :D Ja, mit dem Gedanken gespielt, mir einen zu kaufen, hatte ich natürlich auch! Aber wenn man Qualität sucht, muss man schon etwas tiefer in die Tasche langen. Wenn ich die Stunden miteinberechne, die es gedauert hat, ihn zusammzuzimmern, übertrifft das tatsächlich weit den Preis eines gekauften 8o Aber so konnte ich ihn nach meinen Vorstellungen formen und Spaß gemacht hat es mir - ohne Spaß wäre ich wohl dran verzweifelt ;)

    Moin!


    In einigen Kommentaren vorher habe ich es schon anklingen lassen, dass ich an einem Schnitzbock baue. Jetzt ist es endlich soweit, das gute Stück ist fertig!


    Orientiert habe ich mich dabei an der Schnitzbock-Anleitung von "Mr. Schnitz", die auf Youtube zu finden ist. Allerdings mit ein paar Änderungen:


    - So habe ich als Balkenmaterial Douglasie gewählt (die gab es eben gerade beim Baumarkt hier um die Ecke ;)), aber ebenfalls 9x9 bzw. 7x7 cm.

    - Die obere Platte besteht bei aus 3 Lagen Buchenarbeitsplatte (da hatte ich noch Reste im Keller liegen), die ich dann verleimt, zurecht gesägt und geschliffen habe (Gesamthöhe: knapp 8 cm)

    - Die untere Platte besteht aus einer 2,7 cm starken Leimholz-Buchenplatte

    - Der gesamte Bock hat keine Schrauben intus ;) Alles mit 4x4 cm Zapfen (die bei mir schräg aus den Querbalken kommen, "Mr. Schnitz" hatte die Zapfenlöcher schräg gestaltet) und wasserfestem Holzleim verbunden. Dazu sind die beiden Platten zusätzlich mit 18 mm-Buchenriffeldübeln fixiert, wobei ich bei der oberen Platte darauf geachtet habe, dass die Dübel durch alle 3 Schichten gehen, aber oben nicht durchstoßen

    - Der Bock hat bei mir eine Schräge von 10°, die ich gewählt habe, um ihm noch mehr Stabilität zu verleihen und eine Höhe von 97 cm, da ich auch etwas größer bin

    - Die untere Platte habe ich erst zurechtgesägt, als die Balken schon miteinander verbunden waren. Da sie als Ganzes nicht mehr reingepasst hat, habe ich sie mit der Axt gespalten, in zwei Teilen eingesetzt, wieder verleimt und den Riss mit dem Bandschleifer wegpoliert, sodass man den Riss nicht mehr sehen oder fühlen kann :) Für die Stabilität habe ich dann noch eine Querstrebe darunter verdübelt.

    - Zum Schluss habe ich ihn in zwei Arbeitsgängen per Hand geschliffen (Körnung 60 und 180) und mit Arbeitsplattenöl von Clou behandelt, da ich damit immer gute Erfahrungen gemacht habe, es für beanspruchte Flächen geeignet ist und nicht so eine glatte Fläche hinterlässt wie Lack, was wohl eher dazu führen würde, dass die Schnitzhalterung rutscht bzw. sich nicht so gut festspannen lässt


    Besondere Herausforderung war für mich, den Schnitzbock ohne Tischkreissäge und ohne Standbohrmaschine oder Forstnerbohrer zu bauen. Alle Holzteile habe ich hauptsächlich mit einem einfachen Fuchsschwanz aus dem Baumarkt zugesägt, was ordentlich Zeit und Mühe gekostet hat (vor allem die 8 cm Arbeitsplatte...). Insbesondere die Winkel alle zu berechnen und einzuhalten hat mich manchmal ganz schön an meine Grenzen gebracht :D. Auch die Zapfenlöcher von 4x4x4 cm auszustemmen hat einiges an Zeit gekostet (und Nerven bei den Nachbarn ^^). War für mich das erste Mal, dass ich mit Stemmeisen gearbeitet habe, aber ging mit dem Klüpfel ganz gut von der Hand.


    So ist auch nicht alles exakt gerade, was aber jetzt, wo die Platten drauf sind, kaum noch auffällt, genauso wenig, wie dass ich unter ein Bein ein Plättchen geleimt habe, da es etwas zu kurz war ;) Frei nach dem Motto: Beten scheef hett Gott leev!


    Ja, so viel dazu :). Wenn ihr Fragen habt, beantworte ich die natürlich gerne!


