Schwarzwald Bollenhut schnitzen

  • Hallo Profis,

    ich habe eine Frage zum Sauberschnitzen.

    Wie bekomme ich die Kanten zwischen den Kugeln sauber? Welche Schnitzeisen? Oder doch irgendwie schleifen?

    Wollte das bei Fragen einstellen, ging aber nicht.

    Über Tipps würde ich mich sehr freuen.


    viele Grüsse

    Heike

    in meiner Werkstatt scheint immer die Sonne🌞

  • Hallo Heike ,

    mit einem Hohleisen (Kerbschnitzbeitel), gebogen und tiefen schmalen Stich, kommst du am besten in die Zwischenräume.

    Leider bin ich auf einem Campingplatz und habe nicht meinen anderen Computer mit, auf dem sich alle Schnitzmesser mit ihren Größen befinden. Vielleicht kann hier noch jemand anders helfen.

    Grüße

    Berkow

    Wer nichts tut dem wird getan! ?(

  • Hallo Heike,

    die "Kanten" zwischen den Kugeln sind eigentlich keine Kanten. Aus schnitztechnischer Sicht sind es Kerben. Die lassen sich sowohl mit Kerbschnitzmessern (z.B. mit einem Rosenmesser oder einem Spezialmesser für Kerbschnitte wie vom Freizeitschnitzer gezeigt) als auch mit geraden Schnitzbeiteln bzw. geraden Bildhauerbeiteln (Stich 1) sauber schneiden. Ein Gaißfuß ist hier ebenfalls hilfreich, weil er in der Lage ist, der gewünschten Kerbe von Anfang an eine entsprechende Form zu verpassen. Voraussetzung bei alledem ist allerdings, dass man das saubere Schneiden von Kerben (z.B. in die Oberfläche eines geraden Brettchens) hinreichend geübt hat.

    Bei derartigen Übungen wirst du feststellen, dass auch bei dieser Schnitttechnik der Faserverlauf des Holzes eine entscheidende Rolle spielt, denn je nach dessen Verlauf fällt das Schnittresultat mal besser und mal schlechter aus. Besonders schwierig wird es, wenn du einen Faserverlauf hast, wie auf deinem Foto zwischen der dritten und vierten Kugel (von links oder von rechts gezählt) zu sehen ist. Es will partout keine Kerbe entstehen. Stattdessen dringt die Schneide tief ins Holz und spaltet nur die Fasern immer tiefer, trennt sie aber nicht. Wenn das passiert, muss die Schneide des Eisens weniger senkrecht, sondern mehr schräg gehalten werden, damit die Fasern auch tatsächlich durchtrennt werden.

    Mehr schräg halten geht aber nicht, weil die Kugel im Weg ist. Wenn die Kugel ohnehin noch etwas zu groß sein sollte, kann man von ihr ja noch was wegnehmen. Dann kommst du besser mit einem schrägen Schnitt in die Kerbe. Wenn die Kugel nicht mehr kleiner werden darf, kannst du versuchen mit einem Gaißfuß von unten nach oben (das wäre ein Schnitt quer zur Faser) die abstehenden Späne zu entfernen. Sie lassen sich aber auch mit einem Kerbschnitzmesser entfernen, wenn man wiederholt denselben Schnitt durchzieht, wobei die Schneide stets so weit wie möglich derart schräg geführt wird, dass sie beim Schnitt seitlich gegen den Span (nicht gegen die Kugel) drückt. Solange wiederholen bis der Span fällt.

    Gruß Bernd

    Holz ist eine geniale Idee des Schöpfers.

  • hallo Berkow und Bernd,

    vielen lieben Dank für eure Erklärungen

    Ich sehe schon, ich muss zuerst an meiner Basis mal üben, bevor ich mich an so Hüte mache. Bin halt voller Ideen und will das dann immer sofort umsetzen. Aber ich lerne dazu. Beim nächsten Kurs bei Geissler Moroder werde ich wohl einen Kerbschnitzkurs buchen.

    Ich übe an meinem Hut weiter. Evtl. fange ich noch mal einen neuen an. Der hier habe ich jetzt schon mit allem möglichen drangsaliert🤪

    Ich zeige euch das Ergebnis, wenn es fertig ist.

    viele Grüsse

    Heike

    in meiner Werkstatt scheint immer die Sonne🌞

  • Hallo Waldwieble,

    ich würde die Arbeit mit einem Dremelgerät erledigen. Sind doch in der Regel Dreiecke die in die Tiefe gehen.Es gibt hierfür eine Vielzahl Fräser der verschiedesten Formen.Möchte betonen,dass ich kein Dremelfreund bin, aber der Zweck heiligt die Mittel. Evtl. kannst Du die Anfangskanten mit einem Rosenmesser nachschneiden.

    mit Gruß vom

    Zillertaler

    Wissen ist Macht - Nichtswissen ist Ohnmacht - Nichtstun macht träge und krank <3

  • Hallo Heike,

    wenn kein Dremel am Start ist, geht es auch mit grobem Schleifpapier. Gefaltet oder um einen dünnen Stabilisator gewickelt (Eisstiel, Spartel). Von grob nach fein. Ich würde Körnung 60, 100, 120 nehmen. Ist aber mühsam und kleinteilig, aber es geht.


    Gruß

    Christian

  • Mit einem Dremel Multi ist mir noch nie eine saubere Kerbe gelungen. Vielleicht habe ich nicht den dafür geeigneten Fräser. Beim Schnitzen verzichte ich deshalb auf dieses Maschinchen, da man nach meinem Dafürhalten ums manuelle Nachschneiden nicht drum herum kommt.

    Gruß Bernd

    Holz ist eine geniale Idee des Schöpfers.

  • ..ich hab nochmal einen versucht. aus anderem Holz. Eure Tipps habe ich berücksichtigt. Kam bis jetzt ganz gut ohne Dremel aus. Habe allerdings einen am Start Evtl. verwende ich den spater noch fur das Finale😃

    vielen Dank nochmal fur eure Hilfe

    viele Grüsse, Heike

    in meiner Werkstatt scheint immer die Sonne🌞

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