Jede Holzsorte hat naturbedingt andere Strukturen und Eigenschaften.

Beginnen wir nun mit dem wichtigsten Material beim Schnitzen, dem Holz. In den meisten Fällen werden Sie Holz bzw. Schnitzrohlinge aus Linde, Zirbe oder Weymouth-Kiefer (Strobe) bearbeiten. Diese genannten Hölzer sind in ihrer Beschaffenheit sehr weich und eignen sich daher ideal zum Schnitzen. Andere härtere Hölzer, wie etwa Eiche und Ahorn lassen sich selbstverständlich auch schnitzen, erfordern jedoch bei weitem mehr Zeit, Erfahrung und Geduld.

… aber, ersparen wir uns die lästige Holzkunde! Schroff gesagt, es wäre reine Zeitverschwendung, wenn wir Ihnen nun all die Theorie beibringen möchten. Es würde Ihnen nicht viel helfen! Halten Sie sich am besten immer an das Motto: „learning by doing“, was so viel heißt wie:

Beginnen Sie mit der Praxis und lernen Sie aus der Erfahrung.

Besorgen Sie sich ein Stück Schnitzholz, idealerweise aus Linde, und beginnen Sie einige verschiedene Schnitte mit Ihren verschiedenen Werkzeugen zu machen. So werden Sie am ehesten lernen, wie das Holz auf die Werkzeuge reagiert, welche Schnitte gut gelingen, welche eher schlecht. Warum es manchmal schnell ausreißt oder „butterweich“ schneiden lässt. Probieren Sie es aus. Sie werden sehen, dass auf unterschiedlich angesetzte Schnitte auch unterschiedliche Ergebnisse entstehen. Merken Sie sich für die Zukunft: Überlegen Sie sich immer vorher jeden Schnitt, bevor Sie ihn letztendlich ausführen!

Wichtig für Sie ist folgendes Wissen: Nicht jede Holzsorte ist in sich gleich!
Zwischen einem Lindenholzstück und dem anderen Lindenholzstück können gravierende Unterschiede bestehen. Obwohl beide Holzstücke von einer Linde sind, können sie sich in Farbe, Maserung und auch Härte stark unterscheiden.

  • Das Holz eines sehr schnell gewachsenen Baumes hat z. B. breite Jahresringe und ist in seiner Beschaffenheit sehr weich.
  • Ein Baum, der aufgrund seines Standortes langsam wächst, hat eng zusammenliegende Jahresringe und ist dadurch um einiges härter.
  • Auch kammergetrocknetes Holz wirkt meist härter als konventionell luftgetrocknetes.

Vergessen Sie nicht, dass Bäume natürlich wachsende Pflanzen sind, die man in ihrer Eigenschaft und ihrem Wachstum kaum beeinflussen kann!
Auf solch natürliche Toleranzen müssen Sie sich daher unbedingt einstellen. Denn eine andere Maserung oder Härte erfordert auch ein anderes Arbeiten mit Ihrem Werkzeug.

Jahresringe eng

enge Jahresringe
(=härter)

Jahresringe breit

breite Jahresringe
(=weicher)

Dies alles sind NATÜRLICHE TOLERANZEN die Sie generell beachten müssen! Keinesfalls sind oben genannte Eigenschaften Reklamationsgründe!

Holz =
Natur

Manches Werkstück wird mehr Aufmerksamkeit und Vorsicht erfordern als so manch anderes. Genau das ist das Interessante am Schnitzen – oder etwa nicht?

Trockenes Holz

Sollten Sie mal ein besonders poröses, sprödes Holz bearbeiten, das beispielsweise durch sehr lange Lagerung stark ausgetrocknet ist, so befeuchten Sie dies am besten mit etwas Wasser. So können Sie das Holz kurzfristig wieder etwas geschmeidiger machen.
Bestens geeignet ist hierzu ein Pumpsprüher für Zimmerpflanzen.
Mit dessen Hilfe können Sie das Holz gleichmäßig befeuchten und nach ca. 5–10 Minuten Wartezeit mit dem Schnitzen beginnen.

Von großer Bedeutung bei der Bearbeitung derart weicher und poröser Hölzer ist, dass Sie Ihr Schnitzeisen mit der richtigen Schneidebewegung führen. Also nicht nur schieben und drücken, sondern dabei auch eine leicht seitliche Bewegung machen. Wenn Sie hier Ihr Werkzeug nur in einer Richtung führen, würden Sie die sehr spröde Holzfaser regelrecht vor sich herschieben. Kleinere Einrisse und eine sehr unsaubere Oberfläche wären dann das Resultat.

Denken Sie hierbei an das Durchschneiden einer Wurst. Würden Sie diese mit dem Messer nur durchdrücken hätten Sie kaum Erfolg. Denn nur durch das „hin und her“-bewegen des Messers erhalten Sie einen sauberen Schnitt. Genauso ist es bei Holz. Versuchen Sie nicht nur in eine Richtung zu schieben, sondern einen sauberen Schnitt auszuführen.

Sie merken nun schon, manche Holzsorte wird mehr Aufmerksamkeit und Vorsicht von Ihnen erfordern, als manch andere. Stellen Sie sich darauf ein!

Viele Hobbyschnitzer neigen dazu, beim Schnitzen eines Rohlings, bei dem die Schnitte einfach nicht gelingen wollen, die Schuld auf die Holzsorte zu schieben. Nur sehr wenige kommen aber auf die Idee, dass eventuell das eigene Schnitzeisen nicht scharf genug sein könnte. Denn Voraussetzung zum richtigen Schnitzen unterschiedlicher Hölzer sind perfekt geschärfte Schnitzeisen. Ohne scharfes Werkzeug werden Sie definitiv immer Probleme bei besonders weichen oder auch besonders harten Hölzern haben.

Prägen Sie sich daher unbedingt ein:

„Es gibt kein schlechtes Holz, nur schlechtes Werkzeug oder mangelndes Können!“

In vielen Schnitzkursen wird tatsächlich gelehrt, den entstandenen Schmutz auf den geschnitzten Werken mit einer Seifenlauge abzuwaschen.
Unterlassen Sie das unbedingt! Besonders bei größeren, verleimten Figuren werden Sie damit auf Dauer erhebliche Probleme bekommen. Ein Aufreißen der Leimfugen wie auch Spannungsrisse können entstehen.

Hände waschen

Schnitzen Sie unbedingt mit sauberen Händen!
Waschen Sie diese auch öfter während des Schnitzens und besonders nach dem Schärfen und Abziehen ihrer Schnitzeisen. Wischen Sie anfallende Holzspäne nicht mit der Hand weg, sondern pusten Sie diese am besten von Ihrer Schnitzerei. Reinigen Sie auch die Schnitzeisen nach jedem Schärfvorgang, indem Sie die Schleif- und Polierpastenrückstände mit einem Tuch abwischen. Nur so bleibt Ihr geschnitztes Werk schön sauber! Sofern es Ihr „Gefühl“ nicht beeinträchtigt, wäre eventuell auch die Verwendung eines feinen Baumwollhandschuhs eine gute Lösung.

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