    Die oberen Querstreben


    Eine Seite steht


    Das Gestell ist miteinander verbunden, die Platten fehlen noch



    Zusammengebaut, geölt und fertig :)



    Herzlich willkommen :)


    Ich habe auch erst vor wenigen Monaten angefangen und kann Brian nur Recht geben: Scharfe, gute (!) Werkzeuge sind das A und O!

    Aber auch das Holz muss sehr weich sein (Stichwort: Linde) und dann gibt es natürlich noch vieles Weiteres zu lernen.


    Lass dich also nicht entmutigen, wenn es am Anfang nicht klappt, es wird besser ;)

    An sich gebe ich dir Recht, Bergischer Löffel. Ich merke auch immer wieder, dass ich mit jedem Stück, welches ich schnitze, neue Erfahrungen mache. Bisher hatte ich zum Glück keine gedrehten Hölzer vor mir ;) Aber so etwas macht später vielleicht den Reiz aus.


    Trotzdem fände ich es schön, zu wissen, was mit den Begriffen gemeint ist. Denn zum Teil wird in Büchern darauf Bezug genommen und dann wüsste ich gerne, was der Autor meint.


    Well, that's a funny story, Brian :D I am glad, you still finished it ;)

    Moin!


    So, hier gleich mal der nächste Thread zu einem ganz grundlegenden Thema in der Holzbearbeitung und beim Schnitzen: die Holzmaserung


    Oft habe ich schon gelesen "mit der Faser schneiden", "quer zur Faser" oder "gegen die Faser". Während ich mit "mit der Faser" glaube ich ganz gut was anfangen und auch grundsätzlich weiß wie die Faser verläuft (von oben nach unten bzw. anders herum bei einem Baum) bin ich mir mit den anderen Ausdrücken unsicher und habe dazu bisher keine gute Übersicht gefunden.


    Daher habe ich mal 4 Fotos gemacht, um das zu veranschaulichen (Faserrichtung mit Pfeil markiert) und euch um eure Hilfe zu bitten :)


    Foto Nr. 1: Ich denke mal, hier würde ich jetzt "mit der Faser" schneiden, richtig?


    Nr. 1



    Foto Nr. 2: Ist das "quer zur Faser" (meine Vermutung) oder "gegen die Faser"?


    Nr. 2



    Foto Nr. 3: Hier würde ich quasi über das Hirnholz schneiden, wäre das dann "gegen die Faser", oder doch "quer zur Faser"?


    Nr. 3



    Foto Nr. 4: Und zuletzt noch ein Mix aus Position 2 und 3, theoretisch wäre ja auch ein Mix aus Position 1 und 3 möglich oder aus allen 3en (über die Ecke schneiden), fallen die alle unter den Begriff "diagonal schneiden"? Bzw. gibt es da genauere Bezeichnungen wie "diagonal quer-gegen die Faser", "diagonal mit-quer-zur Faser"?


    Nr. 4



    Bin gespannt auf eure Kenntnisse!

    Danke für das Feedback, Rainer! Stimmt, das mit den Stoppschnitten ist natürlich nichts Neues für mich, vielleicht sollte ich die manchmal noch mehr einbeziehen.


    Was ich gestern beim weiteren Schnitzen noch gemerkt habe, was scheinbar hilft, die Klinge länger mit Gefühl im Holz zu lassen, also nicht so schneiden, dass die Klinge am Ende des Schnittes durch den Druck "aus dem Holz fliegt" (etwas übertrieben gesagt), sondern mit Gefühl die Klinge bis zum Ende führen, sodass die Klinge quasi kein Milimeter weiter gleitet am Ende des Schnittes. Ich hoffe ich hab das verständlich beschrieben.


    Was "quer zur Faser" angeht, ich mache da gerade mal schnell einen neuen Thread zu, da das ein grundlegendes Thema ist, was bestimmt noch viele andere interessiert!


    Thanks to you Brian! As you see, I already commented on the post in which you shared your tools! Which of these knives do you mean by "crooked knive"? The spoon knive (Löffelmesser) as we call it here, since one is able to carve the curved part of a spoon with it?


    I could think about it. When I am on the way (that's where I normally do the carving by hand and knives, at home I prefer to use the gauges, once I've completed my carving table), I only have room for a few knives though, that's why I am limited concerning the size and number of tools.

    Moin!


    Als Anfänger, der leider keine Schnitzer in der Umgebung zum Austausch hat, mache ich öfters Fehler, aber weiß nicht genau, was ich jetzt eigentlich falsch gemacht habe.


    Ich will euch mal hier ein paar Fehler vorstellen und hoffentlich habt ihr einen Rat für mich, wie ich die in Zukunft vermeiden kann! Dabei alles Fehler, die mir beim Schnitzen mit dem Messer (meist Rosenmesser) passieren


    Fehler Nr. 1: Tiefe Einschnitte ins Holz


    Hier passiert es mir, dass ich mit dem Messer zu tief ins Holz gleite, anstatt nur eine Späne abzuheben




    Fehler 2: Ausbrüche / Absplitterungen


    Hier ist es so, dass es nicht so einem sauberen Schnitt kommt, sondern Teile ausreißen oder abbrechen, wie Schuppen zum Teil




    Fehler 3: Unsaubere Oberflächen


    Hier gelingt es mir nicht, eine saubere Oberfläche zu erzeugen, aber nicht wie bei Fehler Nr. 2, wo Teile abbrechen, sondern hier ist es so, dass es oft um Tiefen geht und ich dann von unten schneide, die Späne aber noch dranhängt. Wenn ich die dann abschneide, bleibt die Schnittkante der Späne bestehen. Wenn ich von oben gegenschneide, muss ich sie unten abschneiden, mit dem gleichen Resultat.


    Ich versuche dann öfters mit dem Messer in einer Rundung über das Holz zu gehen, aber sobald einmal diese Schnittkanten da sind, kriege ich die kaum wieder raus


    Hier auf dem Bild sieht man es im Nacken des Pinguins, den ich gerade schnitze



    Wenn ihr also Rat habt, lasst es mich gerne wissen. Ein paar Theorien habe ich schon:


    Fehler Nr. 1: Hier schneide ich falsch in die Maser. Müsste von der Gegenrichtung arbeiten


    Fehler Nr. 2: Messer evt. nicht scharf genug oder zu starker Druck


    Fehler Nr. 3: Solche Kanten gar nicht erst entstehen lassen, sondern gleich mit dem Messer in einem "Bogen" schneiden, sodass die Späne am Ende des Schnittes abfällt.


    Aber ob ich Recht hab, weiß ich nicht.

    Mensch, schade, dass sie deinen Ofen stillgelegt haben, Zillertaler! Also ob der jetzt so viel zum Klimawandel beitragen würde. Verstehe ich nicht, dass sie da keinen Bestandsschutz walten lassen!


    Aber danke für die schöne Geschichte und die weiterführenden Erklärungen!


    Also, thanks to you, Brian!


    Das wusste ich noch gar nicht, Bergischer Löffel! Ich schnitze ja auch viel unterwegs, aber im Gehen habe ich das noch nie probiert! Schnitzt du dann stets Löffel?

    Cool, danke für euer Feedback!


    Das man Holz trocknet, indem man es nass macht, habe ich noch nicht gehört. Nur, dass man es regelmäßig nass macht, bevor man es zersägt. Magst du mir erklären, inwieweit das Holz durch nassmachen, getrocknet wird? Also wie man das macht und warum das hilft?

    Just came across this post from you, Brian!


    How great, that you use the tools (and build them!) that the First Nation people used as well! It's very interesting, because here in Germany basically all people use the same kind of gauges and knives, so I rarely thought how it could be done otherwise!


    Nowadays so many things can be produced by machines in overwhelming numbers, so for me, wood carving is strongly connected to times where things were produced by hand. Things that took time. And with tools and techniques that were passed on to the next generation. So when I carve, I don't just want to see a nice result, but I enjoy the process and I enjoy using tools, that people in Germany alread used 100 years ago and continue a craft-art-work that tells stories of previous eras.


    Therefore, I really like that different regions have different tools and traditions! And while I prefer to stick to the Mid-European / German tools, it's great to see that people in other countries have their own tools that they continue to use!

    Moin moin!


    Alles machen es, keiner redet drüber... die Holzspäne! 8o


    Mich würde mal interessieren, was ihr mit den Spuren der Schnitzsucht so anstellt ;) Werft ihr die einfach weg? Haben die Qualitäten als Grillanzünder? Oder welche Verwendung fällt euch noch ein?


    Ich mache mal den Anfang:


    1. Ich schnitze viel unterwegs und nehme meine kleinen Projekte oft mit. Damit die nicht in der Dose herumklackern und Teile abbrechen, ist meine Dose immer gut mit Späne gefüllt. Der Abfall der anfällt, ist quasi die Polsterung der Figur :)

    2. Letzt habe ich zum ersten Mal aus frischem Holz einen Löffel geschnitzt. Den habe ich dann 5 Tage lang mit trockener Späne abgedeckt, um dem Holz die Feuchtigkeit zu entziehen und ihn danach zu ölen.


    Jetzt seid ihr dran!